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Lübeck Travemünde buhlt um neue Urlauber
Lokales Lübeck Travemünde buhlt um neue Urlauber
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13:03 14.02.2018
Auf dem Podium (v. l.): Moderator Can Özren, Bernd Muckenschnabel, Sven Hollesen, Anne Benett-Sturies und Christian Martin Lukas. Quelle: Foto: Jan Dresing

 Zunächst gehörte die Bühne Christian Martin Lukas, Geschäftsführer der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM). Vor etwa 50 geladenen Gästen erklärte er unter anderem, warum es sinnlos ist, in den USA Werbung für die Region zu machen. Schuld daran sei nämlich ein Hollywood-Film: „Die Amerikaner haben alle ,The Sound of Music‘ gesehen.“ Der spielt zwar in Salzburg, transportiere aber perfekt das Bild von einem Deutschland der Oktoberfeste. „Das wollen die US-Touristen dann auch sehen“, sagt Lukas.

Wichtiger sei es hingegen, Schweden, Dänen und Niederländer anzusprechen. „Das sind unsere wichtigsten internationalen Gäste“, sagt der Marketingchef. Für die Metropolregion Hamburg hat die LTM das Projekt „Logbuch International“ entwickelt. Sein Ziel: auf die Wünsche und Gewohnheiten der internationalen Gäste besser eingehen zu können, die Servicequalität zu erhöhen und damit mehr Urlauber für die Region zu begeistern. Bis 2020 wollen Lübeck und Travemünde es auf zwei Millionen Übernachtungen im Jahr bringen, ein Viertel davon sollen internationale Gäste buchen, am besten in den Nebensaison.

In der anschließenden Diskussionsrunde sprach Bernd Muckenschnabel, Deutschland-Chef des Ferienhausvermieters Novasol, von einer „neuen touristischen Völkerwanderung“, die im Ostseeraum zugange sei.

Sven Hollesen, Vorstand der Planet-Haus AG, die auf dem Priwall den Waterfront-Komplex baut, kritisierte indes die schlechte Internet-Infrastruktur. Gerade beim Thema freies WLan gebe es erheblichen Nachholbedarf im internationalen Vergleich. Zudem müssten die Urlauber, etwa mit einer Standort-App, besser über Aktivitäten vor Ort informiert werden. Auf dem Areal rund um den Passathafen entsteht gerade ein eigener Touristen-Stadtteil mit Cafés, Restaurant und einem Indoor-Spielplatz. Der Standort Travemünde soll so für ausländische Urlauber attraktiver werden.

Anne Benett-Sturies betonte, dass man beim Buhlen um neue Touristen gut beraten sei, darauf hinzuweisen, dass Schleswig-Holstein mehr zu bieten habe als Sonne und Strände. „Wir müssen den Blick auch auf die umgebende Landschaft richten“, sagte die Leiterin des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume des Landes. „Als touristisches Potenzial ist das Hinterland noch nicht genug erschlossen.“

Ein weiterer Baustein auf dem Weg, mehr internationale Gäste anzulocken, ist laut LTM-Chef Lukas eine mögliche Gästekarte, für die er sich einsetzen will. „Die Urlauber kommen zu uns nach Lübeck und Travemünde, dann sollten sie die Angebote vor Ort auch kostenlos nutzen können“, sagte Lukas auf dem Podium. „Finanziert werden muss sie von den Gewerbetreibenden.“

 Jan Dresing

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