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Langes Warten auf Wind

Langes Warten auf Wind

Für einige Klassen setzte sich die Seebrise zu spät durch. Splash und RS sind aber in WM und EM gestartet.

Die Preise in der Hand und untern Arm geklemmt, stand Uli Breuer vorm Sail Cube und schüttelte viele Hände. Über ihm auf der LED-Wand lief das letzte Rennen der olympischen „Finnen“, zeigte noch einmal „replay“ seinen Erfolg. Es war ein überlegener. Sechs Rennen, fünf Siege. „Mein zweiter in Travemünde im Finn, mit dem Dyas waren es schon drei“, erzählte der 50-Jährige. Seit sechs Jahren segelt er das Dinghy, war 1984 auch Europameister im Starboot. „Da sind wir auch eine Olympia-Kampagne gesegelt. Doch als ein halbes Jahr Urlaub weg war, es noch zur WM nach San Diego gehen sollte, „war es zu viel, da habe ich mich für den Beruf entschieden“. Jetzt ist er Projektmanager beim Energie-Riesen RWE und segelt aus Spaß. Und den hatte der Zwölfte der Masters-WM in Travemünde, auch in den gestrigen drei Wettfahrten auf der Medienbahn. „Das war tricky, drehende Winde, mal blieben sie sogar ganz weg. Aber für mich kein Problem. Wer auf dem See einer Talsperre segelt, ist das gewöhnt“, erzählt der Simmeracher, der südöstlich von Aachen zu Hause ist. Überhaupt schätzt er mit seinen „Finnen“ die Travemünder Woche. „Da ist es entspannter, werden die Rennen auch nicht so durchgeprügelt wie in Kiel. Deshalb waren hier auch 40 Boote, in Kiel kommen 15 bis 20.“

Tricky. Die schwierigen Bedingungen bereiteten auch Brian Schweder „viel Bauchweh. Um elf Uhr hat es gut angefangen, doch wir haben nur eine einzige Klasse, die RS 400, mit einer Wettfahrt und die Finn durchbekommen“, berichtete der Gesdamtwettfahrtleiter. Auf der Seebahn warteten Dyas, Trias und Kielzugvögel bis 14 Uhr vergeblich. 15.45 Uhr kam auch das Aus für die jugendlichen Laser, die aufgrund des fehlenden Streichers ihr Medal Race heute streichen, stattdessen in der Flotte ihre Meister küren. „Alle anderen Klassen unter Land bekamen dann eine Seebrise“, erklärte Schweder. Die RS-Flotte und auch die Splash konnten so in EM und WM starten. Es wurde für sie ein langer Tag bis nach 19 Uhr. Schweder: „Sie haben draußen bis zu acht Stunden gewartet.“

Michael Schmohl hatte da mit seinem Vorschoter Ralph Ostertag schon längst seine Trophäen verstaut. Der 60 Jahre alte Münchner freute sich als Dyas-Sieger über den „netten“ Wanderpreis Thors Helm („Der passt ins Wohnzimmer“) und sein Vorschoter über Odins Horn. Seit 1991 segelt Schmohl Dyas, ist fünffacher deutscher Meister, „doch das ist mein erster Sieg in Travemünde, ein besonderer“. Jetzt geht es für ihn gen Osten. In Kröslin vor Usedom steht die DM an – „und da sind wir Titelverteidiger“.

Jens Kürbis

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