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Lübeck „Trave“ saniert Moislinger Hochhaus
Lokales Lübeck „Trave“ saniert Moislinger Hochhaus
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16:44 12.10.2018
So wird das Hochhaus am Sterntalerweg künftig aussehen. Quelle: ppp Architekten + Stadtplaner GmbH
Moisling

 Vor zehn Jahren, als der Lübecker Wohnungsmarkt entspannt war, dachte die städtische Grundstücksgesellschaft „Trave“ über einen Abriss des markanten Gebäudes am Sterntalerweg nach. Das ist Geschichte. Das 27 Meter hohe Haus wird für zehn Millionen Euro umfassend saniert. „Wir stocken um ein Geschoss auf und schließen die Laubengänge und Loggien“, erklärt „Trave“-Geschäftsführer Matthias Rasch. Folge: Die Wohnungen werden größer. Vor allem Küchen und Bäder bekommen mehr Platz und werden barrierefrei umgestaltet. Rasch: „Die Wohnfläche wächst von derzeit 4100 auf 5500 Quadratmeter.“ Aus 64 werden 72 Wohnungen.

Acht Architekturbüros aus Lübeck, Kiel, Hamburg und Berlin haben Entwürfe für die Hochhaus-Modernisierung eingereicht, den ersten Platz machte das Lübecker Büro „Petersen, Pörksen, Partner“. „Die Leichtigkeit der Fassade“ habe die Jury beeindruckt, bekannte die Jury-Vorsitzende und Kieler Architektin Marie-Luise Zastrow, „das Gebäude erhält eine heitere und moderne Ausstrahlung“. Die Jury lobt zudem das große Foyer im Erdgeschoss, „das das Gebäude zum Stadtteil hin öffnet“. Markus Kaupert vom siegreichen Architektenbüro: „Wir werden mit Betonfertigteilen arbeiten, die zugleich als Arbeitsgerüst genutzt werden können.“

Matthias Rasch, Chef der „Trave“ (v. l.) sowie die Architekten Markus Kaupert (M.) und Klaus Petersen vor dem Wohnhochhaus Sterntalerweg. Quelle: 54°/John Garve

„Der Entwurf ist gestalterisch gelungen und bautechnisch wie wirtschaftlich gut umsetzbar“, betont „Trave“-Chef Rasch. Die Grundstücksgesellschaft, die in dem Stadtteil fast 2000 Mietwohnungen unterhält, wird jetzt mit weiteren Ingenieurbüros in die Feinplanung einsteigen, die im Herbst nächsten Jahres vorliegen soll. Parallel wird das Haus entkernt und es werden Schadstoffe beseitigt. Rasch schätzt, dass Baubeginn im Frühjahr 2020 ist und ein Jahr später die neuen Wohnungen bezugsfertig sind. Der „Trave“-Chef geht davon aus, dass die neuen Wohnungen „für unter zehn Euro der Quadratmeter“ angeboten werden können. Es werden keine Sozialwohnungen sein, weil die „Trave“ ohne staatliche Förderung saniert. Die meisten bisherigen Mieter hätten das Hochhaus verlassen und seien in den Schneewittchenweg gezogen, erklärt Rasch: „Bis auf zwei.“

Entwürfe werden gezeigt

Die „Trave“ lädt Bürger zu einer Ausstellung ein, bei der die Entwürfe der acht Architekturbüros gezeigt werden. Die Arbeiten sind am Sonnabend, 13. Oktober, von 10 bis 16 Uhr im früheren Novi-Life-Laden am Sterntalerweg 1 zu besichtigen.

Das Hochhaus soll ein Zeichen für die Wiederbelebung des Quartiers setzen. Früher habe es im Erdgeschoss einen Coop, eine Land- und später die Volksbank gegeben, Blumengeschäft, Imbiss, Apotheke und Bäckerei waren ansässig. Jetzt sind noch eine Rechtsanwaltskanzlei und eine Zahnarztpraxis übrig, die laut Matthias Rasch nach der Sanierung auch wieder in das Gebäude zurückkehren.

Das Gebäude am Sterntalerweg soll eine „Landmarke mit hoher Wohnqualität in der künftigen Neuen Mitte Moislings“ werden, sagt die Grundstücksgesellschaft. Die Stadt will den Stadtteil mit Mitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm des Landes aufmöbeln. Das Verfahren zieht sich bereits eine Weile hin. „Wir waren am Dienstag zu einem Gespräch mit dem Innenministerium in Kiel“, berichtet Stadtplanerin Christine Koretzky auf LN-Anfrage, „der städtebauliche Wettbewerb wird im Frühjahr 2019 starten.“ Von diesem Wettbewerb erhoffen sich Stadt und Land Vorschläge, wie die Neue Mitte konkret aussehen soll. Geplant sind ein zentraler Platz, eine Bücherei, ein Stadtteilbüro, eine Kita und ein Familienzentrum. Der Wettbewerb wird EU-weit ausgeschrieben.

Teil der Neuen Mitte wird auch ein Bahnhaltepunkt am Oberbüssauer Weg auf der Eisenbahnstrecke Lübeck-Hamburg. Der Haltepunkt, für den die Moislinger schon lange kämpfen, soll im Dezember 2022 ans Netz gehen. „Trave“-Geschäftsführer Rasch: „Wir sind mit dem Hochhaus am Sterntalerweg auf jeden Fall vor dem Bahnhaltepunkt fertig.“

Kai Dordowsky

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