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Lübeck Touristenmarkt am Rathaus steht vor dem Aus
Lokales Lübeck Touristenmarkt am Rathaus steht vor dem Aus
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21:50 12.01.2017
Der Touristenmarkt könnte in den Kaak ziehen. Quelle: Foto: Maxwitat
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Innenstadt

Der vor sieben Jahren auf dem Markt etablierte Touristen- und Spezialmarkt steht vor dem Aus. „Vor dem Hintergrund der geringen Standanzahl erachten wir eine Weiterführung nicht für sinnvoll“, sagt Christian Martin Lukas, Geschäftsführer der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH. Die LTM erhielt 2011 den Auftrag, diesen Touristenmarkt zu veranstalten. „In seiner jetzigen Konstellation ist er allerdings kein Aushängeschild für den Markt als gute Stube“, sagt Lukas.

Dienstags, mittwochs, freitags und sonnabends sollten maximal sieben Marktkaufleute den Touristen Blumen, Obst, Gemüse, Schmuck-, Leder- und Spielwaren verkaufen. Von 2012 bis 2015 habe ein Souvernirstand teilgenommen, aber wegen zu geringen Umsatzes aufgegeben. Händler von Leder- und Spielwaren suchte die LTM von Anfang an vergeblich. Ende vergangenen Jahres ging die Betreiberin des Blumenstandes in Rente, einen Nachfolger gibt es nicht. Der Händler von Obst und Gemüse nimmt laut LTM im Winter nicht am Markt teil, ebenso wenig die Schmuckstände. „Das entspricht weder dem Erscheinungsbild noch der rechtlichen Grundlage eines Marktes“, erklärt die LTM. Laut Marktordnung müssen es wenigstens fünf Stände sein.

Politiker verschiedener Fraktionen signalisierten jetzt im Wirtschaftausschuss, dass sie das Ende des Touristenmarktes nicht einfach hinnehmen wollen. „Händler haben sich an uns gewandt, weil sie den Markt brauchen“, erklärt Jörg Hundertmark, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD. Die LTM wurde vom Wirtschaftsausschuss aufgefordert, nach einer Lösung zu suchen. Hundertmark: „Bis Februar wollen wir einen Bericht haben. In anderen Städten funktionieren Tourismusmärkte doch auch.“

In den Sommermonaten sei der Touristenmarkt für einige Händler wichtig, erklärt Sven Bössow, Vorsitzender der Marktkaufleute Lübeck und Ostholstein, „sie verdienen dort ihren Lebensunterhalt.“ Der Markt als Standort habe allerdings an Attraktivität verloren, „seit die Post geschlossen und abgerissen wurde“. Dennoch sagt Bössow: „Der Touristenmarkt muss aufrechterhalten werden.“ Peter Reinhardt (SPD) hat angefragt, ob der Touristenmarkt unter dem Kaak platziert werden könnte. Eine grundsätzlich charmante Idee, sagt Lukas, allerdings müssten Umbauten erfolgen. Vor 15 Jahren wollte die Stadt den ehemaligen Pranger verglasen und als Bistro betreiben lassen. Die Suche nach einem Betreiber aber scheiterte.

dor

 

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