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Lübeck Toilette dicht: Gastronomen sollen helfen
Lokales Lübeck Toilette dicht: Gastronomen sollen helfen
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15:09 07.01.2016
Kopfsteinpflaster, mittelalterliche Fassaden — und keine öffentliche Toilette weit und breit. Quelle: Maxwitat
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Innenstadt

Kopfsteinpflaster, mittelalterliche Fassaden — und keine öffentliche Toilette weit und breit. Wer in diesen Tagen auf dem Markt gewisse Örtlichkeiten aufsuchen möchte, könnte bei der Suche wenig Erfolg haben. Die öffentlichen Toiletten-Häuschen neben dem Rathaus sind seit einigen Tagen gesperrt. Nächste Woche sollen sie dann den Vorbereitungen für den Neubau des Motel One weichen und komplett abgebaut werden (die LN berichteten).

Als Alternative wollen die Entsorgungsbetriebe jetzt ansässige Gastronomen für das 2010 gegründete Projekt „Nette Toilette“ gewinnen. Dabei stellen Lokale auch Nicht- Gästen ihre WC-Anlagen kostenfrei zur Verfügung, die Stadt kommt mit einer Aufwandsentschädigung für zusätzliche Nebenkosten auf. „Es ist eine gute Alternative“, sagt Stadtsprecherin Nicole Dorel. „Die Toiletten sind in der Regel auch viel hygienischer, da sie in einen Gastronomie-Betrieb eingebunden sind.“

27 Lokale der Altstadt nehmen bisher teil, nur unmittelbar am Markt gibt es noch keinen teilnehmenden Betrieb. Hier wäre etwa der Ratskeller ein potenzieller Kandidat. Doch die Mitarbeiter des Tradionsrestaurants sind noch nicht überzeugt.„Wir sind unentschlossen, ob wir mitmachen wollen“, sagt Peggy Kurth, Assistentin der Geschäftsführung. Besonders bei Großveranstaltungen auf dem Markt habe man in der Vergangenheit immer wieder mit einem erhöhten Besucherandrang auf den Restaurant-Toiletten zu kämpfen gehabt. „Entweder hatten die Veranstalter für zu wenig WC-Wagen gesorgt, oder die öffentlichen Toiletten waren kaputt“, so Peggy Kurth. Mittlerweile müssen Nicht-Gäste 50 Cent für die Mitnutzung zahlen. „Das funktioniert ganz gut“, so die Gastronomin,„bei Kindern und in Notfällen machen wir natürlich eine Ausnahme.“

Auch für Mahmot Cakmak, Geschäftsführer vom Café Erdapfel ist das Konzept keine wirkliche Alternative zu den WC-Kabinen. Gerade in der Weihnachtszeit habe er schlechte Erfahrungen mit Toiletten-Nutzern von außen gemacht. „Viele hinterlassen die Toiletten in einem schlechten Zustand, wir müssen dann für die Instandhaltung aufkommen“, so Cakmak. Deshalb hatte er die Toilettennutzung zuletzt nur gegen die Entrichtung einer Gebühr erlaubt.

Entspannter sieht es Bernt Marchlewski, Caféleiter von Niederegger in der Breiten Straße: „Wir bieten unsere WC-Anlagen auch für Nicht-Gäste kostenfrei an, als Service des Hauses.“

Und spätestens 2017, nach der Fertigstellung des Motel One zwischen Markt und Schüsselbuden, könnte sich die Frage nach alternativen WC-Anlagen erübrigen: Dann sollen in den Gebäudekomplex neue Sanitäranlagen integriert werden. „Wir planen dann, die Örtlichkeiten für Besucher ausreichend zu kennzeichnen“, sagt Nicole Dorel.

Katrin Diederichs

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