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Lübeck Travemünder Haitage: Aufklärung statt Fischsteak
Lokales Lübeck Travemünder Haitage: Aufklärung statt Fischsteak
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20:10 14.08.2015
Friederike Kühn (2. v. l.) informiert Hannah, Amelie und Julia über den Hai. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Haisteak gibt es bei den Travemünder Haitagen dieses Mal garantiert nicht: Weil die beiden Veranstalter im vergangenen Jahr den gegrillten Raubfisch verkauften, lösten sie eine Welle des Protests unter Tierschützern und Haifreunden aus. In den sozialen Netzwerken kritisierte unter anderen die internationale Organisation „Shark Project“ die Aktion. Dieses Mal wollen es Eiko Zöllner-Quandt und Marco Büttner besser machen.

Auf den Haitagen 2015 geht es nun um den Schutz des Hais. Dafür haben die Gastronomen die Tierschützer mit ins Boot geholt. An verschiedenen Ständen klärt „Shark Project“ gemeinsam mit dem Meereszentrum Fehmarn über den Jäger der Meere auf. Der Heringshai am Spieß bleibt aber weg — zur Freude von, Friederike Kremer- Obrock, Vorsitzenden von „Shark Project“ in Deutschland. „Der Heringshai steht auf der Liste der geschützten Tiere.“ Das Tier wird bis zu zwei Meter lang und ist in der Nordsee heimisch. Zwar sei es eigentlich legal gewesen, den Hai zum Verzehr anzubieten. Denn es handelte sich um einen Beifang. Außerdem sei das Tier in Norwegen gefangen worden, wo andere Richtlinie gelten würden.

Dennoch hat die Tierschützerin viele Argumente gegen das Haisteak. „Jedes Jahr werden 100 bis 150 Millionen Haie von Menschen getötet. Dabei sind sie die Polizei der Meere“, sagt sie.

Außerdem enthalte der Raubfisch einen hohen Anteil an organischem Quecksilber, das vor allem für Kinder und Schwangere gefährlich sei. „Aber die Fischhändler sind einsichtig geworden. Das ist wirklich gut gelaufen.“ Die Idee für die Aufklärungsarbeit auf den Haitagen sei von den Veranstaltern selbst gekommen.

Gastronom Zöllner-Quandt wollte damit den Ärger vom vergangenen Jahr vermeiden. Mit einem solchen Proteststurm hatte er nicht gerechnet. „Wir wurden massiv angegriffen. Dabei war mir nicht mal bewusst, dass es eine Haischutzorganisation gibt.“ Dabei wäre der Hai sowieso verarbeitet worden. Und er respektiere die Tiere doch. „Aber wir haben uns jetzt entschieden, den Haischützern eine Plattform zu bieten und so ein nettes Fest zu feiern.“

Die Haitage sind heute von 11 bis 23 Uhr und morgen von 11 bis 20 Uhr im Travemünder Brügmanngarten.

ar

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