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Lübeck Travemünder Segler streiten mit der Stadt
Lokales Lübeck Travemünder Segler streiten mit der Stadt
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15:33 15.03.2019
„Unerträgliche Missstände.“ TSC-Skipper Peter Heim zeigt den Steg, an dem in der Saison die Boote des Clubs liegen. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Die Skipper des Travemünder Segelclubs (TSC) sind sauer. Fehlende Sanitäranlagen, Auflösung des Grillplatzes, keine Möglichkeiten mehr für Zusammenkünfte an Land - die Beschwerdeliste ist lang. Seitens der Stadt gebe es keine Unterstützung für die Interessen der Wassersportler und der Vereine im Passathafen, wird kritisiert. „Wir sind nur noch Statisten für die Hafenkulisse“, sagt Clubmitglied und Pressebeauftragter Peter Heim (81). Die allgemeine Unzufriedenheit habe dazu geführt, dass es Probleme gebe, Vorstandsposten neu zu besetzen. Eine Auflösung des Traditionsvereins sei nicht ausgeschlossen.

Grillecke wurde aufgelöst

Während der Jahreshauptversammlung des TSC Anfang März wurden die Probleme thematisiert. Beklagt wird vor allem, dass die bei den Skippern beliebte Grillecke, die jahrelang Treffpunkt für gesellige Zusammenkünfte war, aufgelöst werden musste. Zudem sei von der Stadt untersagt worden, die vier vereinseigenen Fahrräder auf dem vom TSC genutzten Steg abzustellen. Als problematisch sieht der Verein zudem, dass trotz Versprechungen nach wie vor keine Sanitäranlage für die Skipper gebaut wurde. Und ein neues Bootslagergestell, ein Gestell für drei Optimisten-Jollen sowie Sitzgelegenheiten mussten entfernt werden.

An dieser Stelle durfte der TSC seine Fahrräder abstellen. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Quelle: Thomas Krohn

Seitdem der Grillplatz nicht mehr bestehe, seien die gemeinsamen Aktivitäten und Kontakte des TSC „immer weiter in den Keller abgerutscht“, heißt es im Protokoll der Versammlung. Für Peter Heim steht fest: „In nahezu allen deutschen Sportboothäfen sowie in Dänemark und Schweden gibt es keinen Vergleich zu derart unzureichend ausgestatteten Örtlichkeiten.“

Dem Verein droht die Auflösung

Eine vom Vorstand einberufene außerordentliche Mitgliederversammlung am 7. April könnte zum Schicksalstag des Segelvereins werden, denn sowohl TSC-Vorsitzende Katrin Dräger, ihr Stellvertreter Andreas Didszun als auch Schatzmeister Rüdiger Baumann treten nach vierjähriger Amtszeit nicht wieder an. Wenn sich keine Nachfolger finden, scheint eine Auflösung der 1967 gegründeten Skipper-Gemeinschaft nicht ausgeschlossen.

Stadt überrascht von Vorwürfen

In der Stadtverwaltung zeigt man sich über die Kritik des Segelclubs verwundert. „Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit den im Hafen ansässigen Vereinen über eine eigens eingerichtete Interessengemeinschaft der SeglerInnen im Passathafen, zu der wir ein- bis zweimal im Jahr einladen“, sagt Sprecherin Valessa Glisovic auf LN-Nachfrage. Zuletzt habe diese Runde am 22. Januar 2019, auch unter Teilnahme des Travemünder Segelclubs, getagt. Die Kritik sei dort nicht thematisiert worden. Zu den einzelnen Vorwürfen bemerkt die Stadtsprecherin, dass ein neuer Grillplatz im Rahmen des Neubaus der Promenade am Kompassplatz geplant sei. Die Promenade solle zum 30. Juni 2019 fertig sein. Dann stehe auch der Grillplatz zur Verfügung. Das Abstellen von Fahrrädern auf den Stegen sei grundsätzlich untersagt. Im Bereich der Stegabgänge von der Promenade aus werde es mit Fertigstellung der Promenade zusätzliche Fahrradständer geben.

Streit um Lagerflächen

Bei den vereinseigenen Sitzgelegenheiten habe es sich um Bierzeltgarnituren gehandelt, die geduldet worden seien. Während der Bauphase der Promenade und des umlaufenden Stegs hätten diese jedoch den Bauablauf gestört. Zudem hätten sich die Tische und Stühle im Überschwemmungsbereich befunden, so dass der Verein gebeten worden sei, diese zu entfernen. Die Konzeption der neuen Promenade sehe ausreichend neue Sitzgelegenheiten vor. Aufgrund des Verkaufs der meisten Flächen im Umfeld des Passathafens könne die Stadt als Hafenbetreiber den Segelvereinen keine Lagerflächen mehr im Außenbereich anbieten. „Dem TSC wurde mehrfach ein Lagerabteil in der neuen Halle auf dem Gelände Parkplatz Segler/Winterlagerplatz angeboten“, sagt Valessa Glisovic. „Dieses Angebot wurde mit der Begründung abgelehnt, dass sich dieser Raum nicht in unmittelbarer Promenadenlage befindet.“

Stadt: Toiletten sind vorhanden

Deutlich entgegen tritt die Stadtsprecherin der Behauptung des Segelclubs, dass es keine Unterstützung für die Interessen der Vereine im Passathafen gebe. Glisovic: „Dies ist eine einseitige Wahrnehmung und vor dem Hintergrund der regelmäßigen Treffen der Interessengemeinschaft schlichtweg unwahr.“ Nicht nachvollziehbar sei zudem die Behauptung, dass es keine Toiletten für die Skipper gebe. „Das neue Hafenmeister- und Sanitärgebäude ist seit April 2017 in Betrieb. Hier werden in ausreichender Zahl Sanitäranlagen vorgehalten. Zudem ist ein öffentliches WC im Gebäude integriert.“ Die Bauphase im Passathafen habe von Beginn der Bauarbeiten im September 2015 an bis heute viel Geduld von den Vereinen und Dauerliegern im Hafen erfordert, zeigt die Stadtsprecherin Verständnis. „Nun befinden wir uns aber auf der Zielgeraden.“ Die fertige Promenade werde zusammen mit den Geschäften und der Gastronomie in besonderer Weise eine Bereicherung für die Dauerlieger und Gastlieger des Passathafens sein.

Neuer Name seit 1970

Der Travemünder Segelclub (TSC) wurde 1967 von 17 Seglern unter dem Namen Segelverein Passat Travemünde gegründet. 1970 wurde der Name geändert. Der TSC ist Mitglied im Deutschen Seglerverband und im Landesverband Schleswig-Holstein. Er verfügt über keinen Grundbesitz und hat keine eigene Steganlage. Die Liegeplätze befinden sich im Passathafen.

Die sportlichen Aktivitäten bestehen überwiegend aus den jährlichen Regatten zum An- und Absegeln sowie der Teilnahme einiger TSC-Boote an der jährlichen Gemeinschaftswettfahrt der Travevereine. Zurzeit zählt der Club 55 Erwachsene sowie zehn Kinder und Jugendliche in seinen Reihen.

Thomas Krohn

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