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Lübeck Traumberuf Polizist: Endlich auf Streife gehen
Lokales Lübeck Traumberuf Polizist: Endlich auf Streife gehen
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23:18 26.01.2018
Der Prüfungsmarathon ist geschafft, jetzt bekommen die Auszubildenden im Maritim in Travemünde ihre Urkunden. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
Travemünde

Es ist ein Kindheitstraum, den sich Carolin Grötzner erfüllt hat. „Ich wollte schon immer Polizistin werden“, sagt die 23-Jährige. Für den Beruf habe sie nach der Schule das niedersächsische Celle verlassen. Sie zog nach Eutin. Die letzten zweieinhalb Jahre lernte sie in der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung mit weiteren 96 Ausbildungskollegen des Jahrgangs alles, was ein Gesetzeshüter zum Beginn seiner Laufbahn wissen und können muss.

Neue Polizisten brauche das Land, sagte Staatssekretär Torsten Geerdts (CDU) bei der Ernennungsfeier der fertig ausgebildeten Gesetzeshüter. 28 Frauen und 69 Männer haben ihre Prüfungen bestanden. Zweieinhalb Jahre Ausbildung liegen hinter ihnen. Nun geht es erst richtig los.

25 Unterrichtsfächer standen auf dem Stundenplan: Einführungen in das Straf- und Ordnungsrecht, Schießübungen im Freien, Deeskalations- und Verhaltenstrainings, Spurensicherung sowie Berufsethik. Nie vergessen werde Carolin Grötzner die „Außenrunde“. Mit voller Ausrüstung und einer schweren Munitionskiste bepackt mussten die Auszubildenden eine Strecke entlang des Kellersees laufen. Besonders tückisch: Am Ende ging es steil bergauf. Einen authentischen Eindruck vom Polizeialltag bekam die 23-Jährige zudem bei einem sechsmonatigen Praktikum bei der Schutzpolizei.

Anfang Januar gaben die Ausbilder die Prüfungsergebnisse bekannt. Carolin Grötzner hat es geschafft. Endlich ist sie Polizistin im mittleren Dienst. Man nennt sie nun Polizeiobermeisterin. Offiziell dazu ernannt wurden alle 97 Auszubildenden am Freitagnachmittag im Travemünder „Maritim“- Strandhotel.

„Jetzt geht es erst so richtig los“, sagte Michael Wilkse, Leiter der Eutiner Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung. Die Anforderungen an Polizisten seien in den letzten Jahren um ein vielfaches gestiegen. „Der Dienst ist abwechslungsreich, aber auch schwierig.“ Ausbilderin Juliane Bohrer appellierte an die frisch gebackenen Polizisten: „Passen Sie auf sich auf, und kommen Sie von all Ihren Einsätzen heil und gesund zurück.“ In Deutschland gebe es eine „abstrakte Gefährdungslage“, sagte Staatssekretär Torsten Geerdts. „Der Terrorismus hat die Polizei und die Gesellschaft verändert.“

Deshalb wolle Schleswig-Holstein mehr Polizisten haben. „Wir werden bis 2023 rund 500 neue Polizisten einstellen.“ Der Beruf sei in der Gesellschaft hoch angesehen. „Sie vertreten in Schleswig-Holstein unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung“, sagte Geerdts bei seiner Festansprache. Für viele Menschen seien Polizisten ein wichtiger Kontakt zur Staatsgewalt, und oftmals der einzige.

„Polizist sein kann hart und anspruchsvoll sein“, sagte Landespolizei-Direktor Joachim Gutt. Im Alltag müssten Polizisten Menschen oftmals von etwas überzeugen, was sie auf den ersten Blick gar nicht wollen. „Sie werden die Abgründe des menschlichen Daseins erleben“, sagte Gutt. „Aber es ist der schönste Beruf der Welt.“ Die Auszubildenden ständen noch am Anfang ihrer Karriere und hätten viele Möglichkeiten aufzusteigen.

Für Carolin Grötzner beginnt im Februar der Polizisten-Alltag. Dafür verlässt sie Eutin. „Fast alle Auszubildenden machen zuerst einen Dienst in einem tourismuslastigen Ort“, erklärt die 23-Jährige.

Ihre erste Station liegt auf der Insel Sylt.

Für den nächsten Ausbildungsbeginn Anfang August können sich Interessierte noch bis Ende Januar bewerben.

Von Saskia Bücker

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