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Lübeck Streit um Trailer: Jetzt greift die Stadt ein
Lokales Lübeck Streit um Trailer: Jetzt greift die Stadt ein
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11:34 06.11.2013
Die Lkw-Auflieger haben eine Breite von 2,55 Metern und passen nicht in die schmalen Pkw-Buchten an der Posener Straße. Quelle: Fotos: Kröger, Neelsen

Erstmals hat die Stadt wild parkende Lkw-Anhänger an der Posener Straße entfernt. „Wir haben jetzt zwei Trailer abschleppen lassen“, bestätigt Innensenator Bernd Möller (Grüne). Die Auflieger standen in den zu engen Parkbuchten entgegen der Fahrtrichtung und waren nicht mit Reflektoren versehen. Die Kontrollen sollen fortgesetzt werden. Regelmäßig beschweren sich die Anwohner über die Trailer, die eine Reifenbreite auf die Fahrbahn ragen und den Verkehr behindern (die LN berichteten). Gleichzeitig geschehen immer wieder Unfälle.

Unter anderem Klaus Kruse, Verkaufsleiter beim angrenzenden Renault-Autohaus Hans Voss, klagt über die schweren Kolosse. „Die Posener Straße entwickelt sich immer mehr zum Parkplatz für Lkw“, sagt er. Die benachbarten Speditionen würden ihre Anhänger auf den Fußwegen und zu schmalen Auto-Parkbuchten abstellen, weshalb sie dann auf die Fahrbahn ragen. „So kommt es auf der sowieso schon stark befahrenen Straße zu zusätzlichen Staus, wenn ein Lkw und Pkw nicht mehr aneinander vorbeikommen“, sagt Kruse. Laster und Busse dagegen können sich kaum begegnen, ohne dass einer von beiden fast stehenbleiben muss.

Die verkehrt geparkten Anhänger seien zudem ein „sehr hohes Risiko“, sagt Kruse. Das zeigen die teils heftigen Unfälle auf der Posener Straße, wiederholt verkeilten sich Autos unter den Aufliegern.

So geriet im vergangenen Januar ein Seat unter einen am Rand abgestellten Auflieger, das Dach wurde eingedrückt, und der Fahrer musste in die Uniklinik gebracht werden.

Die Fachbereiche von Bernd Möller und Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) wollen nun eine Lösung finden, um das Chaos zu beseitigen. „An der gesamten Straße ist alles etwas ungeordnet“, sagt Möller.

Gleich am Anfang gebe es kein Parkverbot, weil die Betriebe beliefert werden müssen. Dahinter folgen für 40-Tonner zu schmale Pkw-Buchten, dennoch ist das Brummi-Parken legal. Möller: „Die Rechtssprechung scheint dies zu tolerieren.“ Die Posener Straße ist als Mischgebiet eingestuft. Daher diskutieren die Experten in der Verwaltung nun, ein generelles Halteverbot einzuführen.

Parkbuchten sind davon ausgenommen, jedoch dürfe dann alles abgeschleppt werden, was auf die Fahrbahn ragt.

Das Gesamtproblem löst das aber nicht. „Es kann nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein, Speditionen Parkraum zur Verfügung zu stellen“, sagt SPD-Fraktionschef Jan Lindenau. „Darum müssen sich die Firmen selbst kümmern.“ Vielleicht lasse sich auf Bundesebene eine Mindestbreite für Lkw-Parkbuchten durchsetzen, da die Gesetzgebung bisher nicht zwischen Lastern und Autos unterscheidet. Weitere Problemzonen sind etwa der Edeka-Parkplatz an der Ziegelstraße und der Meesenring. „Unsere Stadtteilmitte hat anderes verdient, als vollgestellt zu werden“, sagt Ingo Schaffenberg, Vorsitzender der SPD Marli. Der Verein Lübecker Spediteure wollte sich gestern nicht äußern.

Bereits im März hatten die Sozialdemokraten und die Freien Wähler Anfragen zum Brummi-Problem eingereicht. Damals sah die Verwaltung „keinen Handlungsbedarf“ und warnte bei einem Verbot vor „einer Verdrängung des Lkw-Parkens in die umliegenden Straßen und Wohngebiete“. Deshalb setzt sich Bruno Böhm (Freie Wähler) dafür ein, Ausweichflächen zu schaffen. „Wenn die Unternehmen diese kennen, stellen sie sich auch dahin.“ Auch Innensenator Möller ist inzwischen überzeugt: „Ein Trailer-Abstellkonzept für Lübeck wäre durchaus sinnvoll.“

Peer Hellerling

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