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Lübeck Strom: Experten warnen vor Mega-Blackout
Lokales Lübeck Strom: Experten warnen vor Mega-Blackout
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17:46 22.10.2012
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Lübeck

Droht in diesem Winter ein großflächiger Stromausfall in Deutschland? Ein solches Szenario wird nach Ansicht von Experten im Zuge der Energiewende wahrscheinlicher.

Katastrophenschützer im Norden bereiten sich intensiv auf den Fall X vor, der Landesfeuerwehrverband ruft die Bevölkerung zur Selbstvorsorge auf.

Kommentar: Sinnvoller Rat

Laut Bundesnetzagentur in Bonn hat die Bundesrepublik bereits im vergangenen Winter an der Schwelle zu einem Blackout gestanden. „Es gab im Dezember und im Februar kritische Situationen“, sagt Sprecherin Yvonne Grösche. Grund dafür sei, dass das Netz wegen der dezentralen Stromerzeugung durch Wind- oder Photovoltaikanlagen verstärkt störungsanfällig sei. An dieser Lage habe sich seither „grundlegend nichts verändert“. Zahlen der Firma Tennet, die das Hochspannungsnetz im Norden betreibt, machen die Dramatik deutlich: Waren 2003 nur zwei Eingriffe zur Erhaltung der Netzstabilität nötig, zählte Tennet im vergangen Jahr 998. „Und in diesem Jahr sind wir auf einem ähnlichen Weg“, sagte Sprecher Alexander Greß. Das bestehende Stromnetz sei für die dezentrale Energieerzeugung nie ausgelegt gewesen. „Das ist so, als würde man einem VW-Golf die Ladung eines Sattelschleppers zumuten.“ Einzig der Netzausbau könne helfen, die Lage zu entspannen. Der sei aber nicht in kürzester Zeit zu realisieren. „Für den Winter haben wir deshalb erhöhte Reservekapazitäten angemietet“, sagt Greß. Im Störungsfall könnten Gas- oder Kohlekraftwerke zusätzlich einspringen. Der Landesfeuerwehrverband ist von dem Bericht der Bundesnetzagentur alarmiert. „Wir bereiten uns intensiv auf das Szenario eines großflächigen Stromausfalls vor“, sagt Landesbrandmeister Detlef Radtke. Denn im schlimmsten Fall würde es sich nicht um ein regional begrenztes Ereignis handeln, „sondern würde alle betreffen – Altenheime, Krankenhäuser, Tankstellen, Trinkwasser, Internet- und Handynetze“. Doch auch bei bester Vorbereitung wären die Rettungskräfte nicht imstande, jedem zu helfen. Radtke ruft deshalb die Bürger zur Selbstvorsorge auf: „Jeder sollte Eigenverantwortung zeigen und zumindest einige Lebensmittel, Kerzen und Batterien vorrätig haben.“ Dies wäre ein wichtiger Baustein, um eine solche Katstrophe zu bewältigen.

„Ein Blackout ist auch in Schleswig-Holstein nie völlig auszuschließen“, bestätigt das Kieler Energieministerium. Alle Beteiligten müssten gewappnet sein, so eine Sprecherin. Es würde daher für Notfälle trainiert.

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