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Die Geheimnisse der Feuermagier

Travemünder Woche Die Geheimnisse der Feuermagier

Die Vorbereitungen für das große Abschlussfeuerwerk am Sonntag sind in vollem Gange, denn Tausende Besucher wollen sich das Spektakel auf der Nordermole anschauen. Pyrotechniker von der Firma „Feuerwerkdepot Nord“ bereiten alles akribisch vor.

Die letzten Vorbereitungen vor der Pyro- und Lasershow auf der „Passat“: Die beiden Pyrotechniker Marc Reisenauer und Daniel Scholz arbeiten mehrere Stunden auf einem kleinen Ponton vor dem Travemünder Traditionsschiff, bevor die Show starten kann.

Quelle: Maxwitat

Travemünde. So langsam wird es eng. Kenneth Usselmann steht zwischen Feuerwerksraketen, Zündern, Kugelbomben und kleinen, dünnen Elektrokabeln. Bis morgen muss alles vorbereitet sein. Denn dann werden wieder Tausende von Besuchern nach Travemünde strömen, um sich das große Feuerwerk zum Abschluss der Travemünder Woche auf der Nordermole anzuschauen. Usselmann hat bis dahin noch alle Hände voll zu tun.

Der Pyrotechniker von der Firma „Feuerwerkdepot Nord“ ist der technische Leiter für das beliebte TW-Abschlussfeuerwerk. „Alles muss nach Abbrennplan laufen“, sagt der 21-Jährige. „Da muss man ganz genau arbeiten.“

Kenneth Usselmann baut eine Vorbrennerkette, damit die Feuerbomben in zeitlichen Abständen zünden.

Kenneth Usselmann baut eine Vorbrennerkette, damit die Feuerbomben in zeitlichen Abständen zünden.

Quelle: Maxwitat

Usselmann nimmt sich jede einzelne der zahlreichen Kugelbomben, römischen Lichter, Vulkane und Bengaloeffekte und bringt einen elektrischen Zünder an. Rund 300 Kilogramm Schwarzpulver werden morgen Abend in die Luft geschossen, die höchste Rakete zündet in etwa 250 Metern Höhe. „Alles wird elektrisch gezündet. Da läuft keiner mit einem Streichholz herum“, erklärt Usselmann. Für das zwölfminütige Feuerwerk brauchen drei Pyroprofis etwa 40 Stunden Vorbereitungszeit. Dazu kommt der Aufbau morgen Vormittag. „Wir starten am Vormittag und brauchen mindestens bis 20, eher 21 Uhr“, sagt Usselmann. „Es ist ja auch ein ziemlich großes Feuerwerk.“

Neben der handwerklichen Vorbereitung des Feuerwerks muss natürlich auch das Showkonzept und die Abstimmung der Feuerwerksbilder mit der Musik erarbeitet werden. „Ein richtig gutes Feuerwerk muss nicht unbedingt laut oder teuer sein, es muss in sich harmonisch sein, und es muss zur Musik passen“, sagt Usselmann. Die Show wird am Computer programmiert, über Sender werden die Zündimpulse zu den Empfängern geleitet. Für die kreative Arbeit ist Chef Mirco Lorkowski zuständig, er hat sich die Choreografie ausgedacht. Auf die Hundertstelsekunde genau können die Effekte gezündet werden – präzise im Takt. „Jeder Effekt hat einen eigenen Kanal, der in der richtigen Reihenfolge gezündet werden muss“, sagt Usselmann.

Auch für das Feuerwerk an der „Passat“ ist das Team vom „Feuerwerkdepot Nord“ verantwortlich. Schon vier Stunden bevor es losgeht, stehen die Pyrotechniker Marc Reisenauer und Daniel Scholz auf einem kleinen Ponton vor dem Travemünder Traditionsschiff. Sie knüpfen kleine Drähte an den Empfänger und richten die Batteriefeuerwerke aus. Hier ist Millimeterarbeit gefragt, auch wenn es mit jedem Windstoß ein bisschen schaukelt. „Das ist schon ein besonderer Arbeitsplatz, wir arbeiten nicht oft auf dem Wasser. Aber bei den Windverhältnissen geht es ja noch“, sagt der 23-jährige Reisenauer.

Für Usselmann ist die Arbeit für das Abschlussfeuerwerk etwas ganz Besonderes. „Ich stecke da viel Herzblut rein. Als ich noch ein Kind war, bin ich immer zu dem Feuerwerk gegangen und habe es mir angeschaut“, sagt der Kücknitzer. „Dass ich das mal als technischer Leiter selbst organisiere, hätte ich nie gedacht. Da geht für mich ein kleiner Traum in Erfüllung“, gesteht Usselmann, der auch Feuerwerke auf Hochzeiten, Geburtstagen oder Konzerten organisiert.

So wie im vergangenen Jahr wird das diesjährige Feuerwerk nicht aussehen. Neue Musik, neue Choreografie, neue Effekte. Welche Musikstücke gespielt werden, will Usselmann noch nicht verraten. „Es wird einen klassischen Musikteil geben und auch einen Song, der in den letzten Monaten in den Charts war“, verrät der Fachmann, der überhaupt keine Sorgen hat, ob er mit seinem Team bis Sonntag die Vorbereitungen beendet haben wird. „Natürlich werden wir rechtzeitig fertig, wir sind Profis. Es wird ein beeindruckendes Feuerwerk für alle werden!“

LN

So kommen Sie ohne Stau zum Abschlussfeuerwerk

Um ohne Verkehrsstress das Abschlussfeuerwerk auf der Travemünder Woche genießen zu können, sollten einige Stressfaktoren schon vor Abfahrt umgangen werden. Denn während der TW werden in zahlreichen Straßen Halteverbotszonen eingerichtet. Zudem wird die Kaiserallee als Einbahnstraße in Richtung „Helldahl“ eingerichtet. Insbesondere an diesem Wochenende und beim Abschlussfeuerwerk stehen in der Nähe der Veranstaltungsorte Parkplätze nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung.
Zudem ist nach dem Abschlussfeuerwerk mit einem starken Rückreiseverkehr zu rechnen, der insbesondere im Ortskern zu längeren Staus führen wird. Es wird daher empfohlen, außerhalb des Ortskerns zum Beispiel auf dem Parkplatz „Am Dreilingsberg“ zu parken, der freitags bis sonntags kostenlos zur Verfügung steht. Zusätzliche Schwerbehindertenparkplätze werden in der Straße „Am Kurgarten“ eingerichtet. Zudem gibt es Parkplätze für Motorräder im Bereich „Auf dem Baggersand/ St.-Lorenz-Straße“. Im Allgemeinen wird empfohlen, am Sonntag mit öffentlichen Verkehrsmitteln an- und abzureisen.

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