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Lübeck Ständig Stau: Lübeck will Lohmühle ausbauen
Lokales Lübeck Ständig Stau: Lübeck will Lohmühle ausbauen
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21:16 23.03.2016
Voll, voller, am vollsten: Täglich rauschen 60 000 Wagen durch den Lohmühlenteller – und 38 000 fahren weiter auf die Straße Bei der Lohmühle. Dort gibt es täglich Staus. Viel Autofahrer wollen zu den Märkten abbiegen, andere schnell von und zur Autobahn 1 fahren. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
St. Lorenz Nord

Automassen: Die Stadt will Straße und Kreisverkehr ausbauen. Denn täglich schieben sich 60 000 Wagen über den Lohmühlenteller – so viel wie über keinen anderen Kreisel der Stadt. Die vierspurige Straße Bei der Lohmühle nutzen täglich 38000 Wagen, so die jüngste Schätzung. Sie gehört zu den am meisten befahrenen Straßen in Lübeck. Jetzt will die Stadt nach Lösungen suchen, wie sie die Situation an der Lohmühle verbessern kann. Denn dort staut sich jeden Tag der Verkehr. In diesem Sommer soll ein Ergebnis vorliegen. Dafür wird ein Gutachten von 2010 erneuert.

Denn seither hat der Verkehr auf der Lohmühle zugenommen. Schon vor sechs Jahren rollten dort 36000 Wagen pro Tag entlang. Ursprünglich war man von täglich 24000 Wagen auf der Lohmühle ausgegangen. Es haben sich aber etliche Geschäfte Bei der Lohmühle angesiedelt, und eine der beiden Berufsschulen wurde erweitert. Jetzt werden dort 5300 junge Menschen unterrichtet statt zuvor 4800.

Die Lohmühle ist zudem Teil der Nordtangente — der nördlichen Umfahrung der Altstadtinsel. „Der Verkehr läuft auf der Lohmühle konstant volle Pulle“, sagt Verkehrsplaner Helmut Schünemann. Das Besondere an der Straße Bei der Lohmühle: Es gibt keine Spitzenzeiten wie bei anderen Straßen, sondern es fahren fast zu jeder Uhrzeit viele Autos. In der Zeit von 6 bis 20 Uhr sind es stündlich mehr als 2600 Wagen. „Es geht dabei um einen stetigen Verkehrsfluss“, so Schünemann. Denn oftmals bilden sich lange Autoschlangen, weil ein Wagen zu einem Baumarkt oder einer Tankstelle abbiegen möchte.

„Da muss was gemacht werden“, sagt auch Christopher Lötsch, Vorsitzender des Bauausschusses zu. Ulrich Pluschkell (SPD) meint: „Die Lohmühle kommt irgendwann an ihre Belastungsgrenze.“ Er kann sich vorstellen, dass es für Fußgänger und Radfahrer eine Unterführung am Lohmühlenteller gibt. Dadurch würde der Verkehr besser fließen.

Das Gutachten hatte die Lohmühle vor sechs Jahren unter die Lupe genommen. Drei Lösungen schlugen die Verkehrsexperten vor: Ampeln am Lohmühlenteller, eine zweispurige Ausfahrt An der Hansehalle für die Berufsschüler — zwei Spuren auf der Karlstraße in Richtung Lohmühle, damit sich der Verkehr nicht hinter den Lastwagen auf der Strecke staut. Kosten insgesamt: eine Million Euro.

Das größte Problem: Die Lohmühle ist Zubringer für die Autobahn A 1 — und außerdem Einkaufsstraße. Heißt: Ein Teil der Autofahrer will schnell zur A 1 kommen, ein anderer Teil will zu den großen Märkten rechts und links an der Straße. Im Fachjargon heißt das: „Die Erschließungsfunktion der Straße zu den Märkten nimmt immer mehr zu“, sagt Schünemann. Aber: „Dadurch leidet die Funktion als Zubringer zur Autobahn.“

Zusätzlicher Knackpunkt für die Lohmühle: Die Bahnhofsbrücke wird 2018 neu gebaut. Der Verkehr fließt dann nur auf einer Spur je Richtung über die Querung. Betroffen davon sind 39000 Wagen. Die müssen aber irgendwohin ausweichen. Die Nordtangente bietet sich als Ausweichstrecke an — und damit auch Lohmühlenteller und die Straße Bei der Lohmühle. Doch die Frage ist: Verkraftet die Straße so viele zusätzliche Autos? Hinzu kommt: Im weiteren Verlauf der Nordtangente entstehen neue Nutzungen, die ebenfalls Verkehr anziehen. So soll an der Kurve der Einsiedelstraße ein Recyclinghof der Stadt sowie einer der Firma Gollan entstehen. Außerdem hat die Kulturwerft auf der Roddenkoppel den Betrieb aufgenommen — und langfristig soll das gesamte Gebiet Roddenkoppel wiederbelebt werden. Das bedeutet: noch mehr Verkehr.

An der Lohmühle 84 will ein Edeka- Markt eröffnen. Das erklärt Projektentwickler Christian Feege. Er soll 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, hinzu kommt die Drogerie Rossmann mit 500 Quadratmetern. Dafür muss der Bebauungsplan geändert werden. Ende dieses Jahres könnte alles fertig sein. Hinter dem Markt führt ein Fußweg ins angrenzende Wohnviertel.

Von Josephine von Zastrow

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