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Lübeck Travemünde: „Antares“ rammt im Nebel Sportboote und Fähre
Lokales Lübeck Travemünde: „Antares“ rammt im Nebel Sportboote und Fähre
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14:39 10.09.2012
Quelle: Karl Erhard Vögele
Travemünde

Stegeigentümer Jörn Zock schlief mit seiner Frau und der zehnjährigen Tochter an Bord, als er von lauten Motorengeräuschen geweckt wurde. „Als ich nachsehen ging, fuhr eine dunkelgrüne Wand an mir vorbei“, erzählt er und ist froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist. „Bei einem anderen Boot ist die Fähre gerade mal 30 Zentimeter am Kopf des Eigners vorbeigefahren.“

An seinem Boot wurde lediglich die Badeleiter beschädigt, die drei ersten Dalben des Anlegers nach dem leicht geknickten Leuchtpfahl sind ebenfalls nicht mehr intakt. „Das sind vier Plätze für Gastlieger - die kann ich wohl vorerst nicht vermieten.“ Der 45-Jährige kann sich nicht erklären, wie das passieren konnte. Nur eines hat er in letzter Zeit festgestellt: „Die Fähren fahren immer schneller hier rein.“

Einen Riesenschreck bekamen auch Stephan Stüven und Familie: „Es war schon heftig“, sagt der 46-Jährige, der von einem lauten Knall wach wurde. Seine Motoryacht „Time for us“ knallte durch den Wellenschlag gegen Dalbe und Steg, was der Reling nicht so gut bekam. „Als ich aus dem Fenster schaute, dachte ich erst, die Scheiben seien so stark beschlagen, bis ich dann merkte, dass es eine dunkle Wand war, die vorüber fuhr.“

Eigentlich sei dieser Liegeplatz direkt an der Fahrrinne sehr schön. „Man genießt es, abends an Deck sitzen und das ganze Geschehen auf dem Wasser zu beobachten.“ Wenn dieser Platz aber nun gefährlich werde, müsse er sich überlegen, einen anderen zu suchen.

Nicht an Bord, sondern in Hamburg morgens um 7 Uhr vom Telefon aus dem Schlaf gerissen, wurde John-Michael Marquardt, Eigner der wohl am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Motoryacht des Typs Hatteras 41. Er will die Yacht verkaufen, ist zwar gut versichert, aber macht sich dennoch Sorgen, ob seine Yacht überhaupt noch die nötige Stabilität hat, „denn das ganze Gangbord ist durchgebrochen“. Gleich am Montag will er den Schaden in Augenschein nehmen. „Am wichtigsten ist aber, dass keiner an Leib oder Leben Schaden genommen hat.“

Die Priwall-Personenfähre „Priwall IV“, eigentlich eine Barkasse, lag noch gut vertäut nahe der Unglücksstelle. Da sie ihren Betrieb erst um 10 Uhr aufnimmt, waren keine Personen an Bord. „Der Schaden ist ohnehin nur winzig, kaum zu sehen“, sagt Kapitän Jörn Molzahn am Nachmittag. „Nur ein kleines bisschen grüner Farbabrieb.“

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Sabine Risch

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