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Mit Kämpferherz aufs Podest

Lübeck Mit Kämpferherz aufs Podest

Bei extrem wechselhaftem Segelwetter ging’s im Streit um WM-Gold, Europa-Cup und German-Open-Titel nicht nur ums Können – Skipper aller TW-Klassen mussten gestern extremen Biss beweisen.

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Gedränge an der Tonne: Die J22-Crews schenken sich auf „Bahn Charlie“ nichts. Die „Mojo“ (r.) von Svend Hartog segelt bei extrem wechselnden Bedingungen auf den Bronzerang bei den German Open.

Quelle: W. Maxwitat

Lübeck. Allmählich lichten sich die weiß-bunten Regatta-Felder auf der Lübecker Bucht: Meldeten sich am Freitag auf einen Schwung gleich 147 RS-Boote nach „getaner Arbeit“ ab, so vollendeten gestern Nachmittag weitere 116 Crews ihr diesjähriges TW-Programm (86 Splash-Blue- und 16 Splash-Red-Rennjollen sowie 14 J22-Kielboote) mit spannenden Finalrennen auf den Bahnen „Charlie“ und „Hotel“

sowie auf dem „SAP Media Race Course“.

Ähnlich turbulent wie der Wetterverlauf – mal strahlte die Sonne, mal goss es in Strömen – war das Renngeschehen bei den Splash-Blue- Youngstern, wo es in den letzten beiden WM-Rennen um Gold, Silber und Bronze ging.

Und am Ende war der Tscheche Michal Kostyö untröstlich: Souverän hatte er das niederländisch dominierte U21-Feld in Vor- und Finalrunde angeführt, bis gestern der Erfolgsfaden beim 15-Jährigen riss.

Platz 27 warf ihn auf Rang zwei zurück, und zum Schluss traf es ihn noch härter: Von den Schiedsrichtern auf dem Wasser kassierte er seine zweite Gelbe Flagge, musste das Rennen beenden und sich mit Bronze begnügen. „Ich segele seit einem Jahr Splash, war auch schon im vergangenen Jahr bei der WM dabei und bin dort auf Platz neun gelandet. In diesem Jahr wollte ich so gut segeln wie möglich. Der dritte Platz ist gut. Aber ich bin schon ein bisschen traurig, denn die Jury hat die WM entschieden“, sagte der Tscheche, der in seiner Heimat gerade einmal eine Konkurrenz von etwa zehn Splash-Seglern hat.

Ganz anders drauf war sein holländischer Mitbewerber Sam Peeks. Mit dem Selbstvertrauen eines Yngling-Jugendweltmeisters vom Wolfgangsee aus Österreich angereist, rollte der 18-Jährige die Travemünder Goldflotte quasi von hinten auf und kletterte von Rang acht aus noch auf die oberste Stufe des Siegerpodests – vor Teamkollegin Barte van der Zijden. „Der Titel war unser Ziel“, gestand der „fliegende Holländer“ und fügte nach dem Erhalt des riesigen Siegerpokals hinzu: „Es war eine tolle Woche mit unterschiedlichen Bedingungen – erst leichter, dann stärkerer Wind. Als Allrounder komme ich mit allem gut zurecht.“

Bei den Splash-Red-Kollegen ging der gleichgroße Euro-Cup indes in die Schweiz: Matthias Meier ließ sich auch gestern nicht aus der Erfolgsspur bringen, trotzte dem Druck aus den Niederlanden und hielt Julia Aartsen sowie Kaj Moorman mit sechs Siegen in zwölf Rennen in Schach. Bester Deutscher war Daniel Kipp auf Rang fünf.

Bei den J22-Kielbooten durfte Christian Drews als Eigner der „Jabulani“ den vom ihm selbst neu gestifteten Wanderpreis für den Titelgewinn bei den German Open in Empfang nehmen. Im Trio mit Steuermann Martin Menzner und Mittelmann Frank Lichte hatte der Kieler eine beeindruckende Serie von ersten und zweiten Plätzen hingelegt und Reiner Brockerhoff (Duisburg) deutlich auf Platz zwei verwiesen. Bronze verdiente sich die Lübecker „Mojo“-Crew mit Svend Hartog Steffi Schweder, Kim Brandt und Ines Herbold – und war damit grundsätzlich auch zufrieden. Denn Hartog meinte: „Das war ein harter, aber guter Kampf bei mitunter saumäßigem Wetter. In der zweiten Wettfahrt hat’s heftig geschüttet.“

Einen harten Kampf hatten gestern auch die Zarnekauer Helge und Christian Sach im Formula 18 zu absolvieren. Zwar konnten die jungen Flensburger Finn Heeg/Merle Baars ihre souveräne Vorstellung des ersten Tages nicht in dieser Form fortsetzen, dennoch segelten sie die beständigste Serie unter den 23 Crews und bauten nach sieben Wettfahrten ihren Vorsprung auf die Sach-Brüder aus auf nun acht Punkte aus. Damit rückt der 21. TW-Sieg der Zarnekauer heute in weite Ferne.

oel

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