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Lübeck Supermärkte werfen Tiefkühlware weg
Lokales Lübeck Supermärkte werfen Tiefkühlware weg
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23:19 17.05.2018
Ohne Kühlung kein Eis. Waren, die nicht rechtzeitig umgelagert werden konnten, wurden gestern aussortiert. Quelle: Fotos: Holger Kröger
Lübeck

Vier Stunden war Lübeck ohne Strom. Nun räumen die Supermärkte ihre Regale aus. Milch, Joghurt, Fleisch, Tiefkühlpizza: Alles muss raus – und zwar in die Tonne. In mehreren Supermärkten in Lübeck mussten am Donnerstag Lebensmittel aussortiert werden. „Sämtliche Produkte aus der Kühlung und Tiefkühlung mussten sofort entsorgt beziehungsweise vernichtet werden, da die Kühlkette mit dem Stromausfall nicht aufrechterhalten werden konnte“, sagt zum Beispiel Daniela Beckmann, Pressesprecherin von Rewe-Nord. Lediglich die Waren, die sich während des Ausfalls im geschützten Kühlhaus befanden, hätten nicht vernichtet werden müssen.

Der große Stromausfall am Mittwoch hat die Tiefkühlsysteme mehrerer Supermärke und Restaurants unterbrochen. Deswegen mussten am Donnerstagmorgen Lebensmittel in den Müll geworfen werden. Klicken Sie sich durch die Galerie.

Auch in den 29 Filialen der Bäckerei Junge konnte nicht alles gerettet werden: „Viele sensible Lebensmittel mussten wir mit einem weinenden Auge entsorgen“, sagt Sprecher Gerd Hofrichter. Gemeint sind Produkte wie Eiersalat, Thunfisch, Käse und Mett. Nach mehr als einer Stunde ohne Kühlung sei ein Verkauf und auch eine Weitergabe an die Tafel nicht mehr vertretbar gewesen. Zudem habe es durch den Stromausfall Probleme mit der Steuerung der Öfen in der Bäckerei im Gewerbegebiet Roggenhorst gegeben. Hofrichter: „Wir haben dort mehr Schwarzbrot gebacken als beabsichtigt...“

Glücklicher weggekommen sind Supermärkte und Restaurants, deren Kühlung über den Notstrom weiterlief oder deren Waren zügig in lange nachkühlende Froster umgelagert werden konnten. Beim Citti-Markt musste laut stellvertretendem Betriebsleiter Marcel Dahm überhaupt nichts in den Müll wandern, da die gesamte Kühlung über Notstrom weiterarbeitete.

Bei Leo’s Juice & Burger in der Mühlenstraße rettete das Team immerhin rund 80 Prozent der Ware. „Wir haben das Fleisch zügig in unsere großen Froster umgelagert“, sagt Betriebsleiter Maximilian Lindau. Weg musste nur, was nicht mehr in die Tiefkühler passte. Doch auch das seien immerhin rund fünf bis sechs Kilo Fleisch und 20 Kilo Pommes Frites gewesen.

Probleme anderer Art melden die Lübecker Bauverwaltung und die Wohnungsbaugesellschaft Trave. In Folge des Stromausfalls seien diverse Fahrstühle noch immer gestört. „Allein in Kücknitz sind es acht“, sagt Stefan Kosfeldt von der Trave. Zuerst würden aber die Fahrstühle in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Kitas wieder in Gang gesetzt. Viele Mieter müssen deshalb geduldig sein.

Das gilt auch für die 95-jährige Elisabeth Stobbe aus der Robert-Koch-Straße. Solange der Fahrstuhl in ihrem Haus nicht wieder funktioniert, versorgen ihre Nachbarn sie mit Lebensmitteln. Und die halten sich ja eine Weile – jetzt, da die Kühlschränke wieder funktionieren.

Luisa Jacobsen

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