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Sturmtief "Herwart" sorgt für Verwüstung - mehrere Tote

Lübeck Sturmtief "Herwart" sorgt für Verwüstung - mehrere Tote

Der Sturm hat in der Nacht zu Sonntag zahlreiche Verwüstungen in der Region angerichtet. Bäume krachten auf Straßen, Häuser, Autos und Bahnstrecken. Die Bahn stellte den Verkehr großflächig ein. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland mehrere Todesopfer.

In der Luisenstraße in Lübeck stürzte ein Baum auf einen Pkw.

Quelle: Holger Kröger

Lübeck. Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes galt bis 11 Uhr und für den Bereich Ostholstein-Küste. Für Lübeck und Herzogtum Lauenburg galt eine "Vorabinformation Unwetter" für den gleichen Zeitraum. Um 11 Uhr wurden die Warnung dann auf "amtliche Warnungen vor Sturmböen" abgeschwächt. "Es treten Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 70 km/h (20m/s, 38kn, Bft 8) aus nordwestlicher Richtung auf", hieß es dann von den Experten.

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Bahn fährt erst am Montag wieder

Die Deutsche Bahn hat ihren Zugverkehr am Sonntagmorgen in weiten Teilen Deutschlands eingestellt. Wegen des Sturmtiefs „Herwart“ führen derzeit keine Züge mehr in Nord- und Mitteldeutschland, teilte ein Bahnsprecher am Morgen in Berlin mit. Betroffen seien die Strecken in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Züge aus anderen Regionen in diese Gebiete endeten vorzeitig.

Wegen der schweren Schäden durch Sturm „Herwart“ kann die Deutsche Bahn den Betrieb wichtiger Strecken im Fernverkehr erst am Montag wieder aufnehmen. Berlin, Hamburg, Hannover, Bremen und Kiel seien zurzeit nicht ans Fernnetz angeschlossen, teilte der Konzern am Sonntag mit. Unter anderem blieben bis zum Montag aufgrund der Sturmschäden die Verbindungen Hamburg-Berlin, Berlin-Frankfurt/Main, Berlin-Leipzig, Berlin-Dresden, Bremen-Hannover, Dortmund-Hamburg und Hannover-Dortmund gesperrt.

Kunden sollten sich vor Reisebeginn über die aktuelle Lage informieren - etwa über die Bahn-App, die Webseite oder eine eigens eingerichtete Hotline. Die Situation bleibe angespannt.

Hunderte Einsätze in Lübeck und der Region

In Lübeck stürzte ein Baum im Hertzweg um. In Moisling krachte eine Birke auf einen Pkw, in der Luisenstraße fiel ein Baum auf ein Mehrfamilienhaus. An der Kronsforder Landstraße wurden gleich mehrere Bäume auf kurzer Strecke entwurzelt. Bei der Gasanstalt wurde das Dach eines Heizkraftwerks der Stadtwerke abgedeckt. Die Teile flogen bis auf die Geniner Straße.

In Ostholstein wurden Windgeschwindigkeiten mit bis zu 144 Stundenkilometern gemessen. Unter anderem mussten die Einsatzkräfte zwei Anglern helfen, die ihr Boot nicht richtig gesichert hatten.

Zahlreiche Einsätze gab es auch für die Feuerwehren im Kreis Herzogtum Lauenburg. Unter anderem wurde ein Spaziergänger mit seinem Hund von der Sturmflut der Elbe eingeschlossen und musste mit einem Boot gerettet werden. 

Zwischen Hamburg-Volksdorf und Großhansdorf ist die Bahnstrecke durch mehrere umgestürzt Bäume blockiert. Dort ist die FF Großhansdorf im Einsatz.

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Auch sonst gab es viel zu tun für die Einsatzkräfte in Stormarn. In Hoisdorf wurde ein Dach von einem Haus geweht, an mehreren Orten stürzten Bäume um und blockierten Straßen. Die Rettungsleitstelle Süd berichtete von rund 500 Einsätzen in Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein. Allein die Freiwillige Feuerwehr Bad Oldesloe zählte bis zum Sonntagmorgen rund 60 Einsätze. Die Feuerwehr rief Bürger dazu auf, den Kurpark und den Travewanderweg in Bad Oldesloe zu meiden: "Diverse umgestürzte und verkeilte Bäume drohen in diesen Bereichen zu fallen und stellen eine extreme Gefahrensituation dar."

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In Ahrensburg fiel ein Baum auf einen Stromkasten und sorgte so für einen Stromausfall.

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Auch Hamburg und der Rest Schleswig-Holsteins betroffen

Die Leitstellen in Schleswig-Holstein berichteten in der Nacht zum Sonntag von umgekippten Bäumen, eingestürzten Baugerüsten und weggeflogenen Trampolinen. Im nordfriesischen Oldenswort fiel eine historische Mühle dem Sturm zum Opfer.

Im Hamburger Hafen gab es am Vormittag eine Sturmflut. Der Wasserstand der Elbe im Stadtteil St.-Pauli lag am Vormittag drei Meter über dem mittleren Hochwasser, wie aus einer Beobachtung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie hervorgeht. Die Hamburger Feuerwehr rückte bis zum Morgen 550 Mal aus. Bei den Einsätzen handele es sich im Wesentlichen um Bäume und Äste auf Straßen, aber auch auf Autos und Häusern.

Im Hamburger Hafen beschäftigte eine schwere Sturmflut die Feuerwehrleute. So lief eine Tiefgarage in der Nähe der Elbphilharmonie voll. Das Wasser stieg teils auf einen Stand von 1,50 Meter an, weil gleich mehrere Flutschutztore nicht geschlossen worden waren. Ob sich in der Garage Autos befanden, war zunächst unklar. Am überfluteten Fischmarkt und an der Strandallee im Stadtteil Blankenese mussten mehrere Autos geborgen werden.

Die Bahnstrecken zwischen Kiel und Hamburg, sowie zwischen Flensburg und Hamburg wurden durch umgestürzte Bäume blockiert. „Entstörtrupps sind bereits mit Kettensägen und anderem schweren Gerät vor Ort und arbeiten fieberhaft an einer Beseitigung der Hindernisse“ sagte ein Bahn-Sprecher. Wann die Strecken wieder frei sein werden, war zunächst unklar.

In Mecklenburg-Vorpommern mussten in der Nacht vier Bahnlinien wegen umgestürzter Bäumen gesperrt werden. Auch hier seien Spezialisten mit der Entstörung beschäftigt. Die Bahn bittet Reisende, sich online zu informieren. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums beschrieb die Nacht als unruhig, in erster Linie seien aber nur Bäume umgestürzt. Im Landkreis Rostock wurde ein Haus von einem Baum getroffen, die Bewohner blieben unverletzt. Die Polizei in Neubrandenburg meldete zwei Bäume, die auf Autos fielen.

Trotz Sturmwarnung waren drei Urlauber aus Sachsen mit einem Motorboot auf den Peenestrom, der zur Ostsee führt, hinausgefahren und gekentert. Rettungskräfte hatten eine Frau und einen Mann in der Nähe von Wolgast zunächst bergen können. Die 48-Jährige starb jedoch später im Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher in Neubrandenburg am Abend mitteilte. Die Suche nach einem dritten Passagier blieb nach Angaben der Beamten auch nach rund fünf Stunden erfolglos. Es kreise noch ein Hubschrauber über der Wasserfläche. Per Boot soll die Suche nach dem Mann soll am Montag fortgesetzt werden.

Einen ganz besonderen Einsatz hatte die Feuerwehr im Stadtteil Neuengamme: Dort retteten die Einsatzkräfte sieben Kühe, die von der Flut eingeschlossen worden waren. Die Feuerwehrleute trieben die Tiere von Booten aus an Land. Die Aktion im Elbvorland dauerte fast drei Stunden.

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Weitere Verletzte und noch ein Toter in Deutschland

In Niedersachen kam ein 63-jähriger Camper am Jadebusen ums Leben. Die beiden Brüder hatten in Sehestedt (Kreis Wesermarsch) in ihrem VW Bulli auf einem vor dem Deich gelegenen Strandbad übernachten wollen. Dabei waren sie in der Nacht von der einsetzenden Sturmflut überrascht worden. Während einer der beiden aus der Nordsee gerettet werden konnte, ertrank der andere in den Fluten.

Es waren darüber hinaus zunächst fünf Verletzte bekannt. In Berlin wurde ein Fußgänger von einem umgekippten Baugerüst schwer verletzt. In Sachsen-Anhalt wurde eine Autofahrerin leicht verletzt, die mit ihrem Wagen gegen einen Baum prallte, der auf die Straße gestürzt war. In Nordfriesland überschlug sich ein Autofahrer beim Ausweichen vor umgestürzten Ästen und verletzte sich. Auf der A20 bei Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern rutschten Autos auf einer fünf Zentimeter dicken Hageldecke aus. Dabei verletzten sich zwei Menschen.

Allein die Feuerwehr in Berlin wurde am Sonntagmorgen binnen drei Stunden zu 100 Einsätzen gerufen. Sie rief den Ausnahmezustand aus und mobilisierte alle Freiwilligen Feuerwehren der Hauptstadt.

Mehrere Tote in Europa

Europaweit kamen durch das Sturmtief gleich mehrere Menschen ums Leben. In Polen und Tschechien waren mindestens drei Todesopfer zu beklagen.

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Wegen starker Windböen in Frankfurt musste am Sonntag ein Airbus A380 der Lufthansa außerplanmäßig in Stuttgart landen. Nachdem die aus Houston (USA) kommende Maschine wetterbedingt einige Zeit über dem Flughafen Frankfurt gekreist war, entschied sich der Kapitän zur Sicherheitslandung, auch weil Treibstoff knapp wurde.

Die Deutsche Bahn teilte bereits am Samstag mit, es könne ab dem frühen Sonntagmorgen zu Einschränkungen in den vom Sturm betroffenen Gebieten kommen. Alle für Sonntag gekauften Tickets könnten binnen 4 Wochen kostenlos storniert oder umgetauscht werde.

kha/dpa

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