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Lübeck Tao-Premiere bei Geisler
Lokales Lübeck Tao-Premiere bei Geisler
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20:18 26.11.2016

Innenstadt. Ein erster Versuch sollte es sein. Als der Lübecker Schriftsteller und Liedermacher Wolfram Eicke, der Chef des gleichnamigen Theaters, Tommy Geisler, und die Geschäftsführerin des Vereins Lübecker Presse, Claudia Winter, zusammensaßen, ging es noch um die Frage, ob die 2500 Jahre alten Verse des „Tao te king“ bühnentauglich seien. Um es gleich vorwegzunehmen: Sie sind es. Jedenfalls war die Begeisterung des Publikums so groß, dass Eicke, der das Programm „Taofrisch“ zusammen mit seinem Sohn, dem Pianisten und Komponisten Fabian Eicke, im Theater Geisler präsentierte, stehende Ovationen bekamen. Selbst Zugaben forderten die etwa 100 Besucher ein.

Eingeladen hatte der Verein Lübecker Presse. „Es war mir ein Herzenswunsch, die Premiere hier im Theater Geisler zu feiern“, sagte Wolfram Eicke. „Es ist alles so echt und noch ungestylt“, schwärmte der Autor. „Das ist noch gelebtes Theater.“ Für ihn seien die Spruchkapitel des Tao, des Weges, des Ursprungs oder des Wandels, „immer noch Quellen zeitloser Weisheiten.“ Und so ließen die Eickes mit Gong, E-Piano und Gitarre das Publikum spüren, was es bedeutet, einmal den Moment der Stille und des Nichtstuns zu erleben und zu genießen. „Eine nachdenkliche, philosophische, ernste bis muntere Show, gelungen, ohne intellektuellen Tiefgang“, befand Winter.

Als Fan Wolfram Eickes kam Andreas Wolf, Geschäftsführer von Natursteinwerk Rechtglaub-Wolf, in die Show. „Eine reizvolle Seite des großen Eicke-Repertoires“, lobte Wolf den Exkurs in die alten Verse, vom Leben und vom Sinn. „Ein gelungenes Experiment“, resümierte Norbert Hahn, Ex-Direktor des Lübecker Arbeitsamtes. Fraglos haben es die Eickes geschafft, musikalisch verpackt aufzuzeigen, wie gewöhnungsbedürftig, aber auch wohltuend es sein kann, einmal ganz loszulassen, den Moment der Stille zu entdecken. Bisweilen hätte man eine zu Boden fallende Nadel hören können, so fein und leise die Stimme von Wolfram Eicke, an seiner Seite sein Sohn als ein brillanter Pianist. Das Sichtbare eines Werkes bilde nur seine Form, während das Nichtsichtbare erst seinen Wert erschließe. Nicht tun bedeute nicht, nichts zu tun, sondern nicht in die natürliche Ordnung der Dinge einzugreifen. Wesentliche Dinge geschähen von allein. Wer sich an etwas klammere, verliere es, so einige der vielen alten Weisheiten. Vertiefendes und Erfrischendes wurde vom Publikum als aktueller denn je aufgesogen. jac

LN

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