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Lübeck Straßenbau-Chef geht nach Hamburg
Lokales Lübeck Straßenbau-Chef geht nach Hamburg
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22:59 19.09.2016
Chefposten in Hamburg: Stefan Klotz (47) wird ab Februar den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer leiten. Quelle: Lutz Roeßler

Großer Karrieresprung: Überraschend verlässt der Bereichsleiter Verkehr, Stefan Klotz, zum 1. Februar 2017 die Hansestadt Lübeck und geht nach Hamburg. Er wird in dem Stadtstaat neuer Chef der Landesbehörde Straßenbau – ein beruflicher Aufstieg für den 47-Jährigen. Sein neues Amt ist vergleichbar mit dem Chefposten des Landesbetriebs Verkehr Schleswig-Holstein. In Hamburg wird Klotz Chef von 606 Mitarbeitern und kann jährlich 300 Millionen Euro verbauen. Zum Vergleich: Jetzt hat Klotz 389 Mitarbeiter in seinem Bereich und kann jährlich lediglich zehn Millionen Euro investieren. Klotz wird in Hamburg für die großen Bauprojekte zuständig sein. Der Landesbetrieb Straße, Brücken und Gewässer gehört zur Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und ist dem Senator Frank Horch (parteilos) unterstellt.

„Wir verlieren mit ihm einen hoch qualifizierten Mitarbeiter, der in Lübeck viel bewegt hat.“Bürgermeister Bernd Saxe (SPD)

„Die Stelle war ausgeschrieben – und ich wollte es einfach mal versuchen“, sagt Klotz auf LN-Anfrage. Der promovierte Bauingenieur ist seit 2006 bei der Stadtverwaltung – und leitet mit Stadtgrün und Verkehr den größten Bereich innerhalb der Bauverwaltung. „Ich bedauere, dass er geht“, sagt Bausenator Franz-Peter Boden (SPD). Auch wenn er den Schritt verstehen könne, denn in Lübeck sind die Finanzen ständig knapp. Um jedes Projekt muss Klotz kämpfen.

Boden selbst verlässt die Stadtverwaltung ebenfalls. Seine Amtszeit als Senator läuft Ende April aus. Damit gehen zwei Fachleute, die aktuell Lübecks große Bauprojekte betreuen. So wird die Possehlbrücke für 12,6 Millionen Euro neu gebaut. Das Vorhaben ist teurer geworden und hat sich zeitlich verzögert. Daher gibt es massive Kritik an dem Projekt – zuletzt von den Gewerbetreibenden.

Die Querung soll Ende 2017 fertig werden. Die Bahnhofsbrücke wird derzeit geplant, soll ebenfalls für 19 Millionen Euro ab 2018 neu gebaut werden. Immer wieder sind große Bauprojekte in Lübeck teurer geworden und haben sich verzögert – wie der Bau der Eric-Warburg-Brücke. Aber Klotz hat immer wieder auch erfolgreiche Projekte vorangebracht – beispielsweise die Sanierung der Drehbrücke, den Neubau der Wesloer Brücke – und zuletzt die viel diskutierte Asphaltierung der Straße Koberg. Klotz hat den Masterplan für Lübecks marode Straßen aufgestellt und jede Straße aufgelistet – mit einem Zeitplan, wann sie saniert werden soll, um keine Flickschusterei mehr zu betreiben. Das Konzept wurde hochgelobt von den Politikern – dann aber nicht beschlossen. Man wollte sich dann doch nicht zu sehr festlegen.

„Wir verlieren mit ihm einen hoch qualifizierten, sehr engagierten und erfolgreichen Mitarbeiter, der in Lübeck viel bewegt hat“, sagt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Er bedauere den Verlust für Lübeck, gratuliere Klotz aber „von Herzen zu diesem Aufstieg“. Klotz bleibt Lübeck erst einmal treu, denn einige seiner Kinder gehen hier noch zur Schule. Er wird nach Hamburg pendeln. „Das geht gut“, meint er. Einer seiner Söhne macht das bereits mehrmals die Woche.

 Josephine von Zastrow

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