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Lokales Lübeck Städtische Altenheime: Lübeck diskutiert Neubauten
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21:25 08.11.2017
Herbststimmung vor dem Altenheim Schönböckener Straße. Es soll 2019 geschlossen werden. Quelle: Foto: Wolfgang Maxwitat

Nach der Kommunalwahl im Mai nächsten Jahres und vor der politischen Sommerpause 2018 will Sozialsenator Sven Schindler (SPD) der Bürgerschaft einen Vorschlag präsentieren, was denn nun aus den Seniorenheimen werden soll. Seit Jahren machen die Defizite im laufenden Betrieb der acht Einrichtungen den Politikern zu schaffen. Jetzt drängt die Zeit. Die Stiftung Vereinigte Testamente, die vier Heime an die Stadt vermietet, kommt mit den vereinbarten Mieten schon lange nicht mehr aus und kann nicht in die Gebäudesubstanz investieren. Klaas-Peter Krabbenhöft, Chef der Stiftungsverwaltung:

17 Millionen Euro Sanierungsstau, zwei Millionen Euro Defizit im laufenden Betrieb und die Chefin ist auch nicht mehr da: Die städtischen Seniorenheime stehen vor einem Berg von Problemen. Politiker, Verwaltung und die Bürgermeister-Kandidaten diskutieren jetzt über Neubauten.

„Ende 2019 hat die Stiftung Vereinigte Testamente kein Geld mehr, um Pflichtaufgaben wie die Bauunterhaltung im erforderlichen Umfang zu leisten.“

Und davon steht eine Menge an. Nicht nur in den Altenheimen müssen Brandschutz, Strom- und Wasserleitungen erneuert werden. Vor allem die anstehende Sanierung der altengerechten Wohnungen auf den Grundstücken von vier Heimen verschlingen hohe Millionenbeträge. Laut Bericht der Verwaltung summiert sich der Sanierungsstau in den kommenden drei Jahren auf 17 Millionen Euro.

Auch im laufenden Betrieb regieren die roten Zahlen. Mit knapp 1,7 Millionen Euro wurde das Jahr 2016 abgeschlossen, für dieses Jahr wird mit rund 2,4 und für 2018 mit 2,1 Millionen Defizit gerechnet. Alle Einsparungen und Mehreinnahmen würden durch die steigenden Personalkosten aufgefressen, heißt es im Wirtschaftsplan der acht Häuser. Die dritte Baustelle: Die langjährige Bereichsleiterin Sigrid Roggensack ist vorzeitig in Rente gegangen. Schindler muss eine neue Geschäftsführung suchen und hofft auf eine Neubesetzung im nächsten Frühjahr.

Der Sozialsenator führt demnächst Gespräche mit der Stiftungsverwaltung über neue Mietverträge. Außerdem will er einen Wirtschaftsprüfer durchrechnen lassen, ob Neubauten der Ausweg sind. „Wir sind an einem Punkt, an dem wir ohne Denkverbote über Neubauten reden können“, erklärt SPD-Sozialpolitiker Ingo Schaffenberg, „das ist ein Meilenstein.“

Bürgermeisterkandidat Jan Lindenau (SPD) hat in seinem Wahlprogramm bereits konkrete Pläne geäußert. Auf den großen und nur zum Teil genutzten Grundstücken der Seniorenheime könnten Wohnungen entstehen. Aus den Einnahmen könnten die neuen Altenheime zum Teil finanziert werden. „Mit neuen Gebäuden sparen wir Energiekosten“, sagt Lindenau, der drei neue Heime für machbar hält. „Die Einrichtung in der Schönböckener Straße können wir nicht ersetzen“, sagt der SPD-Politiker. „Ich will die städtischen Seniorenheime aus den roten Zahlen herausbringen“, hat sich seine Mitbewerberin Kathrin Weiher (parteilos) auf die Fahne geschrieben. „Ein Ersatz durch Neubauten ist möglich, wenn er sich rechnet“, sagt Weiher, „damit sinken die Energiekosten in den Einrichtungen.“ Die Kandidatin, die von CDU, Grünen, Linken, FDP und BfL unterstützt wird, will auch die inhaltliche Ausrichtung der Häuser ändern: „Ich will sie mit stärkerer Spezialisierung rentabler machen.“

Die Sozialverwaltung empfiehlt ebenfalls, über die Zusammenlegung von Standorten und damit einen Neubau nachzudenken. Die Heime in der Prassekstraße und im Dreifelderweg würden sich dafür anbieten.

Neue Altenheime könnten Strom aus Solaranlagen beziehen, kompakter gebaut werden, eine Großküche für mehrere Häuser beherbergen und durch angegliederte Cafés, Kioske oder Friseure zu Begegnungsstätten werden.

Von Kai Dordowsky

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