Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Streit um Strandbahnhof: Stadt sagt Oktoberfest ab
Lokales Lübeck Streit um Strandbahnhof: Stadt sagt Oktoberfest ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:26 18.10.2016
Das Nordische Oktoberfest ist schon fast fertig aufgebaut, als die Organisatoren die Nachricht von der Stadt erhalten, dass die Veranstaltung nicht genehmigt wird. Quelle: Vögele
Anzeige
Travemünde

Das Karussell und die Buden waren schon aufgebaut und die Stühle und Tische in die Halle des Travemünder Strandbahnhofs geschleppt. Am vergangenen Wochenende hätte rund ums sowie im Bahnhofsgebäude ein Nordisches Oktoberfest stattfinden sollen, doch das Ordnungsamt der Stadt hat den Veranstaltern kurzfristig einen Strich durch die Rechnung gemacht: Es untersagte die Durchführung des Festes.

 

Mit diesem Schild informierten die Veranstalter die Besucher.

„Der Antrag auf die Gaststättenerlaubnis ist erst gegen Ende der letzten Woche eingegangen“, begründet Valessa Glisovic, stellvertretende Stadtsprecherin, den Aufbaustopp. „So eine Veranstaltung braucht einen großen Vorlauf und es müssen verschiedene Dinge, wie etwa der Brandschutz, geprüft werden.“ Da der Antrag erst sehr kurzfristig gestellt wurde, sei es den verschiedenen involvierten Behörden nicht möglich gewesen, alles ausreichend zu prüfen, so dass man die geplante Veranstaltung schließlich nicht habe genehmigen können.

Auf dem Schild, das die Veranstalter von „Faire Gastronomie Travemünde“ zur Information für die Besucher an den Eingang des Strandbahnhofs gehängt haben, hat die Begründung aber einen ganz anderen Schwerpunkt: „Leider kann das Oktoberfest an diesem Wochenende nicht stattfinden, da die Behörden aus Lübeck uns kurzfristig die Veranstaltung untersagt haben. Begründung: Es werden massive Beschwerden aus der Nachbarschaft erwartet (Fehlingstraße) aufgrund von Lärmbelästigung“, heißt es dort.

Ralf Kaerger-Thofern, der die Immobilie im vergangenen Jahr gekauft hat, liegt die E-Mail vor, welche die Stadt am Donnerstag an die Veranstalter geschickt hat. Darin heißt es unter anderem tatsächlich als Begründung, dass massive Beschwerden aus der Nachbarschaft erwartet werden. „Noch war das ja gar nicht eingetreten, trotzdem das als Begründung zu nennen, ist ausgesprochen schade“, sagt Kaerger-Thofern, der den Plan verfolgt, wieder eine Vielzahl an Veranstaltungen im Strandbahnhof stattfinden zu lassen. Aber schon in der Vergangenheit haben sich Anwohner über den Lärm der Baumaßnahmen am Strandbahnhof beschwert und die Befürchtung geäußert, es könne durch Partyveranstaltungen nun regelmäßig laut werden. „Dabei sollen dort gar keine Remmidemmi-Veranstaltungen stattfinden“, sagt Kaerger-Thofern. „Wir haben ein ältereres, viel ruhigeres Zielpublikum – und wenn es dann zu Lärm kommt, könne man das ja dann auch runterregeln.“

Auch Eiko Zöllner-Quanz, einer der Veranstalter, hat Probleme, die Entscheidung der Stadt nachzuvollziehen. „Ich weiß nicht genau, was da schiefgelaufen ist“, sagt der Travemünder, der als Fietsche Fischer bekannt ist. „Wir haben ja schon öfter Veranstaltungen gemacht und da war das mit den kurzfristigen Genehmigungen auch nie ein Problem.“ Jetzt hätten er und sein Mitstreiter Marco Büttner vom Restaurant Hein Mück einen großen finanziellen Schaden. Aber Zöllner- Quanz möchte mit allen Beteiligten konstruktiv umgehen, denn schließlich seien noch weitere Veranstaltungen im Strandbahnhof geplant, wie etwa die „Küsten-Wiehnacht“. Zöllner-Quanz: „Wir werden uns am kommenden Montag mit der Politik, der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft und hoffentlich auch mit den betroffenen Anwohnern an einen Tisch setzen, um zusammenarbeiten zu können.“

 Lena Modrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige