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Lübeck Stresstest für die Autofahrer
Lokales Lübeck Stresstest für die Autofahrer
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22:23 15.08.2016
Laut und staubig: Mit Stemmhämmern und schwerem Baugerät reißen die Bauarbeiter die alten Pflastersteine vom Koberg. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
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Innenstadt

Der Mann im silbernen VW fährt mit seinem Wagen einfach am Absperrgitter vorbei. Es ragt ein kleines Stück in die Königstraße hinein und ist eigentlich kaum zu übersehen. Trotzdem hält der Göttinger erst direkt vor der neuen Baustelle am Koberg.„Hier kommt man ja überhaupt nicht mehr raus“, sagt der VW-Fahrer, als er den Rückwärtsgang einlegt und die gesamte Strecke bis zur Glockengießerstraße zurückfährt, um dann abzubiegen. Der erste Tag des zweiten Bauabschnittes am Koberg sorgt nicht nur bei den auswärtigen Fahrern für Verwirrung. „Die müssen sich erst einmal alle dran gewöhnen“, glaubt Radfahrerin Frieda Janssen, als sie ungläubig die Königstraße hinunter in Richtung Koberg blickt und gleich drei Wagen sieht, die versuchen, auf der Straße zu wenden.

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Koberg seit gestern komplett gesperrt. Bauarbeiten liegen im Zeitplan. Noch gibt es viel Verwirrung in der Altstadt.

Die nächste Bauphase am Koberg hat begonnen: Einen Monat lang werden die restlichen Steine des Kopfsteinpflasters ausgebaggert und von der Straße gerissen, um Platz für den neuen, lärmmindernden Asphalt zu machen. Die Sperrung von der Engelsgrube bis zur Einmündung der Königstraße bleibt bestehen, hinzu kommt seit gestern die Vollsperrung des Kobergs von der Königstraße bis zur Großen Burgstraße in Höhe des Penny-Supermarktes. Auch bis zum Burgtor sollen zeitweise die Fahrbahnen gesperrt werden. „Die alte Deckschicht wird bis zum Burgtor abgefräst“, teilt die Stadtverwaltung mit. Das Befahren sei aber zumindest einseitig weiterhin möglich. Um nicht vor der Baustelle des Kobergs zu stehen, sollen Autofahrer entweder über die Hüxstraße, die Dr.-Julius-Leber-Straße oder die Glockengießerstraße hinunter an die Kanalstraße fahren. „Die Fahrtrichtungen der Einbahnstraßen Dr.-Julius-Leber-Straße und Glockengießerstraße werden dementsprechend umgekehrt“, so die Stadtverwaltung. Bislang ist das allerdings nur mit der Glockengießerstraße geschehen.

„Ein bisschen nervig und chaotisch ist es ja, aber anders kann man ja nun nicht bauen“, sagt Nicola Reinitzer laut, um gegen den Baulärm anzukommen. Mit ihrem Fahrrad möchte sie über den Koberg in Richtung Beckergrube und schiebt vorsichtshalber ein kleines Stück über den vibrierenden Boden. „Eigentlich ist es egal, ob die Busse hier entlangfahren oder die Jungs draußen die Pflastersteine weghämmern – die Lautstärke ist gleich“, schmunzelt Vanessa Knierim vom kleinen Kiosk am Koberg. Ihre Gäste sitzen sogar weiter draußen und trinken ihren Kaffee: mit direktem Blick auf die Bagger und Stemmhämmer und dem Geruch von frischem Teer in der Nase, den die Walze zwischen der Beckergrube und der Breiten Straße festdrückt. „Nur die älteren Damen, die sonst mit dem Bus herkommen, die fehlen“, sagt die 25-Jährige. In der Großen Burgstraße, in Höhe der Hausnummer 49, gibt es nun allerdings eine Ersatzbushaltestelle; mit der Linie gelangt man zum Gustav-Radbruch-Platz. Zwischen der Verkehrsinsel und der Großen Gröpelgrube fährt nun ein Shuttle-Bus, um „das Maß für alle so erträglich wie möglich zu halten“, so die Stadtverwaltung. Denn vor allem die Fahrgäste des Busverkehrs seien von der eingeschränkten Erreichbarkeit des Kobergs und der nördlichen Altstadtinsel betroffen.

Umleitung und Bus-Shuttleverkehr

Die Umleitungen gelten voraussichtlich bis Montag, 12. September. Die Fahrtrichtung der Glockengießerstraße ist bis dahin umgekehrt.

Der Bus-Shuttle zwischen dem Gustav-Radbruch-Platz und dem Koberg fährt täglich in der Zeit von 9.00 bis 18.00 Uhr im 20-Minuten-Takt. Ab Gustav-Radbruch-Platz immer .00, .20, .40. In der Gegenrichtung ab Ersatzhaltestelle Koberg immer .04, .24, .44.

Bedient werden alle Haltestellen entlang der Umleitungsstrecke. Aufgrund längerer Fahrzeiten kann es zu Verspätungen kommen.

Änderungen sind witterungsbedingt möglich.

Tomma Petersen

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