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Lübeck Stinkalarm in Schlutup
Lokales Lübeck Stinkalarm in Schlutup
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21:21 28.09.2016
Die Anwohner aus Haler Ort und der Umgebung fühlen sich von dem chemischen Geruch stark gestört. Quelle: Fotos: Lena Modrow

Schon bei der Einfahrt in das Wohngebiet rund um die Straßen „Hintern Höfen“ und „Haler Ort“ zieht er einem in die Nase: ein chemischer Geruch, der an Klebstoff und verbranntes Gummi erinnert. „Seit zwei, drei Wochen ist er besonders stark“, sagt Anwohnerin Martina Schultz. Sie hat auf der öffentlichen Facebook-Seite „Schlutup – Das Fischerdorf der Hansestadt Lübeck“ Alarm geschlagen: „Hier im Haler Ort ist der Gestank kaum noch auszuhalten. Die Folge sind Kopfschmerzen und Übelkeit.“ Mehrere Anwohner bestätigen Schultz’ Eindrücke auf Facebook.

In dem Chemiewerk in der Fabrikstraße produzieren über 30 Mitarbeiter Bindemittel unter anderem für die Farben- und Kosmetikindustrie.

„Die Gerüche an sich können nicht gesundheitsgefährdend sein.“Stellungnahme von Worlée

„Es riecht wie eine Mischung aus Kunststoff und Schiffsabgasen“, schreibt etwa Melanie Kleinschmidt. Die Anwohner informieren schließlich die Polizei. Denn sie vermuten: Der Geruch komme von dem anliegenden Chemie-Werk Worlée in der Fabrikstraße, wo seit 1983 Bindemittel für die Farben-, Lack-, Pflege- und Kosmetikindustrie produziert werden.

„Die Kollegen vor Ort haben die Umweltpolizei informiert“, so Polizeisprecher Stefan Muhtz. Diese habe sich von den Leitern des Chemie-Werks und der Produktion die entsprechenden Unterlagen und Genehmigungen für die Abluftreinigungsanlage vorlegen lassen. „Diese waren vorbildlich“, so Muhtz. Auch der turnusmäßig vorgeschriebene Filterwechsel-Termin habe noch lange nicht angestanden. „Aber aufgrund der Geruchsbelastung hat das Unternehmen den Filterwechsel dann vollzogen“, sagt der Polizeisprecher. „Das war ein sehr kooperatives und vorbildliches Handeln des Unternehmens.“ Auf diese Weise sei die Geruchsbelastung schließlich beseitigt worden.

In einer Stellungnahme schreibt das Unternehmen, das seit 2010 zur Gruppe der Klimaschutzunternehmen in Deutschland zählt, dass Beschwerden aus der Nachbarschaft sehr ernst genommen würden. „Jeder Beschwerde wird, unabhängig davon, ob der Betrieb der Verursacher ist, intensiv nachgegangen und die ordnungsgemäße Funktion der Anlagen wird überprüft“, heißt es. „Worlée hat in Lübeck in den letzten Jahren permanent in den Umweltschutz investiert und die Anlagen laufend technisch verbessert.“ Es seien keine Dämpfe ausgetreten, sondern: „Es handelt sich um Gerüche, die an sich nicht gesundheitsgefährdend sein können“, heißt es von Unternehmensseite.

Doch die Anwohner beruhigt das noch nicht, auch wenn die Geruchsbelastung nun wieder deutlich abgenommen hat. „Das Problem besteht schon seit mehreren Jahren“, sagt Katrin Böckers, die auch im Haler Ort wohnt. „Wir haben schon Protokoll geführt, wann der Gestank besonders stark ist; zum Beispiel, wenn es sehr heiß ist.“ Sie habe die Geruchsbelastung beim Umweltamt gemeldet, denn in der Nachbarschaft mehrten sich die Gesundheitsprobleme. Die Anwohner glauben, dass der starke Geruch nicht nur Kopfschmerzen und Übelkeit auslöst, sondern auch Erbrechen und Allergien.

„Ich muss jeden Morgen ganz stark husten“, sagt Heide-Marie Robertz. Sie hofft, dass das Chemie-Werk einmal einem grundlegenden Test unterzogen wird und die mögliche Belastung durch chemische Stoffe gemessen wird, damit das Geruchsproblem nicht in regelmäßigen Abständen zurückkehrt.

Lena Modrow

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