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Ehepaar mit Elektroschocker überfallen

Travemünde Ehepaar mit Elektroschocker überfallen

Auf der Travemünder Strandpromenade wurden Barbara und Norbert L. angegriffen. Der Täter wollte Bargeld und ihre Handys. Jetzt ist der Unbekannte auf der Flucht.

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Der Maskierte bedrohte Barbara und Norbert L. mit einem Elektroschocker. Er forderte Bargeld und die Handys, doch in einem unachtsamen Moment konnte das Ehepaar flüchten und Hilfe rufen.

Quelle: Fotos: Hellerling, Maxwitat

Travemünde. Eigentlich sollte es ein entspannter Kurzurlaub für Barbara L. (33) und ihren Mann Norbert (37) werden. Die Lübecker hatten eine Nacht im Travemünder Maritim gebucht. Einfach nur abschalten, weg vom Alltag. „Plötzlich hörten wir hinter uns den knallenden, feuernden Elektroschocker“, sagt die zweifache Mutter. Ein maskierter Mann stand auf einmal hinter ihnen auf der Strandpromenade und forderte Geld sowie Handys von dem Ehepaar. Das war am vergangenen Freitag kurz nach 22 Uhr am kleinen Aufgang zum Hotel. Beide kamen gerade vom gemeinsamen Abendessen.

Über Metallkontakte wird der Körper mit mehreren Tausend Volt traktiert, enorme Schmerzen und kurze Lähmungen sind die Folge.

Laut Waffengesetz sind Elektroschocker verboten, „sofern sie nicht als gesundheitlich unbedenklich amtlich zugelassen sind und ein amtliches Prüfzeichen tragen“. Erlaubt sind bloß Geräte mit PTB-Siegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

„Man glaubt gar nicht, wie allein man plötzlich auf so einer großen Promenade sein kann“, sagt der 37-Jährige mit knapp drei Tagen Abstand zur Tat. Niemand im näheren Umkreis sei da gewesen, zumindest hatten sie in dem Moment keinen Menschen gesehen. „Zuerst hatten wir das Ganze für einen Scherz gehalten“, sagt seine Frau. Doch als der Blick von beiden auf den aktivierten Elektroschocker und die zuckenden Blitze zwischen den Kontakten fiel, sei ihnen klar geworden, „dass wir wirklich bedroht und ausgeraubt werden“, sagt Norbert L. Schnell habe der 37-Jährige in seine Hosentasche gegriffen und dem Angreifer Bargeld gegeben — in der Hoffnung, der Maskierte würde schnell wieder verschwinden.

Doch stattdessen habe der Unbekannte damit begonnen, die Jacken und Taschen von Barbara und Norbert L. zu durchsuchen. Bei der 33-Jährigen wurde er fündig und zog ein Smartphone aus der Tasche. In einem Moment der Unachtsamkeit ging Norbert L. zum Angriff über, schlug dem Täter das Handy aus der Hand, und das Ehepaar rannte hilfeschreiend in Richtung Maritim. „Im Nachhinein eine sehr unvernünftige Aktion, aber zum Glück ging sie gut aus“, sagt der 37-Jährige. Im Maritim riefen beide sofort den Notruf, die Polizei wurde umgehend verständigt. Auf ihrer Flucht ins Hotel sah das Ehepaar noch, wie der Angreifer und zwei weitere Personen, die sie bis dahin gar nicht wahrgenommen hatten, das Weite suchten.

Binnen kürzester Zeit seien mehrere Streifenwagen vor Ort gewesen, „sie waren wirklich sehr schnell da“, sagt der 37-Jährige. Doch der Täter konnte nicht mehr gefasst werden, zumindest das Handy hatte Norbert L. dem Maskierten aber entreißen können. „Wie, das weiß ich selbst nicht mehr.“ So blieb am Ende bloß ein materieller Schaden von wenigen Euro, der Schock sitzt dafür umso tiefer.

„Wir haben uns sofort zu einem Selbstverteidigungskursus angemeldet“, sagt Barbara L., die sich zusätzlich noch Pfefferspray bestellt hat. „Wir hätten nie gedacht, dass uns das quasi vor der eigenen Haustür passiert“, sagt sie, „wir sind Weltenbummler, und nie war etwas.“ Beide seien zum Beispiel sicher durch Bangkok gelaufen. Oder Miami. „Und dann ausgerechnet Travemünde“, so die 33-Jährige.

Aus Sorge, der Angreifer könnte wiederkommen, nennen sie nur ihren abgekürzten Nachnamen. „Aber wir wollen die Leute auch warnen.“ Noch am Sonntag seien beide kurz zusammengezuckt, als im Hauptbahnhof ein Unbekannter auf sie zukam. „Er fragte bloß nach einer Fahrkarte“, sagt Norbert L., „aber da ist jetzt diese innere Unruhe.“

Vom Täter gibt es nur eine grobe Beschreibung. Er soll etwa 20 Jahre alt, schlank sowie 1,75 bis 1,80 Meter groß sein. In Travemünde werden erste Gerüchte verbreitet, dass es sich bei dem Täter um einen Flüchtling handle. Der 37-Jährige berichtet aber, dass „der Täter in sauberem Deutsch sprach“. Die Polizei bestätigt den Vorfall, macht jedoch momentan keine weiteren Angaben. Zeugen können sich unter Telefon 0451/1310 melden.

Peer Hellerling

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