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Lübeck „Stress ist auch nur ein Gedanke“
Lokales Lübeck „Stress ist auch nur ein Gedanke“
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12:24 09.03.2018
Jutta Vogt-Tegen schreibt Bücher über Achtsamkeit. Quelle: Foto: Saskia Bücker
Buntekuh

Ein Streit mit dem Partner, sich auf dem Schreibtisch stapelnde Büroakten. Am Wochenende kommt auch noch die Schwiegermutter vorbei, da soll alles perfekt sein. Zu Beginn ihres Vortrags zeichnet Jutta Vogt-Tegen das Bild einer klassischen Stress-Spirale. „Jeden Tag schlüpfen wir in verschiedene Rollen“, sagt Vogt-Tegen. Wir sind Arbeitnehmer, nehmen eine Rolle beim Sporttraining ein, und zu Hause sind wir Mutter, Vater, Partner. „Abends im Bett meldet sich dann noch das selbstkritische Ego und fragt, wieso ich mich im Büro-Meeting am Vormittag nicht gut eingebracht habe.“ Vogt-Tegen betont: Der Mensch sei darauf konditioniert, immer perfekt sein zu wollen. Dabei verliere er allerdings eine Verbindung zu sich selbst. Um die wiederzufinden, hat Vogt-Tegen effektive Methoden parat, die sich an den Lehren aus Buddhismus und Meditation orientieren.

Bis zu 70 000 Gedanken rauschen am Tag durch den Kopf. „Für 90 Prozent dieser Gedanken sind wir selbst verantwortlich“, sagt die Hamburger Buchautorin Jutta Vogt-Tegen. Im LN-Verlagshaus vermittelte sie den Zuhörern Strategien, wie sie ihren Alltag achtsamer gestalten können.

So versetzte sich Vogt-Tegen gemeinsam mit den Zuhörern des Vortrags für eine Minute in komplette Stille. „Spüren Sie einfach nur Ihrem Atem nach“, sagt die Achtsamkeits-Expertin. „In Ihrer Mitte haben Sie einen Ruhepool, den spüren Sie dann.“

Solch kleine Übungen seien im Alltag wichtig, damit man nicht nur noch im Funktionsmodus durch das Leben gehe. Die Kunst bestehe darin, im jeweiligen Moment bewusst gegenwärtig zu sein – und das, ohne die oft als stressig empfundene Situation zu bewerten. Ein Beispiel: „Sie sitzen im Theater und sind in das Bühnenstück vertieft. Dann klingelt das Handy Ihres Sitznachbarn. Sie reagieren gereizt und fragen sich: Muss das sein?“ Wer achtsam durch das Leben gehe, mache sich zwar eine geistige Notiz davon, dass da ein Handy klingelt, bewerte das aber nicht, und fokussiere sich wieder auf die Bühne. Um achtsam durch den Alltag zu gehen, beobachtet Vogt-Tegen ihre eigenen Gefühle und Gedanken, um eine Distanz aufzubauen. „Dann haben sie nicht mehr so viel Macht über einen“, sagt die Autorin.

Achtsam sein bedeute auch, sich bewusst Zeit für sich selbst einzuplanen und die Flut an Reizen zu reduzieren, die täglich auf einen einprasseln, etwa im Großraumbüro oder im Straßenverkehr. Eine Viertelstunde am Tag könne da schon ausreichen. Dabei sollten bewusst alle Sinne geöffnet und Stress-Gedanken ausgeblendet werden. Zum Beispiel bei einem Spaziergang durch die Natur. „Und schenken Sie sich regelmäßig selbst ein Lächeln“, empfiehlt Jutta Vogt-Tegen.

sbu

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