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Lübeck Traditions-Weihnachtsmann aus Krähenstraße entführt
Lokales Lübeck Traditions-Weihnachtsmann aus Krähenstraße entführt
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20:42 06.12.2017
Anke-Marita Gnirke hofft, dass die Diebe die Dekoration noch zurückbringen. Quelle: Fotos: Ulf–kersten Neelsen, Cosima Künzel
Innenstadt

„Der Weihnachtsmann hat den Kindern und einigen Behinderten, die hier jeden Tag auf dem Weg zur Schule und zur Arbeit vorbeikommen, so viel Freude gemacht“, seufzt die 71-jährige Anke-Marita Gnirke. „Das ist einfach nur gemein.“ Der bärtige Mann mit seinem roten Mantel zierte seit rund 30 Jahren den Eingang des Blumenhauses. „Die Kinder fanden ihn besonders lustig, weil er eine Brille trägt, viele haben Fotos mit ihm gemacht“, erzählt die Floristin, die das Familienunternehmen vor 18 Jahren mit ihrer Schwester gemeinsam übernommen hat. Doch nun haben Unbekannte den Santa Claus entführt. Warum die Täter es ausgerechnet auf die Dekoration abgesehen haben, können sich die beiden Inhaberinnen nicht erklären. Denn objektiv waren Weihnachtsmann und Schlitten nicht viel wert.

Verlassen steht der geschmückte Tannenbaum vor der Tür vom Blumengeschäft Gnirke an der Krähenstraße. Daneben klafft ein leerer Platz. Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch den Schlitten und einen Weihnachtsmann gestohlen. Die beiden Inhaberinnen sind tief enttäuscht.

„Mit dem Schlitten bin ich schon als Kind gerodelt. Anke-Marita Gnirke, Inhaberin (71)

Emotional dagegen umso mehr.

„Wir haben am Dienstagabend den Laden wie immer gegen 18.30 Uhr abgeschlossen“, erzählt Brigitte Jürgens. Vor der Tür ist ein kleiner Aufgang, der mit Rollläden zur Straße hin abgetrennt wird.

Dort steht der Tannenbaum, daneben normalerweise der Schlitten mit dem Weihnachtsmann. „Die Rollläden lassen wir jeden Abend runter, zum Schutz des Ladens“, sagt Anke-Marita Gnirke. Doch als sie gestern gegen 7.15 Uhr wieder aufschließen wollten, fiel den beiden Inhaberinnen der geöffnete Rollladen auf. „Er war nicht ganz bis unten geschlossen, aber ich habe erst noch zu meiner Schwester gesagt: ,Das haben wir wohl nicht ordentlich zugemacht’“, erinnert sich Gnirke.

Doch als die beiden bemerkten, dass Weihnachtsmann und Schlitten fehlen, riefen sie die Polizei. „Die Beamten haben gesagt, dass der Rollladen aufgehebelt wurde. Man sieht nicht einmal Spuren“, sagt Gnirke. Immerhin: Der Rollladen funktioniert noch. „Im Mai wurde uns die Scheibe eingeschlagen, das war schon deutlich ärgerlicher“, erzählt die 71-Jährige. Sie vermutet, dass die Täter in jedem Fall erwachsen sind. „Denn man braucht bestimmt etwas Kraft, um den Rollladen hochzubekommen. Außerdem ist der Weihnachtsmann etwa 80 Zentimeter hoch, und man muss den Rollladen relativ hochdrücken.“

Die beiden Schwestern sind traurig über den Verlust. Denn besonders der Schlitten hat eine lange Geschichte. „Mit dem sind wir als Kinder den Katzenberg runtergerodelt“, erzählen sie, „er ist mindestens 60 Jahre alt.“ Aber das ist nicht alles, was sie traurig macht. „Am Schlimmsten ist, dass die Diebe den Kindern und Behinderten die Freude genommen haben“, sagen die Floristinnen. Deshalb wollen sie auch schon heute einen Ersatz vor dem Laden aufstellen.

Trotzdem appellieren sie an die Diebe, den Schlitten und den Weihnachtsmann zurückzugeben. „Das wäre wirklich sehr schön, ich würde ihnen auch verzeihen“, sagt Gnirke. Auch die Polizei ermittelt in der Sache. „Wir haben ein Verfahren wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall eingeleitet“, sagt Polizeisprecher Dierk Dürbrook.

Maike Wegner

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