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Lübeck Transporter rammt Bus mit 40 Lübecker Schülern
Lokales Lübeck Transporter rammt Bus mit 40 Lübecker Schülern
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20:33 05.07.2016
Der Fahrer des Transporters wurde mit Kopfverletzungen von den Rettungskräften ins Krankenhaus Boberg gefahren. Auch eine Schülerin, die einen Schock erlitt, musste in der Klinik behandelt werden. Quelle: Carsten Neff
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Allermöhe/Lübeck

Die äußerst rücksichtslose Fahrweise eines Transporter-Fahrers hat 40 Schüler der Geschwister-Prenski-Schule und ihre fünf Lehrer am Montagnachmittag in höchste Gefahr gebracht. Zum Glück erlitten die Lübecker Neuntklässler bei der Kollision zwischen einem Transporter und ihrem Reisebus keine schweren Verletzungen. Eine Schülerin musste mit einem Schock in ein Krankenhaus eingeliefert werden, drei Schüler erlitten leichte Verletzungen. Sie konnten nach ambulanter Versorgung durch die Einsatzkräfte an der Unfallstelle bei ihren Klassenkameraden bleiben und ihre Rückfahrt nach Lübeck fortsetzen. Mehrere Schüler klagten nach dem Unfall über Kreislaufprobleme und wurden an der Unfallstelle behandelt. Der Transporter-Fahrer musste mit leichten Kopfverletzungen in das Krankenhaus Boberg eingeliefert werden.

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Die Neuntklässler der Geschwister-Prenski-Schule kamen beim Unfall auf der A 25 relativ glimpflich davon – Drei Schüler wurden leicht verletzt, eine Schülerin erlitt einen Schock.

„Der Fahrer des Schülerbusses verhinderte eine weitere Kollision.“ Ein Polizeisprecher

Die Schüler hatten am Montagvormittag die KZ-Gedenkstätte Neuengamme besucht. Sie waren mit zwei Reisebussen auf dem Rückweg nach Lübeck und emotional stark vom Besuch des ehemaligen KZs berührt, als sich der Unfall gegen 14.30 Uhr kurz vor der Abfahrt Allermöhe ereignete.

Der Fahrer des Transporters vom Typ VW Crafter war schon vor dem Unfall nach Aussage von Zeugen durch aggressive Fahrweise aufgefallen, teilte die Polizei mit. Der 55-Jährige hatte versucht, einen der beiden Schülerbusse, der auf der linken Autobahnspur fuhr, verbotswidrig rechts zu überholen. Beim Versuch, nach dem Überholvorgang vor dem Bus auf die linke Spur einzuscheren, verlor der Fahrer des blauen Transporters die Kontrolle über sein Fahrzeug, schrammte zunächst rechts an der Leitplanke entlang und schleuderte dann quer vor den Bus. Der Transporter touchierte den Bus an der Vorderseite und krachte schließlich mit großer Wucht frontal gegen die Mittelleitplanke. Der 50 Jahre alte Fahrer des gerammten Schulbusses konnte, so ein Polizeisprecher, „durch eine Vollbremsung einen weiteren Zusammenstoß mit dem Transporter verhindern“.

Nach Aussage der Polizei bestand bei dem Transporter-Fahrer der dringende Verdacht, dass er unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand. Es wurde eine Blutentnahme veranlasst. Nach Zeugenaussagen war die Beifahrerin des Transporter-Fahrers nach dem Unfall aus dem demolierten Fahrzeug geflüchtet, konnte aber gestellt werden. Die weiteren Ermittlungen übernahm der Verkehrsunfalldienst Süd.

Nach dem Unfall war die A 25 fast drei Stunden lang in Richtung Hamburg voll gesperrt, weil die beiden Unfallfahrzeuge beide Fahrspuren blockierten. Der zunächst für den schwer beschädigten Transporter angeforderte Abschleppwagen blieb wegen eines Defekts liegen. Nach der langwierigen Unfallaufnahme und der verzögerten Bergung des Transporters konnte der Schülerbus, der bei der Kollision nur leicht beschädigt wurde, seine Fahrt nach Lübeck fortsetzen. Entrüstet äußerten sich Zeugen über das Verhalten zahlreicher Autofahrer. Diese seien unmittelbar nach dem Zusammenstoß der Fahrzeuge am Unfallort vorbeigefahren, ohne zu helfen.

 tt/neff

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