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Lübeck Traumurlaub für traumatisierte Kinder
Lokales Lübeck Traumurlaub für traumatisierte Kinder
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17:01 11.03.2019
Michael Speckenbach möchte seinen Traum leben. Er will das Projekt „Bowspirit Kids“ verwirklichen. Quelle: Rüdiger Jacob
St. Jürgen

 Ein ausgedientes Passagierschiff wird zum schwimmenden Kindererholungs-Hotel, das die Meere befährt – ein kühne Idee. Michael Speckenbach will sie leben. Der Lübecker Jurist hat seine Anwaltsrobe an den Nagel gehängt und sein Haus verkauft. Jetzt will er Geldgeber finden, um das millionenschwere Projekt zu stemmen.

Schwimmendes Erholungscamp

Die ersten Geldgeber gibt es bereits – zumindest im Kleinen: Aus der traditionellen Tellersammlung des Lübecker Schiffsmakleressens bekommt die Bowspirit-Group immerhin schon mal 1667 Euro. Denn die hat der 49-Jährige Dank der Schiffsagenten eingenommen. Die Versammlung wurde von etwa 370 Gästen besucht. „Umgerechnet hat also jeder ein paar Euro gespendet“, sagt Speckenbach, der vordergründig nicht die Absicht habe, Großsponsoren zu finden. „Wir setzen auf die Masse, auf kleine Zuwendungen vieler Befürworter unserer Idee“, sagt der Jurist, der im Lübecker Stadtteil St. Jürgen bereits Geschäftsräume gepachtet hat. Auch drei Kfz-Stellplätze sind für die Bowspirit-Group bereits reserviert. In der Geniner Straße befindet sich das Büro des Gründers der Idee, aus Kindertränen Freudentränen zu machen. Mit einem schwimmenden Freizeit- und Erholungscamp will Speckenbach kranken und traumatisierten Kindern helfen, gesund zu werden oder ihre Erlebnisse zu vergessen. Individuelle Therapieangebote soll es geben, und die Kinder sollen vor allem Spaß haben. „Das Schiff soll außerdem maritimen Abenteuer- und Erlebnispädagogikprojekten zur Verfügung stehen“, sagt Speckenbach.

Haus verkauft

Aber wie will der Bowspirit-Gründer ein Schiff kaufen, dass Millionen kostet? „Ich habe keinen Spleen“, sagt Speckenbach. Eine solch provokante Frage habe er des Öfteren gehört. Der aufwendig gestaltete Internetauftritt, fiktive Interviews, das Büro und so weiter, das hat auch schon eine ganze Menge Geld gekostet. „Eine sechsstellige Summe“, gibt Speckenbach preis. Woher stammt das Geld, wenn bislang kaum Spender gefunden wurden? „Ich habe mein Haus verkauft und den Erlös dafür eingesetzt“, sagt der Jurist. „Ich setze also bewusst alles auf eine Karte.“ Was macht Michael Speckenbach so sicher, dass ein solch kühnes Projekt einmal Realität werden könnte? Eine Frage, die ihm immer wieder gestellt wird, auch von Freunden. „Ich möchte eine Versorgungslücke schließen“, so Speckenbach. „Wir sind kein Hospitalschiff. Wer zu uns an Bord kommen möchte, muss eine stationäre Therapie abgeschlossen haben“, erklärt er seine Idee. „In dem Moment ist der kleine Patient zwar nicht mehr im Krankenhaus, aber eben noch nicht gesund. Und genau hier ist das Problem“, meint Speckenbach. Anschlussheilbehandlungen oder Reha-Maßnahmen gebe es in Deutschland für Kinder und Jugendliche nur unter sehr begrenzten Voraussetzungen. „Das ist die Lücke, die wir schließen wollen.“

Weltrekordversuch mit größter Pinnwand

Speckenbach habe bereits ein bestimmtes Schiff im Fokus. Welches es ist, darüber möchte der Lübecker nicht reden. „Noch nicht. Wir wollen den Preis nicht unnötig in die Höhe treiben“, so der Rechtsassessor, der übrigens noch einen Weltrekordversuch starten will: „Es ist die größte schwimmende Pinnwand der Welt“, sagt er. Denn die beiden Seiten des geplanten Schiffes sollen – zunächst nur virtuell – mit kostenpflichtigen Einträgen, und später mit Folien auf dem echten Schiff übertragen werden.

* Nähere Infos unter www.bowspirit-kids.org.

Rüdiger Jacob

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