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Lübeck Traum vom solidarischen Bürgertum
Lokales Lübeck Traum vom solidarischen Bürgertum
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20:14 25.05.2016

Es ist die Vision von einer solidarischen Bürgergesellschaft: Die Gemeinnützige entwickelt in offener Diskussion ihre Strategie für die Zukunft. Mit rund 200 Mitgliedern diskutierten die Vorsteher der „Gesellschaft zur Beförderung Gemeinnütziger Tätigkeit“ am Dienstagabend im Großen Saal der Gemeinnützigen die Zukunft der 1789 gegründeten ersten Bürgerinitiative Lübecks.

„Wo stehen wir im Jahr 2039 beim 250. Jubiläum der Gemeinnützigen?“, fragte deren Direktor Titus Jochen Heldt. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die Gemeinnützige in Lübeck die tragende Säule der „aktiven Bürgergesellschaft“ ist. Bildung, Kultur, Wissenschaft, Soziales: Ohne die Gemeinnützige mit ihren 37 Tochtergesellschaften und Tochtervereinen und den von ihr verwalteten 35 Stiftungen sei das kulturelle und soziale Leben in der Hansestadt kaum vorstellbar. Doch obwohl sie die Mutter der heutigen Sparkasse zu Lübeck und vieler anderer namhafter Organisationen ist und mit ihren Tochtervereinen in Moisling/Genin, Buntekuh, Schlutup, Eichholz, Kücknitz, Siems und Travemünde tief in die Stadtteile hineinwirkt, wissen nur recht wenige, mit welch einem Pfund Lübeck da wuchern kann.

In der engagierten Diskussion über die Zukunftsstrategie, die von den Vorstehern seit zwei Jahren entwickelt wird, wurde Kritik der Mitglieder laut. Die Menschen in Lübeck würden zwar mit Vorliebe Einrichtungen und Angebote der Gemeinnützigen nutzen (zum Beispiel Kindergarten, Musikschule, Kunstschule, Knabenkantorei, Schauspielschule, Familien- und Seniorenbetreuung, Familienbildungsstätte, Bücherei, Dienstagsvorträge oder Mittwochsbildung), doch das Wirken der Gemeinnützigen sei den Wenigsten bekannt, lautete die Kritik. Die Gemeinnützige müsse sich weiter öffnen, transparenter werden.

Die zentralen Forderungen lauteten: „Wir müssen engagierte junge Leute einladen“, „die Vision muss das Ziel haben, viele Menschen in Lübeck zu begeistern und zur Teilhabe zu bewegen.“

Genau das ist das Ziel der Zukunftsstrategie, die jetzt auf dem Prüfstand steht. In einer Gesellschaft, die sich in Stadt und Staat „permanent verändert“ müsse sich auch die Gemeinnützige „neu erfinden“, appellierte Diskussionsleiter Dieter Witasik. In ihrer Vision sieht die Gemeinnützige eine „aktive Bürgergesellschaft, die Verantwortung für unsere lebendige Stadtgemeinschaft übernimmt“. Es sei unerlässlich, Einrichtungen und Tochtergesellschaften der Gemeinnützigen weiter zu stärken und – ebenso wie die Stiftungen – miteinander zu vernetzen, um Projekte für ein pulsierendes städtisches Leben zu verwirklichen; und, so Angelika Richter, dass „öffentliche Leben mitzugestalten“. Renate Menken, ehemalige Vorsitzende der Possehl-Stiftung, sprach deutlich aus, warum sich Lübeck häufig selbst ein Bein stelle: Die Stadt habe „kein Lösungsproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“. Und Denkmalpflegerin Doris Mührenberg betonte: „Wir müssen unsere Stimme zu gesellschaftlichen Themen erheben.“ „Orientierung bieten“ (Manuel Wille), „Stadtteile stärken und Bildungsangebote ausweiten“ (Titus Jochen Heldt) und eine Brücke schlagen zu „allen Lübecker Initiativen“ (Antje Peters-Hirt): Die Gemeinnützige will ein ganz großes Rad drehen.

Torsten Teichmann

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