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Lübeck Streit um Pachtvertrag: 800 Sportler protestieren
Lokales Lübeck Streit um Pachtvertrag: 800 Sportler protestieren
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21:19 20.09.2013
Mehrere hundert Meter lang war der Protestzug von der Falkenstraße (Foto) in die Innenstadt. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Die Trillerpfeifen gellen: 800 Sportbegeisterte — Kinder, Jugendliche und Erwachsene — marschierten gestern in einem mehrere hundert Meter langen Protestzug vom LBV-Phönix-Gelände an der Falkenwiese über Falkenstraße und Hüxstraße in die Innenstadt, wo vor der Marienkirche eine Kundgebung stattfand. Weil die Stadt bislang keine Anstalten macht, den neuen Pachtvertrag für den Sportverein zu unterschrieben, fürchtet der LBV Phönix um seine Zukunft.

Hitzige Stimmung am Nachmittag: „Wir sind alle ziemlich empört, was hier passiert“, ruft der 2. Vorsitzende des LBV Phönix, Steffen Kohl, den Demonstranten zu. Kein Verantwortlicher der Stadt wolle mit dem Verein sprechen, Anfragen würden nicht beantwortet, wettert Kohl und spricht von einem Skandal: „Wir fordern, dass der Bürgermeister öffentlich erklärt, dass unsere Verträge verlängert werden.“

Hintergrund des Streits: Der LBV Phönix hat große Teile seiner Sportflächen an der Falkenwiese von der Stadt gepachtet. Der Vertrag für einen Teil des Geländes läuft Ende Dezember aus. Obwohl die Stadt bereits zugesagt habe, den Pachtvertrag zu verlängern, herrsche nun Schweigen, kritisiert der Verein und befürchtet, dass die Sportflächen einer Wohnbebauung zum Opfer fallen könnten. Das wäre auch das Ende der vor 25 Jahren erbauten Mehrzweckhalle. Der LBV unterstützt zwar die städtischen Pläne, dort ein Sportzentrum zu errichten, fordert aber, dass die auf dem Gelände an der Falkenwiese beheimateten Vereine in das Projekt eingebunden werden. Arno Reimann von der Leichtathletik-Abteilung wirft der Stadt „Vertrauensbruch“ vor. Die Zusage, den Vertrag zu verlängern, sei nicht eingehalten worden. Reimann reimt: „Ohne Halle ist Phönix alle.“

Mit Plakaten, Transparenten und Schildern äußern die Phönix-Sportler beim Protestzug ihren Unmut , unterstützt von anderen Vereinen wie SV Viktoria 08 und MTV Lübeck. Sie fürchten den Zusammenbruch der Jugendarbeit. „Nicht kürzen bei den Kurzen“ ist da zu lesen und „Rollende Bälle statt rollende Bagger“. Steffen Kohl spricht von einer „Welle der Sympathie“. Und Wilfried Lange, Leiter der Hockey-Abteilung des LBV Phönix, warnt die Stadt: „So eine Demonstration können wir einmal in der Woche machen.“ Zu den Protestierenden gehört auch die 17-jährige Leichtathletin Louise Preuß vom MTV.

Sie will ihre Solidarität zeigen: „Es ist wichtig, den LBV zu unterstützen.“ Gernot Maetzel (44) ist Lehrer am Johanneum und Phönix-Mitglied. Er hat kein Verständnis für das Verhalten der Stadt: „Auf dem Phönix-Gelände findet unser Schulsport statt. Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen.“ Maetzel hält es für einen Irrweg, „Tafelsilber zu verscherbeln“.

Torsten Teichmann

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