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Lübeck TSV Schlutup kauft Keglerhalle
Lokales Lübeck TSV Schlutup kauft Keglerhalle
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20:23 12.07.2016
Glücklicher Besitzer: Rolf Krüger ist Vorsitzender des TSV Schlutup und hat den Kauf der benachbarten Keglerhalle eingefädelt. Damit verdreifacht sich die Fläche des Sportvereins. Quelle: Olaf Malzahn

Sie sind schon lange weg. Seit Januar 2014 haben die Kegler das Areal verlassen. Nun hat der TSV Schlutup die benachbarte Keglerhalle aus der Insolvenzmasse gekauft. Kosten: 85000 Euro. Davon wird der Turn- und Sportbund (TSB) den größten Batzen übernehmen. Der Dachverband der lübschen Sportvereine will dem TSV Schlutup ein Darlehen von 80 000 Euro gewähren. Morgen entscheidet der Vorstand darüber. Der TSV hat 5000 Euro auf der hohen Kante und steuert sie zum Kaufpreis bei. Der Notarvertrag ist unterschrieben. Seit 1. Juni nutzten die Sportler die riesige Keglerhalle – oder vielmehr einen kleinen Teil davon.

„Wir haben die Keglerhalle gekauft – wegen der kleinen Turnhalle“, sagt TSV-Vorsitzender Rolf Krüger. Die Krux: Der insolvente Verein Lübecker Kegler (VKL) und der TSV Schlutup sind eng miteinander verwoben – zumindest räumlich. Denn das TSV-Vereinsheim wie auch seine beiden Fußballplätze grenzen direkt an die einstige Halle der Kegler an. Diese wurde 1976 erbaut. Im Erdgeschoss befindet sich die eigentliche Halle mit zwölf Kegelbahnen und hoher Decke. Zudem gibt es dort eine Theke und eine Gastronomie namens Olympiazentrum. Darüber im ersten Stock ist eine kleine Turnhalle mit 500 Quadratmetern. Nur allein auf die haben es die Sportler des TSV abgesehen. Denn dort treiben sie seit mehr als 15 Jahren Sport.

Das Problem aus Sicht des TSV: Der Keglerverein ging pleite, musste im Januar 2014 Insolvenz anmelden. Fortan zählte die Halle zur Insolvenzmasse. Der TSV mietete die Turnhalle vom Insolvenzverwalter – immer mit der Sorge, dass die Keglerhalle irgendwann verkauft wird. Doch das Bauwerk ist eine Spezialimmobilie und nur schwer zu veräußern. Zudem wollte die Bank mindestens 100000 Euro haben – zu viel Geld für den TSV. Seit November 2015 mietet der TSV die kleine Turnhalle nicht mehr. Denn zwischenzeitlich war die Keglerhalle als Ganzes als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch. Eine andere Idee war, nur die Kegelbahnen zu veräußern. Doch da der Rücklauf der Kugeln unterirdisch ist, war auch das schwierig. Nach zweieinhalb Jahren und zähen Gesprächen hat der TSV den Zuschlag für die Keglerhalle bekommen. Und Dank des TSB hat er nun auch das Geld.

„Für uns ist das eine Geldanlage“, sagt TSB-Schatzmeister Pito Bernet. Seit Jahren hat der TSB einen Förderfonds. Von dessen Zinsen finanziert er die Ausbildung von Nachwuchs-Trainern. Jährlich waren das 2500 Euro. Doch die Banken zahlen kaum noch Zinsen, die Einnahmen haben sich auf 500 Euro reduziert. Nun leiht der TSB dem TSV Schlutup das Geld. „Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, so Bernet. Denn der TSB hat wieder höhere Zinseinnahmen, zudem hilft der Dachverband dem TSV. „Damit bringen wir den Sport insgesamt nach vorne“, so Bernet. Dem Schatzmeister ist wichtig:

„Das Darlehen hätte jeder Verein von uns bekommen können.“

Der TSV indes freut sich. „Wir profitieren beide davon“, sagt Krüger. Der TSV Schlutup vergrößert sich enorm – die Fläche wird mehr als drei Mal so groß Er pachtet damit ein Areal von insgesamt 5100 Quadratmeter von der Stadt. Denn beide Vereinsgrundstücke sind Erbpachtgrundstücke. Aktuell beträgt die Fläche des TSV 1600 Quadratmeter. Durch die Keglerhalle kommen 3500 Quadratmeter hinzu.

Zwar hat der TSV nun sein Turnhallen-Problem gelöst – hat aber gleich wieder ein neues Hallen-Problem. Denn mit der eigentlichen großen Keglerhalle mit ihren zwölf Bahnen weiß der TSV Schlutup gar nichts anzufangen. Krüger: „Wir brauchen die eigentlich nicht.“ Dennoch gibt es Ideen, was daraus werden könnte. Die Pläne sollen auf einer Mitgliederversammlung vorgestellt werden – morgen im Vereinsheim des TSV Schlutup am Palinger Weg. Start ist 19.30 Uhr.

Sportverein

1200 Mitglieder zählt der Turn- und Sportverein Schlutup von 1907. Auf dem Vereinsgelände gibt es zwei Fußballfelder, davon einen Kunstrasenplatz. Er ist 2011 eingerichtet worden. Der Platz ist ausgestattet mit einer 400-Meter-Laufbahn, einer Weitsprunganlage, einer Hochsprunganlage und einem Beachvolleyballfeld. Der TSV ist unter dem Dach des Lübecker Turn- und Sportbundes (TSB) organisiert. Dem TSB sind nach eigenen Angaben 142 Vereine und Verbände angeschlossen. Diese haben zusammen 40 000 Mitglieder, darunter 15 000 Jugendliche.

Josephine von Zastrow

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