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Lübeck Taxifahrer sauer: UKSH führt Tickets an Schranken ein
Lokales Lübeck Taxifahrer sauer: UKSH führt Tickets an Schranken ein
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11:52 07.07.2016
Taxiunternehmer Harald Klix (Freie Wähler) ist verärgert: Früher wurden die Taxis einfach durch die Schranken auf das Gelände gelassen – heute müssen die Fahrer ein Ticket ziehen. Quelle: Fotos: Kröger, Kollmeier, Maxwitat

Sechs Taxis stehen in der Wartezone vor dem Gelände des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Links neben der Hauptpforte wartet auch Harald Klix, Taxiunternehmer und Politiker der Freien Wähler. Bis vor Kurzem konnten die Taxis vor die Schranken des Klinikgeländes fahren und wurden vom Pförtner hereingelassen. Das geht nun nicht mehr.

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Wer länger als 20 Minuten auf dem Gelände bleibt, muss zahlen – Das ist viel zu wenig Zeit, finden Taxiunternehmer – UKSH möchte Durchgangsverkehr verringern.

„Wir müssen jetzt an der Schranke ein Ticket ziehen, das ist unmöglich“, ärgert sich Klix. 20 Minuten hätten die Fahrer dann Zeit, ihre Kunden vom Klinikgelände abzuholen. „Wer länger als 20 Minuten braucht, zahlt pro angefangener Stunde zwei Euro“, klagt er.

Seit dem 1. Juli gilt die neue Regelung für das UKSH-Gelände. „Mit der Eröffnung des neuen Parkhauses an der zweiten Einfahrt der Ratzeburger Allee wurde das System eingeführt“, bestätigt UKSH-Sprecher Oliver Grieve. „Das hat aber auch einen guten Grund.“ Der Verkehr auf dem Gelände des UKSH solle beruhigt werden. „Viele Autofahrer versuchen, über das Klinikgelände abzukürzen, wenn sie zum Beispiel von der Ratzeburger Allee in den Hochschulstadtteil wollen“, so Grieve. Um das zu verhindern, beinhalten die neuen Einfahrttickets zusätzlich eine Mindestaufenthaltsdauer. Wenn die Zeit zwischen Ein- und Ausfahrt weniger als fünf Minuten beträgt, öffnen die Schranken nicht. „Wir haben hier Menschen in schweren Schicksalsstunden auf dem Campus und auch Kranke, die den Blick für den Verkehr nicht unbedingt haben“, erklärt der UKSH-Sprecher die Maßnahme. Und auch die Kritik der Taxifahrer an der kostenlosen Maximalparkzeit von 20 Minuten kann er nicht nachvollziehen. Die Zeit würde in den meisten Fällen ausreichen, um Patienten zu bringen oder abzuholen.

Deswegen habe man auch die Wartezone vor dem Campusgelände eingerichtet.

Taxiunternehmer Klix hält dagegen: „Oft holen wir Patienten direkt von der Station, müssen vorher einen Rollstuhl ausleihen, den Patienten ins Taxi setzen und den Rollstuhl wieder zurückbringen. Wenn dann noch Papiere fehlen, dann stehen bei uns 30 Minuten auf der Uhr – und die Kosten kann ich dem Kunden nicht aufdrücken.“Auch wenn die Taxis in der Wartezone vor dem Gelände stehen dürften, „wir müssen uns jetzt in die normale Schlange stellen und warten, um ein Ticket zu ziehen, dadurch müssen die Kunden länger warten“, sagt Klix. Außerdem würden so auch kleine Staus entstehen. „Ich komme definitiv nicht in einer Minute zum Kunden, das ist unangenehm.“

Auch die Lübecker Interessengemeinschaft (IG) Taxi beschäftigt die neue Regelung. „Es ist für uns schwieriger geworden, unsere Arbeit ordentlich zu machen“, bestätigt Holmer Zähle von der IG Taxi. In den meisten Städten seien solche Beschränkungen aber leider üblich. „Der Kunde, der das Taxi bestellt, muss mit den Umständen klarkommen – der Fahrer persönlich kann ja nichts für einen Stau, eine Mautstraße oder Parkgebühren.“ Trotzdem würde die IG Taxi noch einmal das Gespräch mit dem UKSH suchen. „Vielleicht kann man die Karten wie am Flughafen, freischalten lassen“, hofft Zähle.

„Wir wollten eine gerechte Situation für alle schaffen“, sagt UKSH-Sprecher Grieve. Jeder könne ein Ticket ziehen. „Aus dem einfachen Grund, dass das System nicht erkennt, wer wer ist.“ Selbst wenn man jemanden in die Notaufnahme fahren müsste, hätte man kein Problem. „Die liegt nicht in dem Bereich der Schranken, man muss also nicht anhalten und eine Karte ziehen“, sagt Grieve. Für die Besucher und Patienten ändert sich auf dem UKSH-Gelände nichts. Vom Mönkhofer Weg aus kann man die Parkfläche befahren, von der Ratzeburger Allee gelangt man in das Parkhaus. Wer auf das Gelände möchte, löst ein Ticket. Die chaotische Parksituation der vergangenen Monate hat sich unterdessen entspannt. „Das neue Parkhaus ist ein Segen für den Campus“, so Grieve. Dass man in dem Zuge der Eröffnung den Durchfahrtsverkehr vermindert, sei notwendig. „Immerhin sind wir ein Krankenhaus.“

 Tomma Petersen

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