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Lübeck Streit um Wohnungsbau: SPD und CDU gegen Linke und Grüne
Lokales Lübeck Streit um Wohnungsbau: SPD und CDU gegen Linke und Grüne
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21:15 31.07.2018
„Die Grünen malen den Teufel an die Wand.“Andreas Zander, Baupolitiker der CDU
Lübeck

„Die Grünen malen den Teufel an die Wand und beschwören Horrorszenarien von auf breiter Front steigenden Mieten herauf“, kritisiert Andreas Zander (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Bauausschusses. Zander verweist darauf, dass die großen Wohnungsbaugesellschaften wie die „Trave“, der Bauverein und die Neue Lübecker mehrere Tausend Wohnungen im Bestand haben, „deren Mieten nur geringfügig über den Bestandsmieten der öffentlich geförderten Wohnungen liegen“. Die CDU beruft sich auf den Wohnungsbaubericht der Stadt, wonach der Verlust von Sozialwohnungen durch das Auslaufen der Bindungsfrist nicht zwangsläufig zu höheren Mieten führe. In dem Bericht werde sogar ausdrücklich davor gewarnt, zur Behebung der Misere ausschließlich auf Geschosswohnungsbau zu setzen. Damit würde eine soziale Durchmischung der Quartiere gefährdet. Zander: „Wer den Vorschlägen der Grünen folgt, riskiert nach Aussagen der Fachleute den sozialen Frieden in unserer Stadt.“

Auch die SPD warnt vor den Grünen-Vorschlägen. „Damit wird nicht eine einzige neue Wohnung gebaut“, sagt Fraktionsvize Peter Reinhardt. Wenn es keine Einfamilienhausbebauung mehr gebe, würden junge Familien und Steuerzahler ins Lübecker Umland vertrieben. Reinhardt: „Die Vorschläge grenzen an billigen Populismus.“ Zugleich wirft der SPD-Baupolitiker Ulrich Pluschkell den Grünen vor: „Wir könnten mit der Entwicklung dringend benötigter Wohngebiete schon wesentlich weiter sein, wenn die Grünen nicht ständig quertreiben würden.“

Die Grünen hatten im Juli gefordert, dass die Stadt ihren wohnungspolitischen Kurs korrigiert und erst einmal nur noch Geschosswohnungsbau zulasse. In Neubaugebieten, in denen noch Einfamilien- und Reihenhäuser vorgesehen seien, sollte umgeplant werden. Außerdem sollte die Stadt sich Belegungsrechte für Wohnungen sichern, die aus der sozialen Bindung gefallen sind. Unterstützung bekommen sie von den Linken. „Wir brauchen in der Tat einen Kurswechsel“, sagt Fraktionschef Ragnar Lüttke. 2017 seien genau 119 Wohnungen zusätzlich fertiggestellt worden, davon nur 15 im Geschosswohnungsbau.

„Noch immer liegt der Schwerpunkt bei Einfamilienhäusern und dem Luxus- Bau“, beklagt Linken-Vorsitzende Katjana Zunft. Es würden zwar auch neue Geschosswohnungen gebaut, zugleich aber alte abgerissen. Ersatzneubau nennt sich das. Diesen Umstand beklagt der Mieterverein seit Längerem. Die Unabhängigen fordern sogar einen Abrissstopp für alte Bestände.

Die Linken verweisen auf eine Auflistung des Statistikamtes Nord. Danach hat sich die Zahl der Gebäude in Lübeck mit nur einer Wohnung seit dem Jahr 2000 um über 5000 erhöht. Bei der Zahl der Gebäude mit drei und mehr Wohnungen sind in den vergangenen 17 Jahren genau 30 hinzugekommen. Lüttke: „Lübeck befindet sich in einer Schieflage.“

Medenbreite am Start

53 Grundstücke, auf denen 45 Einfamilienhäuser und vier Doppelhäuser gebaut werden können, stehen zum Verkauf. Das neue Baugebiet wird von der Howingsbrook GmbH aus Lübeck an den Markt gebracht.

In der GmbH haben sich der Immobilienentwickler Harald Gerstmann und die Firma Schütt Gewerbebau zusammengeschlossen. Die Grundstücke, die ab 2019 bebaut werden können, sind zwischen 278 und 866 Quadratmeter groß. Informationen unter www.gerstmann-immobilien.de und www.schuett-immobilien.de.

Kai Dordowsky

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