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Lübeck Theater mit Nähe zum Publikum
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18:23 09.07.2016
Szene unterm gelben Dach der Wasserbühne: Jan Becker (vorn) und Manfred Upnmoor.

Innenstadt. Leicht abgehetzt kommt Manfred Upnmoor mit dem Rad in der Kulturrösterei an. Es ist nur wenige Tage vor der Premiere des neuen Stückes „Das Bild“, das das Theater 23 in diesem Sommer auf die Freibadbühne der Falkenwiese bringt. Ein handgeschriebener Zettel zeigt, was noch alles zu tun ist. Und das ist eine ganze Menge, denn alles muss stimmen, alles muss klappen, wenn er und Jan Becker auf der schwankenden Wasserbühne stehen.

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Szene unterm gelben Dach der Wasserbühne: Jan Becker (vorn) und Manfred Upnmoor.

Lange hat es gedauert, bis der 48-jährige Upnmoor in seiner Heimatstadt als Kulturschaffender so richtig angekommen ist. Dabei rief er vor rund 25 Jahren das Amateur-Theater „Stiller Wahnsinn“ ins Leben, hervorgegangen aus dem Schultheater. Theoretisch hätte auch etwas anderes aus ihm werden können, denn Upnmoor studierte in Hamburg Anglistik und Germanistik. Doch auch dort ging er auf die Bühne: Er spielte bei den „University Players“ von Anglistik-Professor und Bestsellerautor Dietrich Schwanitz („Der Campus“), worüber er auch eine kleine Rolle im Film mit Heiner Lauterbach bekam.

Doch anstatt ins hippe Berlin zu gehen, kam Upnmoor zurück ins kleine Lübeck. War mal hier, mal in Hamburg an diversen Bühnen tätig, machte 2003 seine Prüfung als Spielleiter, gab Schauspielworkshops und führte Regie – unter anderem beim „Plünnenball“ für die Niederdeutsche Bühne Lübeck und bei „Papa, Charly hat gesagt . . .“ in Tommy Geislers Volkstheater –, gestaltete Lesungen und Poetry Slams. „Es dauert in Lübeck sehr lange, bis man wahrgenommen wird“, sagt der Schauspieler, Regisseur, Schauspiellehrer und Musiker der Band Summer Version. Doch inzwischen hat er sich einen Namen gemacht. Vor allem durch sein Theater 23, das sein Winterquartier in der Kulturrösterei hat und jeden Sommer ein neues Stück in den Freibädern inszeniert.

Angefangen 2009 im Altstadtbad Krähenteich, jetzt im Naturbad Falkenwiese. „Das Unvorhersehbare mit dem Wetter“, sagt Upnmoor, „hat seinen Reiz, die Aussicht ist gut, die schwankende Bühne ist gewöhnungsbedürftig.“

Humorvoll seien die Stücke, aber durchaus mit ein wenig Tiefgang und mit ernsten Elementen. 2014 spielte er gemeinsam mit Jan Becker die deutsche Uraufführung von „Der Kredit“, 2015 mit Constanze Marienfeld „Kontakte und viereinhalb Bemühungen“. Und nun also, wiederum mit Becker, „Das Bild“ von Viktor Slawkin unter der Regie von Malte Kühn. Es gebe, sagt er vor der Premiere, „viele Überraschungsmomente“. Vor allem aber das Stück selbst sei unvorhergesehen. „Eine typische Komödie wie ,Der Kredit‘ ist es nicht“, sagt Upnmoor. Dem Publikum allerdings macht das wenig aus. „Im Gegenteil“, sagt Nina Tempel (36) nach der ersten Vorstellung, „Ich gucke mir von den beiden alles an, und auch in diesem Stück gibt es ja viele lustige Dialoge.“ Besonders die Atmosphäre unter freiem Himmel mache den Abend zu einem unvergesslichen Sommerhighlight, findet auch Leonie Siewert (21). „So ein tolles Ambiente gibt es selten, das ist hier schon was ganz Besonderes.“ Selbst über den prasselnden Regen am Premierenabend sah das Publikum gern hinweg. „Das macht das Ganze erst so richtig gemütlich“, findet Dirk Duchow (42). „Es ist noch viel besser als in einem Theater, man ist viel näher an den Schauspielern dran.“

Manfred Upnmoor wirkt zufrieden: Gerade die Mischung aus Schauspielerei, Unterricht und Regie mache ihm viel Spaß, „weil es sehr abwechslungsreich ist“. Irgendeinen großen Traum wie „einmal den ,Hamlet‘ zu geben“, hat er nicht. Auf einer großen Bühne vor großem Publikum zu spielen, ist ebenfalls nicht Upnmoors Ziel. „Gerade den direkten Publikumskontakt bei weniger Zuschauern“

genießt er sehr. Schließlich machten er und seine Mitspieler beim Theater 23 so ziemlich alles selbst, bis hin zum Kartenabreißen an der Theaterkasse. „Da kommt man immer mal wieder ins Gespräch, bekommt Feedback vom Publikum.“

Weitere Aufführungen

Die Komödie „Das Bild“ von Viktor Slawkin ist noch zu folgenden Terminen im Naturbad Falkenwiese zu sehen: Donnerstag, 14. Juli, Freitag, 15. Juli, Sonntag 17. Juli, sowie in den beiden Wochen darauf ebenfalls jeweils donnerstags, freitags und sonntags. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass 19.30 Uhr. Karten kosten 15 Euro, ermäßigt zehn Euro und sind an der Abendkasse oder allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Nähere Informationen unter www.theater23.de, Kartenhotline: 0157/73287023.

Sabine Risch und Elisabeth Riedel

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