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Lübeck Tradition mit Tonpfeife
Lokales Lübeck Tradition mit Tonpfeife
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18:36 21.01.2017
Titus Jochen Heldt (l.) und Ältermann Hartmut Haase pflegen den alten Brauch – und reichen sich den Bierkrug. Quelle: Foto: Rüdiger Jacob

Dieses Ritual ist Jahrhunderte alt: Herren in dunklen Anzügen feiern die Kringelhöge. Es ist das Fest der Stecknitzfahrer und hat seine Wurzeln in alter Zeit.

Pünktlich um 10 Uhr spielt das Polizei-Traditionsorchester im maritim geschmückten Saal der Handwerkskammer auf. Die Mitglieder des einladenden Amtes der Stecknitzfahrer und ihre Gäste – insgesamt 200 Herren – frühstücken gemeinsam. Und zwar üppig. Inhaltlich geht um den Elbe-Lübeck-Kanal (ELK). Dieser taucht im Bundesverkehrswegeplan 2030 auf, der Ausbau ist beschlossen.

„Darauf können wir wahrlich stolz sein“, sagt Bernd Jorkisch, der finnische Honorarkonsul. „800 Millionen Euro Investitionen für ein Wasserstraßen-Projekt in der Hansebelt-Region – da kommt Freude auf.“ Ein Erfolg sei das auch für den Ältermann des Amtes, Hartmut Haase. Und der begrüßt die Honoratioren mit dem traditionellen Trinkspruch „Ick tring juch to.“

Zum geplanten Ausbau des Kanals sagt Haase: „Nicht so bekannt ist, dass der Bundesverkehrswegeplan nur bis Kilometer Null in Genin geplant ist. Von Genin bis zur Hubbrücke wird die Lübecker Verwaltung wohl die Planung und die Kosten tragen müssen.“ Haase witzelt: „Nicht dass die Stadt schläft und erst geweckt werden muss.“

Traditionsgemäß verspeisen die Männer das selbst mitgebrachte Frühstück. Den Herren schmeckt auch das Travemünder Hafenbier von Eiko Zöllner, das erstmals die Tonkrüge füllt. Der Korn und die Grogbowle, das gemeinsame Singen und das gemütliche Schmauchen langer Tonpfeifen tut ein Übriges – die Stimmung der Stecknitzfahrer ist gut. Das feine, altüberlieferte Fest folgt strengen Sitten. Wer eine Rede stört, zahlt Strafe.

Den alten Brauch pflegen unter anderem Wirtschaftssenator Sven Schindler, Uwe Meyer, Ältermann der Schifferbrüderschaft aus Lauenburg, Titus Jochen Heldt, Direktor der Gemeinnützigen, Kapitän Jürgen Schlichting, Chef des Nautischen Vereins, Ex-Stadtpräsident Peter Sünnenwold, Bernd Kühn, Ältermann der Gothmunder Fischer, und Werner Hinsch vom Elbschiffahrtsarchiv aus Lauenburg. Und die haben sichtlich ihre Freude beim traditionellen Auftritt von Plattdeutsch singenden Kindern. Lehrerin Marita Glöckner kommt mit 20 Chorkindern der Kücknitzer Utkiek-Schule, die mit ihrem Gesang begeistern und dafür mit gebackenen Kringeln belohnt werden. Worüber sie sich freuen (högen) – und damit ist auch der Name Kringelhöge erklärt. jac

LN

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