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Lübeck Studenten haben märchenhafte Ideen für Moisling
Lokales Lübeck Studenten haben märchenhafte Ideen für Moisling
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20:30 28.10.2013
Im Sterntalerweg hängten die Studenten Martina Lustina (v. l.), Belina Lahrmann, Raphael Bednarczyk und Ferhad Shikn Osman — von den Gebrüdern Grimm inspiriert — Schokoladentaler in die Bäume. Quelle: Künzel

Wenn Studenten in Moisling „Urbane Träume“ entwickeln, dann fallen Sterntaler vom Himmel. Doch die 24 jungen Leute von der Fachhochschule haben nicht nur Schokotaler in Bäume gehängt. Entstanden sind in einem dreitägigen Workshop des Masterstudiengangs Städtebau und Ortsplanung fünf „Urbane Träume“ für den Stadtteil Moisling. Während eines Spaziergangs wurden die Installationen jetzt vorgestellt.

„Es geht uns darum, ungenutzten Stadtraum zu aktivieren“, sagt die Lehrbeauftragte Janine Tüchsen und möchte den Bürgern gleichzeitig, die „Potenziale ihrer Wohngegend“ aufzeigen. Da der Stadtteil Moisling „viel schöner und grüner ist als sein Ruf“, ist Tüchsen schon zum zweiten Mal hier unterwegs. In den Vorjahren gab es zudem einen Fachhochschul-Workshop auf der Lübecker Altstadtinsel und in der Hamburger Hafencity. In Kooperation mit anderen Hochschulen war Tüchsen mit ähnlichen Projekten auch in Istanbul (Türkei), Lissabon (Portugal) und Ljubljana (Slowenien).

Im Verlauf des Arbeitsprozesses erkunden die 24 Teilnehmer zunächst den Stadtteil, um geeignete Orte für ihre Installationen zu finden. Wichtig ist ihnen dabei, unscheinbare, vergessene oder brachliegende öffentliche Orte zu finden und den Bürgern einen neuen Zugang zu vermitteln. Tüchsen: „Außerdem wollen wir zeigen, dass es nicht viel Geld braucht, um positive Veränderungen zu schaffen.“

Im Falle der Sterntaler im gleichnamigen Weg bedarf es nur einer Idee und der goldverpackten Süßigkeiten am Bindfaden, um Kinder und Erwachsene zum Staunen zu bringen. Während die Kleinen mit Stöcken und Hüpfen versuchen, die süßen Geldstücke aus den Bäumen zu holen, freuen sich die Studenten über die erreichte Aufmerksamkeit. Ein offener Blick auf die Umwelt sei genau das, was sie erreichen wollen, erklärt Martina Lustina. So verfehlen auch das Feuer (aus Trockeneis) im Rumpelstilzchenweg, die Fußspuren zur Trave hinab, die aufgemalten Spielfelder auf dem Parkplatz, die geschnitzten Kürbisse auf einer Wiese und die vielen anderen Ideen ihre Wirkung nicht.

Waltraud Heinze (78) hat sogar ihre Wohnung im Hochhaus am Oberbüssauer Weg verlassen, um ein Faden-Spinnennetz unter Bäumen zu bestaunen. „Ansonsten ist hier ja nicht mehr so viel los“, sagt die Seniorin und lässt sich von den Studenten Konzept und Motivation erklären. Viele Bürger bleiben stehen, einige machen Fotos, andere lesen die Texte, und Pastor Christian Gauer von der Johann-Hinrich- Wichern-Kirche hat sich sogar zum Mitspazieren entschieden. Spontan steuert er willkommene Hintergrundinfos über die Entwicklung des Stadtteils bei.

Der temporäre Charakter der Installationen ist nicht nur durch die Einflüsse von Wind und Regen bedingt. Tüchsen betont auch, dass die Studenten Ideengeber sein möchten und kein fertiges Konzept präsentieren. „Es wäre schön, wenn die Bürger daraus etwas weiterentwickeln.“ Und sei es nur ein Kürbisfest mit Nachbarn oder ein Blick für märchenhafte Momente.

Studiengang und Inhalt
Der Masterstudiengang Städtebau und Ortsplanung richtet sich an Studierende, die die Städte, Dörfer und Landschaften von morgen gestalten wollen. Studiengangsleiter ist Professor Achim Laleik, das Studium beginnt jährlich zum Wintersemester. Bewerbungsschluss ist immer der 15. Juli. Teilnehmen können Hochschulabsolventen der Studienrichtungen Architektur, Stadtplanung, Bauingenieurwesen, Raumplanung, Geografie, Landschaftsplanung, Vermessung und anderer raumbezogener Fachrichtungen. Studienzeit: vier Semester.

Cosima Künzel

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