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Lübeck 100 Jahre Stempel Weichert
Lokales Lübeck 100 Jahre Stempel Weichert
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16:17 27.08.2018
Jonas Fischel (26) bei der Klischeemontage der Flexoplatten. Sie werden vor allem zum Bedrucken von Kartons benötigt. Quelle: Lutz Roeßler
St. Lorenz Nord

Ein modernes Firmengelände im Gewerbegebiet: Was vor 100 Jahren in der Beckergrube von Waldemar Weichert gegründet wurde und mit Schmuckgravuren, Schildern und Stempeln begann, ist heute ein vielschichtiger Betrieb mit 31 Mitarbeitern – und noch immer fest in Familienhand.

Die Weichert GmbH wird nun schon in dritter Generation von den beiden Cousins Jörg und Ralph Weichert (beide 55) geführt. Produktion und Verwaltung befinden sich in einem modernen Gebäude in der Spenglerstraße – auf 2500 Quadratmetern. Jörgs Frau Petra (55) ist seit 30 Jahren in der Firma – „in der Verwaltung“, erklärt sie. Seit 2008 ist mit Tochter Nathalie (30), seit einiger Zeit auch Tochter Franziska (24), die vierte Weichert-Generation mit im Boot. Auch Nathalies Verlobter Thomas (31) arbeitet mit und will nach der Hochzeit im Oktober den Namen Weichert annehmen.

Vom Stempel zu Beschilderung und Beschriftung

  Es war der 18. Dezember 1918, als Waldemar Weichert die Firma Stempel Weichert in der Beckergrube gründete. Und obwohl seine Enkel schon überlegt hatten, die Bezeichnung „Stempel“ zu entfernen, weil das bei weitem nicht die Produktpalette darstellt, behielt man den Namen bei – weil man unter dem Namen bundesweit bekannt sei. Sieb-, Digital- und Sublimationsdruck, Gravur, Lasertechnik, Textilveredelung: Was dem Laien nicht so wirklich viel sagt, lässt sich kurz und knapp zusammenfassen: „Wir machen alles, was beschildert und beschriftet werden kann“, so Petra Weichert.

Weltweit größte Flexo-Klischees

Vor allem bei den Flexo-Klischees zum Bedrucken großformatiger Kartons ist die Firma führend. „Wir haben mit 2,03 mal 1,23 Metern das weltweit größte Flexo-Format“, sagt Jörg Weichert. Im Laufe der Jahre hat die Firma Weichert immer wieder die Technik angepasst, ist mit der Zeit gegangen. Besonders stolz ist man im Hause Weichert auf den neuesten Clou: Für die Kunden werden auf Wellpappe Dummies oder Muster gedruckt. Trotz des technischen Fortschritts und trotz der umfassenden Produktpalette sind auch Stempel bei Weichert nach wie vor gefragt: „Offizielle Dokumente in Deutschland“, erklärt Ralph Weichert, „haben halt immer noch nur mit Stempel Gültigkeit.“

Traditionsverbunden, aber stets mit der Zeit gegangen: Der Familienbetrieb in dritter Generation in Bildern

Familiär verbunden – auch privat

Dass in vier Generationen niemand beruflich etwas anderes machen wollte, mag zum einen mit der Prägung, zum anderen mit der Vielfältigkeit der Firma zusammenhängen. „Ich bin da so reingewachsen“, sagt Ralph Weichert, der in Hamburg eine Lehre als Siebdrucker machte und dann zur väterlichen Firma zurückkehrte. „Es ist schön, wenn man solch eine Familiensache hat – und wunderschön, gemeinsame Projekte mit den Kunden zu gestalten. Zudem hat der Job viele Facetten und lässt Spielraum für Individualität.“ Sein Cousin Jörg sieht es ähnlich: „Ich habe mit 25 die ersten Firmenanteile übernommen, und als es mit dem Neubau losging, herrschte eine wahnsinnige Aufbruchstimmung.“ Es sei einfach schön, „den Erfolg zu genießen, neue Kunden zu generieren und Bestandskunden zu binden“. Und Franziska, gelernte Mediengestalterin mit anschließendem Studium, weiß die Vielfalt im Betrieb zu schätzen.

Familie Weichert scheint kein Problem mit der Nähe im Beruf zu haben. Auch privat unternehmen alle vieles gemeinsam, „wir haben ähnliche Hobbys, wohnen nah beieinander und frühstücken regelmäßig zusammen“, erzählt Petra Weichert. Da brauche man schon viel Toleranz. Und es gibt einen kleinen Trick: „Wenn jemand das Zauberwort ,Schnee’ sagt, heißt das: Nichts mehr über die Firma!“

Historie

1918 gründet Waldemar Weichert die Firma in der Beckergrube, er übernimmt zunächst Schmuckgravuren für Juweliere, etwas später kommen Schilder und Stempel dazu. 1936 tritt Sohn Rudolf, 1948 Sohn Waldemar junior in die Firma ein.

1942 In der Nacht zum Palmsonntag brennt die Produktionsstätte vollständig aus, die Firma wird ausgelagert.

1950 Umzug in die Fleischhauerstraße 52 und Expansion vom Handwerksbetrieb zum Industriebetrieb.

1980 tritt Jörg Weichert in die Firma ein, 1983 Ralph Weichert.

1994 erfolgt der Umzug in den Neubau Spenglerstraße.

 

 

 

Jubiläum wird zweimal gefeiert

Dass das Unternehmen 100 Jahre alt wird, will Familie Weichert gleich zweimal feiern: einmal mit guten Kunden, einmal mit allen Mitarbeitern – bis zum offiziellen Geburtstag will man allerdings nicht warten, denn der wäre kurz vor Weihnachten.

Sabine Risch

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