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Lübeck Lübecker fahren Bus zum Nulltarif
Lokales Lübeck Lübecker fahren Bus zum Nulltarif
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14:44 02.12.2018
Auch der Weihnachtsmann, Gerd Brandt, nutzte das kostenlose Angebot und beschenkte die Fahrgäste am Zob. Quelle: Felix König
Innenstadt

 Es weihnachtet wieder in der Hansestadt und Tausende Menschen zieht es am ersten Adventswochenende in die Innenstadt. Warum nicht mal das Auto stehen lassen und den Bus nehmen? Ein Ticket in die Innenstadt? Wird nicht benötigt. Denn jeder Fahrgast fuhr am Sonnabend, dem Tag der offenen Bustür, umsonst.

Busfahren zum Nulltarif: Dieses einmalige Angebot des Stadtverkehrs wird an diesem Tag reichlich genutzt. Ein Bus nach dem anderen chauffiert Menschen von außerhalb ins Zentrum der Weihnachtsstadt. Bereits gegen 17 Uhr zieht Andreas Ortz, Geschäftsführer des Stadtverkehrs, ein positives Zwischenfazit: „Die Aktion wird sehr gut angenommen. Trotz voller Busse mussten wir aber niemanden an den Haltestellen stehen lassen und Verspätungen gab es bis jetzt keine.“

20 Ersatzfahrzeuge wurden zusätzlich eingesetzt

An einem regulären Sonnabend kommen etwa 100 Fahrzeuge zum Einsatz. Am Tag der offenen Bustür ist das anders: 20 weitere Fahrzeuge hatte der Stadtverkehr für diesen Tag bereitgestellt und an strategischen Orten im Stadtgebiet verteilt. „Es handelt sich dabei um Einsatzfahrzeuge, die dort einspringen, wo es ernst wird“, sagt Carolin Höhnke, Sprecherin des Stadtverkehrs. Und es wird bereis am Vormittag ernst. Bereits um 11 Uhr sind alle Ersatzfahrzeuge im Einsatz. Sie fahren fünf Minuten vor den regulären Bussen los, so dass Fahrgäste, die bereits warten, mitgenommen werden können. Aufgrund dieser Maßnahme sei es zu keinen Verspätungen gekommen, sagt Ortz.

Erstmals konnte man umsonst mit den Lübecker Bussen fahren. Viele ließen das Auto zuhause stehen und nahmen das kostenlose Angebot dankbar an, um am ersten Adventswochenende bummeln zu gehen.

Peter Nagy (41) muss einen Augenblick an der Haltestelle Wahmstraße warten. Er blickt auf die digitale Anzeigetafel – noch drei Minuten bis zur Ankunft. „Das ist doch wirklich mal eine gute Aktion. Vielleicht steigen mehr Menschen auf den ÖPNV um“, sagt er. Morgens auf der Hinfahrt waren noch wenige Fahrgäste in seinem Bus. „Auf dem Rückweg wird es wohl mächtig voll.“

Bonbons für die Busfahrer

Nagy behält recht. Als die Linie 11 ankommt, wird es eng auf dem Bussteig vor dem Haerder-Center. Beim Einstieg zücken einige Fahrgäste ihr Ticket. „Zirka die Hälfte zeigt den Fahrschein“, sagt Stefan Tanck, Busfahrer des Stadtverkehrs. Als er ihnen mitteilt, dass die Fahrt umsonst ist, freuen sie sich. „Manchmal sind die Gäste auch unsicher und wirken etwas ungläubig“, berichtet er schmunzelnd. Am Gustav-Radbruch-Platz wartet auch Ingrid Harder (78) auf den Bus. Als sie einsteigt, sagt sie mit einem verschmitzten Lächeln: „Heute muss ich nicht zahlen, oder?“ Stefan Tanck schüttelt den Kopf. „Na gut, dann bezahl ich eben damit“, sagt sie und legt eine Handvoll Bonbons auf den Ticket-Automaten.

Zurück in die Innenstadt geht es für Karin Peitzner (75) und ihren Enkelsohn Julius (10). Sie wollten die ersten Weihnachtsgeschenke kaufen. Beide freuen sich über die Aktion, und dass sie das Auto stehen lassen konnten. „Ich finde es gut, denn jetzt können Menschen mit dem Bus fahren, die vielleicht nicht so viel Geld haben“, sagt Julius.

Andere Städte im Norden bieten alljährlich das freie Busfahren an

In Lübeck gibt es den Service zum ersten Mal und auch nur an einem Tag. Ahrensburg dagegen bietet schon seit zwei Jahren einen kostenlosen innerstädtischen Busverkehr an den Sonnabenden in der Vorweihnachtszeit an. Gleiches gilt für Elmshorn. An den vier Advent-Sonnabenden gilt dort auf allen städtischen Bus-Linien der Nulltarif. Auch das Parken in der Stadt ist umsonst.

Fabian Boerger

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