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Travemünder Woche

Travemünder Woche

Startverschiebung. Der rot-weiße Wimpel hängt schlaff am Signalmast vorm Regattabüro. Die Ostsee – ein Ententeich. Warten auf Wind. „Das sieht nicht besonders lustig aus.

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Flaute: Jola Schönebeck und Hanne Goericke (beide 16) vergnügten sich am Priwall. Fotos (5): Wolfgang Maxwitat

Startverschiebung. Der rot-weiße Wimpel hängt schlaff am Signalmast vorm Regattabüro. Die Ostsee – ein Ententeich. Warten auf Wind. „Das sieht nicht besonders lustig aus. Wir hoffen auf ein zweistündiges Segelfenster ab 13 Uhr“, erklärt Gesamtwettfahrtleiter Brian Schweder morgens um 9 Uhr. Das Hoffen, es wird eines im Stundentakt. Die Travemünder Woche in der Warteschleife. Die Laser-Jugend am Priwall, sie kickt im Sand, liest, faulenzt. Die 144 Segler der 36 Bundesliga-Klubs, sie hocken vorm Sail-Cube auf der Tribüne. Um 15 Uhr hat Schweder ein Einsehen, lässt am Signalmast AP über Alpha setzen. Keine Wettfahrten mehr. „Es ist immer noch Ententeich, dazu die Gewittergefahr. Das wird nichts.“

LN-Bild

Startverschiebung. Der rot-weiße Wimpel hängt schlaff am Signalmast vorm Regattabüro. Die Ostsee – ein Ententeich. Warten auf Wind. „Das sieht nicht besonders lustig aus.

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30 Minuten später entscheidet auch die Segel-Bundesliga: Nichts geht mehr. Auf dem Podest aber schon. Die Jungs vom Chiemsee feiern ihren ersten Travemünde-Erfolg: „Wir hatten in Travemünde einen Mordsgaudi.“ Beim Lübecker Yacht-Club (LYC) stand derweil Manöverkritik an. Rang 17 beim Heimspiel, zur Liga-Halbzeit nach drei Spieltagen auf Abstiegsplatz 16 abgerutscht. „Fünf, sechs, fünf, wenn du nach den Rennen auf die nackten Ergebnisse schaust, ist das frustrierend. Dabei fehlen oft nur wenige Zentimeter“, erklärte Kevin-Lee Barche. Für Steuermann Oltmann Thyen, der im Vorjahr in Travemünde noch 2. Liga gesegelt ist, war „der Unterschied zur 1. Liga schockierend. Da wird ein Fehler sofort bestraft, die fehlende halbe Bootslänge hat sich durchs ganze Wochenende gezogen.“ Man müsse sich auch eingestehen, „dass wir im Vergleich zu den anderen Teams zu wenig Training, zu wenig Regatta-Praxis haben. Dass der Gennaker dreimal ins Wasser fällt, ist im Training nie passiert.“

Die erste Segel-Bundesliga, sie ist längst kein Klassentreffen mehr. Es ist auch ein Kampf der Systeme. „Viele Klubs segeln die Saison mit einer Stammcrew, wir haben unseren Kader schon von 20 auf zwölf Personen und drei Crews reduziert, obwohl viel mehr mitmachen wollten“erklärt Teamchef Maximilian Gebhard. Das große Miteinander von Talenten und Erfahrenen – es ist eigentlich auch der Grundgedanke der Liga. Eigentlich . . .

Das LYC-Quartett, das Niclas Kath komplettiert, das auch am nächsten Spieltag in Berlin segelt, stimmt sich vorm „Ententeich“ Ostsee ein: „Wir wollen weg von den Abstiegsrängen, die Relegation auch vermeiden.“ Ein hehres Ziel, bis zum rettenden Ufer fehlen 13 Punkte – eine Menge Holz.

Auch Zweitligist Lübecker Segler Verein (LSV) nutzte die Flaute zur Teamsitzung. Rang 14 in Travemünde, Gesamtplatz 17. „Der Traum vom Aufstieg ist geplatzt, jetzt geht es um den Klassenerhalt“, sagt Steuermann Svend Hartog, der die Pinne am zweiten Tag beim Start an Kim Brandt übergab: „Er ist unverbrauchter, hat das richtig toll gemacht.“ Mit Teamchef Jörg Jacobs ist er sich einig: Da bis zum rettenden Ufer 18 Punkte fehlen („Das ist nicht realistisch“) plant der LSV jetzt für die Relegation in Glücksburg, wo fast 60 Vereine um sechs freie Plätze segeln. Auf dem Weg dahin will der LSV auch einen Trainer ins Boot holen. Hartog: „Wir müssen jetzt über den Tellerrand rausschauen.“

Travemünde ist für Joachim Hellmich, Projektleiter der Segel-Bundesliga,trotz des Flautenfinals ein Erfolg: „Wir hatten bei den Wettervorhersagen Glück, konnten zwei Tage segeln.“ 2017 hofft er dann wieder auf Champagner-Segeln – dann über drei Tage. Und wie sieht’s morgen aus? Gesamtwettfahrtleiter Brian Schweder: „Fünf bis sieben Knoten Wind sind vorhergesagt, kein Gewitter. Alles in allem ist es besser als am Montag.“

Bundesliga-Modus

Abstieg 1. Liga: Plätze 16 bis 18 steigen ab. In der Relegation (30./31. Oktober in Hamburg) kämpfen sechs Vereine: Erstliga-Plätze 13 bis 15 gegen die Plätze 4, 5 und 6 aus der 2.

Liga.

Qualifikation 2. Liga: Sechs Vereine auf den Plätzen 13 bis 18 der 2. Liga segeln gegen 54 neue Clubs um sechs Plätze (7. - 9. Oktober in Glücksburg).

ERGEBNISSE

Segel-Bundesliga

3. Spieltag in Travemünde

1. Bundesliga: 1. Chiemsee Yacht Club (Leopold Fricke, Christoph Müller, Moritz Fricke, Simon Tripp), 23 Punke; 2. Lindauer Segler Club (Veit Hemmeter, Teresa Hemmeter, Martin Hostenkamp, Fabian Gielen), 25; 3. Verein Seglerhaus am Wannsee (Jan-Jasper Wagner, Phillip Kasüske, Yannek Wloch, Julian Bergemann), 28,75; 4. Düsseldorfer Yachtclub (Jan-Philipp Hofmann, Patrick Treichel, Nils-Henning Hofmann, Jan-Hendrik Lenz), 31 Punkte; 5. Berliner Yacht-Club (Maximilian Nickel, Philip Raabe, Valentin Gebhardt, Valentin Warminski), 34; 6. Deutscher Touring Yacht-Club (Max Weiss, Sebastian Bu?hler, Tobias Bolduan, Moritz Bohnenberger), 35 ... 17. Lübecker Yacht-Club (Oltmann Thyen - Maximilian Gebhard - Kevin Barche - Niclas Kath) 50 Punkte

Gesamtstand nach 3 Spieltagen: 1. Deutscher Touring-Yacht-Club 9; 2. Lindauer segel-Club 9; 3. Verein Seglerhaus am Wannsee 9 Punkte; . . . 15. Kieler Yacht-Club 41, 16. Lübecker Yacht-Club 43.

2. Bundesliga: 1. Seglervereinigung 1903 Berlin (Erik Witzmann, Wolfram Kramer, Daniel Mauter, Andreas Wiener), 23 Punkte; 2. Mühlenberger Segelclub (Magnus Simon, Till Kru?ger, Simon Zweigler, Finn Olsen), 25; 3. Segelkameradschaft „Wappen von Bremen“ (Björn Beilken, Alexander Beilken, Jork Homeyer, Tobias Teichmann), 30; 4. Bodensee-Yacht-Club Überlingen (Hubert Merkelbach, Jonathan Koch, Felix Troeger, Kirsten Kraus), 30; 5. Konstanzer Yacht Club (Felix Schrimper, Johannes Voigt, Noel Beck, Sebastian Uecker), 32; 6. Schlei-Segel-Club (Andreas Willim, Chris Hartkopf, Christina Bärwald, Helge Homann), 32 ... 14. Lübecker Segler Verein (Svend Hartog, Stefanie Schweder, Niklas Reisenauer, Kim Brandt) 47 Punkte.

Gesamtstand nach 3 Spieltagen: 1. Konstanzer Yacht Club 15 Punkte; 2. Hamburger Segel-Club 15; 3. Segelkameradschaft "Wappen von Bremen" 17; . . . 17. Lübecker Segler-Verein 47.

Jens Kürbis

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