Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Kritischer Blick auf das neue Gesicht
Lokales Lübeck Kritischer Blick auf das neue Gesicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:18 13.10.2018
Travemünder Seite: Am Fuße des Maritim-Hotels (hinten) ist das High-End Apartment-Hotel entstanden mit Ferienwohnungen (vorne) sowie das Aja-Hotel (nicht im Bild). Quelle: Lutz Roeßler
Travemünde

Es gibt keinen Sturm der Begeisterung. Die Architektur der beiden großen Touristen-Projekte in Travemünde wird von den Gästen eher hingenommen – oder abgelehnt. Die Neubauten sind an der absoluten 1-A-Lage an der Travemündung errichtet worden. Die gesamte Investition beträgt mehr als 210 Millionen Euro. Auf der Travemünder-Seite sind 716 Betten entstanden im Aja-Hotel und im Apartment-Hotel High End. Auf der Priwall-Seite werden 1564 Betten errichtet in der Ferienanlage Waterfront.

Negativ: Neubauten zu klotzig

Ein klares Nein zur Architektur kommt von Marie Leimbach. „Ultrahässlich“, sagt die 33-Jährige. Hinter ihr ragt das Aja-Hotel empor – gegenüber wird Priwall Waterfront gebaut. Für die Kücknitzerin sind die Neubauten „große Schuhkartons“. Das passe nicht zu Travemünde. „Es ist ein altes Fischerdorf.“ Sie hätte sich kleine Häuser gewünscht wie an der St.-Lorenz-Kirche.

Die Besucher sind nicht begeistert von der Architektur.

„Es ist ein bisschen wie im Industriegebiet“, urteilt ihre Freundin Evelyn Rahde. Die 45-Jährige kommt aus Hamburg. „Da hätten die Häuser auch stehen können.“ Wenn sie durchs lübsche Seebad geht, „ist es erst ganz süß“. Dann stehe man vor den Neubauten. Ins Seebad würden sie nicht passen, so Rahde. „Sie sind ein bisschen lieblos hochgeklotzt.“

Noch etwas härter fällt das Urteil einer 85-Jährigen aus Herrenwyk aus. Sie arbeitet mit Blick sowohl aufs Aja-Hotel wie auch auf Waterfront. „Es sieht aus wie ein Gefängnis – oder eine Lagerhalle“, sagt die Dame, die ihren Namen nicht nennen will. „Es passt gar nicht.“

Positiv: Gebäude flach

Differenzierter betrachtet Werner Peters die Neubauten. „Mir ist es zu modern“, sagt der 58-Jährige und schaut hinüber zu Waterfront. Die Gebäude „sind auffällig gleich“. Und die hellbraunen Fassaden sieht er kritisch. „Roter Klinker ist eher typisch für den Norden“, meint der Trittauer. Aber: „Die Gebäude passen sich gut ein.“ Sie seien nicht zu hoch, die Bäume dahinter sichtbar. Das Gute: „Die ,Passat’ liegt davor.“

Blick zum Priwall: Vor den Neubauten von Waterfront liegt die Viermastbark „Passat“. Quelle: Lutz Roeßler

Ähnlich sieht es Brigitte Aumann. Sie schaut auf Aja-Hotel und High End. „Sie sind zumindest flach gehalten“, sagt die 73-Jährige. Irritierend findet sie, dass das Hotel keine Balkone hat und so abgeschlossen wird. „Der Neubau gefällt mir nicht so gut.“ Als sie vor sieben Jahren nach Travemünde zog, wurde an dieser Stelle das Aqua-Top-Bad abgerissen. Danach gab es dort eine Wiese. „Das war das ein toller, offener Blick zum Meer.“

Blick von der Travepromenade: Das Apartment-Hotel High End (l.), das Maritim-Hotel (mitte) und das Aja-Hotel. Quelle: Lutz Roeßler

Mit viel Gleichmut sieht sich Ehepaar Schlicht im Seebad um. Das Paar kommt aus Bad Schwartau, Travemünde ist ihr zweites Zuhause. „Man wird sich daran gewöhnen“, meint Lothar Schlicht und deutet auf das Aja-Hotel. „Es passt zum Maritim“, sagt der 77-Jährige. Und was hält er von Waterfront? „Es ist besser als früher die alten Schuppen.“

Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tagesausflügler, Urlauber, Rückkehrer, sie alle zieht es bei dem herrlichen Wetter an die Küste – und das macht sich auf der A1 in Richtung Norden natürlich bemerkbar.

13.10.2018

Zusammenstoß in der Baltischen Allee: Ein Mazda ist am Sonnabend in einen Rettungswagen gefahren. Der Patient musste mit einem anderen Krankenwagen in die Klinik gebracht werden.

13.10.2018

Viel muss man über sie nicht sagen: Es sind die extrem gut gebauten Männer aus Las Vegas. Am Freitag, 9. November, 20 Uhr, sind sie in der MuK mit ihrem Programm „About last night“ zu erleben.

13.10.2018