Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Travemünde „möbelt“ sich auf
Lokales Lübeck Travemünde „möbelt“ sich auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:06 17.10.2017
Kurdirektor Uwe Kirchhoff (l.) schaut sich mit Hagen Goldbeck (Lions Club Travemünde) am Piratenspielplatz den Entwurf für das neue Spielgerät an. Quelle: Hollinde
Travemünde

Es sieht aus wie ein kleines Segelboot; nur zum in die See stechen ist es nicht geeignet. Denn es muss dauerhaft Sand unter dem Kiel haben. „Das kleine Schiff soll zum Buddeln und Klettern einladen und ist für Drei- bis Fünfjährige gedacht“, erklärt Travemündes Kurbetriebschef Uwe Kirchhoff. Zusammen mit Hagen Goldbeck vom Lions Club Travemünde steht er am Rande des Piratenspielplatzes an der Nordermole und guckt sich ein Entwurfspapier des neuen Spielgerätes an. Den Neuzugang fertigt wieder der Berliner Holzdesigner Tilman Stachat an, der schon an mehreren Stellen in der Hansestadt seine gestalterische Visitenkarte abgeben durfte. Und die entstehenden Kosten von rund 8000 Euro werden vom Lions Club Travemünde, dessen amtierender Präsident Goldbeck ist, übernommen.

Das Ostseebad feilt an seiner Infrastruktur. Für August 2018 ist der Start für die millionenschwere Umgestaltung der Travepromenade geplant. Unter anderem soll dann dort mehr Ganzjahresgastronomie geboten werden können. Auch der Piratenspielplatz wird „aufgemöbelt“.

„Durch unsere regelmäßigen ,Activitys’ wie Sommerfest, Golfturnier oder Benefizkonzerte sind wir in der Lage, pro Jahr rund 20 000 Euro für den guten Zweck auszugeben“, so Goldbeck, „und da wir vor allem die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im Blick haben, schien uns dieses Projekt sehr unterstützenswert.“

Der Kurbetrieb freue sich natürlich über diese Art Sponsoring, erklärt Kirchhoff – „denn der Bedarf, an dieser Stelle des Kurstrandes auch Geräte im Kleinstkinderspielbereich anbieten zu können, wächst durch die entstehenden Neubauten wie das Aja-Hotel und das Ferien-Apartment-Haus.“

Den Spielplatz mit Meerblick gibt es schon recht lange im Ostseebad; entstanden ist er laut Kirchhoff in den 1990er Jahren vor allem durch das damalige Engagement der Bäcker-Innung, die mit dem traditionellen Tortenfest im Brügmanngarten kontinuierlich Geld einsammeln konnte, um die Spielgeräte-Anschaffungen zu ermöglichen. 2004 fand schließlich die Erneuerung unter dem Motto „Große Piraterie“ und der gestalterischen Hand von Tilman Stachat statt.

„Das Schöne an touristischer Infrastruktur ist ja, dass die Einheimischen ebenfalls davon profitieren“, betont Uwe Kirchhoff und verweist dabei beispielsweise auf sein nächstes konkretes Projekt, die Travepromenade. Für die umfassende Neugestaltung bekam er bereits vor über einem Jahr grünes Licht aus der Politik.

„Am 6. November haben wir jetzt den nächsten Termin im Kieler Wirtschaftsministerium“, berichtet Kirchhoff, „da erhoffen wir uns konkrete Zusagen über Fördergelder, so dass wir spätestens im Dezember einen konkreten Antrag stellen können.“ Mit 7,7 Millionen Euro wird die gesamte Maßnahme, die von August 2018 bis Juni 2019 geplant ist, beziffert. „Wir wollen nicht nur wie bei der Strandpromenade die Aufenthaltsqualität erhöhen, sondern sehen das Vorhaben als Impuls für die heimische Wirtschaft“, betont er. Entsprechend sollen die drei ansässigen Betriebe, „Fisch Paul“, die „Stadtbäckerei Junge“ sowie die „Backskiste“, ebenfalls Ganzjahresgastronomie anbieten können. „Da laufen Architekturvorschläge zur Erweiterung des jeweiligen Gastraumes, die auch noch im Gestaltungsbeirat abgestimmt werden müssen“, merkt der Kurbetriebschef an.

Insgesamt gehe es um ein mehrstufiges Konzept, das bis in das innere Kurgebiet reiche und mehrere Bauabschnitte umfasse. „Wir packen das an, was bisher mehrere Generationen nicht geschafft haben“, zeigt er sich selbstbewusst.

Freie Fahrt mit Bus und Bahn

Mit den Neubauten wächst die Zahl der Gästebetten von zirka 3000 auf 8000. „Dass dies Einfluss auf unser Verkehrskonzept haben muss, liegt auf der Hand“, so Kurdirektor Uwe Kirchhoff. Er hält innovative Ideen daher für notwendig, da die Park-Kapazitäten im Ostseebad begrenzt seien. „Die Konus-Gästekarte im Schwarzwald ermöglicht zum Beispiel freie Fahrt mit Bus und Bahn. Wenn wir so etwas anbieten könnten, würden viele ihr Auto zu Hause lassen.“

 Michael Hollinde

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!