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21:14 19.01.2017
Ein Jahr lang plante die Jugendbuchtage-Crew um Katharina (13, v. l.), Charlotte (15), Clara (18), Hannah (15) und Julia (16) die Veranstaltung. Quelle: Foto: Majka Gerke
Innenstadt

Wasserflaschen, die wie erstarrte Regentropfen in der Luft schweben, hängen an fast unsichtbaren Fäden kreuz und quer über der Bühne im Veranstaltungsraum im Kinderliteraturhaus in der Fleischhauerstraße. Passend zum Motto der elften Jugendbuchtage, die von Donnerstag, 2., bis Montag, 6. Februar, stattfinden, bilden sie die Dekoration. „Plastikgedanken“

29 Jugendliche haben das Programm der Jugendbuchtage gestaltet. Sie mussten diesmal mit weniger Geld auskommen.

haben die jugendlichen Organisatoren der Bücherpiraten ihre Veranstaltung genannt. Hinter dem Begriff verbergen sich für Katharina (13), Charlotte (15), Clara (18), Hannah (15) und Julia (16) Gedanken, die immer gleich, eintönig und erstarrt sind und keine anderen Ansichten zulassen. „Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht“, sagt Julia.

29 Jugendliche zwischen elf und 20 Jahren haben sich fast ein Jahr lang durch Stapel von Büchern gelesen und ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Neben den Lesungen mit Autoren, Schauspielern und Hörbuchsprechern gibt es drei Workshops, einen Poetry- Slam und ein Büchercafé. Allerdings erschwerte der Sparzwang die Planungen. „Die Jugendbuchtage sind dieses Mal einen Tag kürzer“, sagt Hannah (15). Schuld ist die prekäre finanzielle Situation der stiftungsfinanzierten Bücherpiraten. Durch die niedrigen Zinsen erwirtschaften viele Stiftungen aus ihrem Kapitalstock kaum noch Erträge und spenden immer weniger Geld für kulturelle Zwecke. Darunter leiden nun auch die bücherbegeisterten Jugendlichen. Dass die Jugendbuchtage trotzdem stattfinden, verdankt der Verein den verbliebenen Spendern. „Ohne die würde nichts gehen“, sagt Hannah.

Auch dieses Mal lesen die Jugendlichen selbst vor. So veranstalten Charlotte Anders, Anna Rutke, Theo Jacobsen und Henri Reimers am 2. Februar um 19 Uhr eine inszenierte Lesung des Romans „Salz für die See“. In der Geschichte von Ruta Sepetys geht es um den Untergang der „Wilhelm Gustloff“ 1945. Am 5. Februar um 16.30 Uhr steht eine inszenierte Lesung mit Jan Rahlf und Lena Brucks auf dem Programm. Sie lesen aus der Graphic Novel „Die Fundsache“ von Shaun Tan. Dazu gibt es Musik von Thalia Darkow.

Doch auch Autoren kommen zu Wort, obwohl sich dies etwas schwierig gestaltete. „Wir hatten Mühe, Autoren und Sprecher zu finden, die bei uns lesen wollen“, sagt Hannah. So liest Chantal-Fleur Sandjon am 3. Februar um 11 Uhr aus ihrem Buch „Serienunikat“, um 16.30 Uhr ist dann Eva Siegmund dran. Sie stellt ihren Roman „Pandora“ vor. Am 6. Februar um 16.30 Uhr ist Tamara Bach mit ihrem Buch „Vierzehn“ an der Reihe. Darauf freut sich Julia besonders. „Diese Geschichte fasziniert mich, weil der Schreibstil so anders ist.“ Hannah hat Will Workmans Lesung am 4. Februar im Blick. Der Schauspieler präsentiert John Greens „Margos Spuren“ im englischen Original. Den Abschluss macht Synchronsprecherin Margot Rothweiler am 6. Februar um 19 Uhr mit Roald Dahls „Mathilda“.

Auszug aus dem Programm

3. Februar: 19 Uhr, U20-Slam mit den Slämmerlämmern.

4. Februar: 11 bis 16.30 Uhr, Drebuch- Werkstatt mit Nina Wegner.

5. Februar: 19 Uhr, und 6. Februar, 9 Uhr, „Mit anderen Worten: Ich“, inszenierte Lesung mit Vincent Bausch, Pia Fanik, Melissa Schulz, Ronja Metz und Stientje de Wall.

Ort: Kinderliteraturhaus, Fleischhauerstraße 71. Eintritt: sechs, ermäßigt vier Euro. Bestellung: 0451/ 7073810, info@buecherpiraten.de.

Majka Gerke

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