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Lübeck Tote Rentnerin: Polizei geht von Gewalttat aus
Lokales Lübeck Tote Rentnerin: Polizei geht von Gewalttat aus
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08:20 30.08.2016
Wie hier in der Ziegelstraße durchsucht eine Hundertschaft der Polizei weiterhin das gesamte Gebiet rund um den Galeonenweg. Dort soll die Rentnerin gewaltsam ums Leben gekommen sein. Quelle: Fotos: Holger Kröger
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Buntekuh

Die 85-jährige Rentnerin Waltraud E., die am vergangenen Mittwochabend tot in ihrem Bungalow im Galeonenweg gefunden wurde, ist offenbar Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. „Den bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge starb die Dame eines gewaltsamen Todes“, erklärt Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Die allein lebende Frau sei in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche verstorben. Die Staatsanwaltschaft Lübeck und die Mordkommission ermitteln nun wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes und bitten die Bevölkerung um Mithilfe.

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Waltraud E. (85) wurde Opfer eines Verbrechens – Hundertschaft durchkämmt weiterhin den Stadtteil Buntekuh – Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

„Das Gebiet ist groß, die Suche konnte am Freitag nicht beendet werden.“ Oberstaatsanwältin Ulla Hingst

Vor der Eingangstür des kleinen Bungalows, der etwas versteckt am Rand eines schmalen Wäldchens und umgeben von hohen Sträuchern liegt, stehen Sonnenblumen, eine Kerze und ein Foto der getöteten Rentnerin. Nur die gedämpften Stimmen der Mitarbeiter der Spurensicherung sind durch die Haustür zu hören. Die Anwohner des Galeonenwegs sind tief erschüttert und trauern um die beliebte Nachbarin.

„Ich kannte sie nur vom Sehen, aber sie war immer nett und freundlich“, sagt eine Bewohnerin des gepflegten Bungalow-Viertels in Buntekuh, die ihren Namen nicht nennen möchte. „Bei uns ist es so ruhig, man kennt sich seit vielen Jahren und schätzt sich. Wir haben uns hier alle immer sehr sicher und wohl gefühlt – nun geht die Angst um“, erzählt die 70-Jährige; betont aber, dass der Vorfall nicht „typisch Buntekuh“ sei. In der Gegend lebten hauptsächlich ältere Menschen. „Nun haben aber alle Angst, dass ihnen etwas passieren könnte. Wir wissen ja nicht, was wirklich geschehen ist.“

Eine Hundertschaft der Polizei durchkämmte auch gestern wieder mehrere Stunden lang das gesamte Gebiet. „In Büschen, unseren Vorgärten, in den Parks, sogar in Mülltonnen, die morgens gerade erst geleert worden waren, haben die Polizisten gesucht“, beschreibt ein weiterer Anwohner die groß angelegte Aktion. Auch am Einkaufszentrum Buntekuh sollen die Beamten gewesen sein. „Dass die Polizisten zwei Mal hintereinander hier waren, beunruhigt einige doch sehr“, sagt der 67-Jährige.

Oberstaatsanwältin Ulla Hingst hat dafür aber eine einfache Erklärung. „Das Gebiet ist einfach zu groß; und es war sehr heiß, deshalb konnte die Suche am Freitag nicht beendet werden“, erklärt sie auf LN-Anfrage. Die Ermittlungen im Fall der getöteten Rentnerin wurden vom Kommissariat 11 übernommen. „Für diesen Fall gibt es eine Hilfsmordkommission, weil die dauerhafte Mordkommission momentan sehr belastet ist“, sagt Oberstaatsanwältin Hingst. Die Hilfsmordkommission bestehe aus einem Pool von entsprechend ausgebildeten Beamten.

Die Sorgen der Nachbarschaft bleiben bestehen: „Seit Tagen gibt es kein anderes Gesprächsthema“, beschreibt Jana Reiher die Stimmung im Viertel. „Jetzt hat auch der Letzte mitbekommen, dass hier eine ältere Dame umgebracht worden sein soll, das macht vielen einfach Angst“, sagt die 28-Jährige.

Im Falle der getöteten 85-Jährigen aus dem Galeonenweg hofft die Polizei Lübeck jetzt auch auf Hinweise und Hilfe aus der Bevölkerung. Die Beamten fragen: Wer hat in der Zeit von Dienstag, 15 Uhr bis Mittwoch um 21 Uhr verdächtige Personen oder verdächtige Fahrzeuge beobachtet? Wem ist in diesem Zeitraum im Umfeld des Galeonenwegs etwas Ungewöhnliches aufgefallen? Hinweise können unter Telefon 04 51 / 1310 oder bei jeder Polizeidienststelle gemeldet werden.

 Tomma Petersen

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