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Lübeck Stolzenberg will zehn neue Wege gehen
Lokales Lübeck Stolzenberg will zehn neue Wege gehen
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20:49 01.11.2017
Eine Kommunikation zwischen der Verwaltung und dem Bürger finde zu selten statt, findet Detlev Stolzenberg und will das ändern. Quelle: Foto: Felix König

„Ein Bürgermeister kann in der Verwaltung sehr viel bewegen“, ist der 57-jährige Stadtplaner überzeugt. Sollte er im Mai auf den Chefsessel im Rathaus rücken, wird Stolzenberg als erstes die Stadtteilbüros in Kücknitz, Moisling und St. Lorenz Nord wieder öffnen und in Travemünde in Zusammenarbeit mit dem Kurbetrieb und der Tourismusgesellschaft LTM eine Servicestelle einrichten. Damit Bürger in der Stadtverwaltung eine Anlaufstelle haben, wird er die Stelle des Ombudsmannes wieder schaffen. In allen zehn Stadtteilen werde es jährliche Einwohnerversammlungen geben, außerdem will Stolzenberg einmal im Monat eine Sprechstunde für Bürger anbieten. Der Bewerber: „Ich will den Puls der Stadtbevölkerung spüren.“ Bürger werden bei der Aufstellung des städtischen Haushaltes einbezogen. Zudem will der Kandidat jedem Stadtteil einen frei verfügbaren Fonds zur Verfügung stellen – gefüllt mit einem Euro je Einwohner pro Jahr.

Um die Sanierung von Straßen und Brücken und den Bau neuer Radwege zu beschleunigen, schwebt dem Stadtplaner eine Kooperation mit dem Landesbetrieb Straßenbau vor. Für Radfahrer will er zwei Fahrrad-Parkhäuser am Bahnhof und in der Innenstadt bauen lassen. Als Standort in der Innenstadt bringt er das neue Parkhaus Wehdehof ins Gespräch. Den ÖPNV will Stolzenberg attraktiver machen. „Wir müssen ran an dieses Thema, das höre ich von den Menschen immer wieder.“ Die Fahrten des Stadtverkehrs von Moisling in die Innenstadt seien mit 3,20 Euro definitiv zu teuer, außerdem müsse die Stadt über Vergünstigungen für Senioren nachdenken. Beim Thema soziale Verantwortung setzt Stolzenberg auf mehr Sozialarbeiter, zusätzliche Plätze für Obdachlose und von Gewalt bedrohte Frauen. Flüchtlingen will der Kandidat mehr als sechs Quadratmeter pro Kopf verschaffen und in wohnungsähnlichen Gemeinschaftsunterkünften persönliche Einrichtungsgegenstände wie Teppiche zulassen.

An seiner umstrittenen Idee einer größeren Uni hält Stolzenberg fest. Als zusätzliche Fakultäten schlägt er Kultur- und Literaturwissenschaften sowie Sprachen vor. Gewerbegebiete will er mit schnellem Internet und schöneren Außenflächen modernisieren. Die Klimaschutzleitstelle soll Stabsstelle beim Bürgermeister werden. Bei der Sanierung von Schulen will Stolzenberg das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein als Partner gewinnen. Die Schließtage in den Kitas will er reduzieren.

Ein großes Kapitel nimmt die Kulturförderung ein. Bei der Finanzierung von teuren Maßnahmen wie dem Buddenbrookhaus traut sich der Stadtplaner zu, höhere Spenden einzuwerben: „Den städtischen Anteil würde ich auf null fahren.“ Frei werdende Mittel würde er in die freie Kultur stecken und deren Förderung von 25000 auf 300000 Euro im Jahr erhöhen. Der Kulturbühne in Travemünde würde er ein kleines Stück des Leuchtenfeldes überlassen, die Völkerkundesammlung würde „feste Ausstellungsmöglichkeiten“ bekommen. Stolzenberg würde das Naturkundemuseum in eine Umweltbildungsstätte umbauen und in einem Altstadthaus ein Welterbezentrum einrichten. Heute um 16 Uhr stellt er die Positionen in seinem Büro im St.-Jürgen-Ring 34 vor.

dor

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