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Lübeck Streit um Frauenquote in der Hafen-Gesellschaft
Lokales Lübeck Streit um Frauenquote in der Hafen-Gesellschaft
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22:10 14.10.2015
Lübeck

Männer unter sich: In Aufsichtsrat und Vorstand der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) haben Frauen nichts zu melden. Die Geschäftsführung stellen Sebastian Jürgens sowie Ulfbenno Krüger, und im neunköpfigen Kontrollgremium sitzt ebenfalls keine einzige Frau. Das muss sich ändern. Das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen verlangt, dass auch die LHG eine Frauenquote festlegt. Und der von der Bürgerschaft beschlossene „Lübecker Public Corporate Governance Kodex“ schreibt sogar vor, wie hoch die Frauenquote zu sein hat. Hälfte, Hälfte heißt es in dem Kodex. Am 25. September beriet der LHG- Aufsichtsrat, wie er diese Vorgabe umsetzen solle. Ergebnis: Bis Juni 2017 soll eine Frauenquote von 11,1 Prozent angestrebt werden. Das bedeutet eine Frau in dem neunköpfigen Gremium.

Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, spricht von einem Armutszeugnis. Der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Lüders verteidigt die Mini-Quote. „Aus heutiger Sicht ist eine höhere Quote nicht realistisch“, sagt er. „Wir können uns nicht vorstellen, wie 50 Prozent gehen sollen.“ Im Hafen würden traditionell wenige Frauen arbeiten. Außerdem sei das Kontrollgremium erst vor vier Monaten neu besetzt worden. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Politik entsandten nur Männer. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), der den Hauptgesellschafter Hansestadt vertritt: „Vielleicht sollten die 11,1 Prozent ein zartes Signal sein, dass Null jedenfalls zu wenig ist.“ Der Mitgesellschafter, die Deutsche Asset, begrüßt generell eine höhere Frauenquote. Sprecher Tim-Oliver Ambrosius: „Ein höherer Frauenanteil ist leider aus branchenspezifischen Faktoren nur schwer umsetzbar.“

Aufsichtsratsmitglieder wie Thorsten Fürter (Grüne) empfinden die Situation als unbefriedigend. „Ein Anteil von 50 Prozent wäre sinnvoll.“ Gestern sollte der Hauptausschuss der Bürgerschaft über die Frauenquote entscheiden, vertagte das Thema aber. Aufsichtsratsvorsitzender Lüders: „Wenn die höhere Quote kommt, müssen die Fraktionen ihre männlichen Vertreter zurückziehen.“

dor

LN

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