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Travemünder Woche: Veranstalter ziehen positive Bilanz

Travemünde Travemünder Woche: Veranstalter ziehen positive Bilanz

Kurz vor dem Abschluss der Travemünder Woche sind die Veranstalter zufrieden mit dem Segel-Event. Es sei weitgehend friedlich und fröhlich gewesen, sagte der für das Landprogramm verantwortliche Uwe Bergmann am Sonnabend. Das Sicherheitskonzept habe gut funktioniert.

Die Veranstalter der Travemünder Woche ziehen eine positive Bilanz.

Quelle: Olaf Malzahn

Travemünde. Zehn Tage, teils mit Flaute und hohen Temperaturen, zum Ende hin mit heftigen Regengüssen: Heute geht die Travemünder Woche zuende. Und TW-Geschäftsführer Frank Schärffe (60) sowie Landprogramm- Veranstalter Uwe Bergmann (55) ziehen eine positive Bilanz: Sie rechnen mit 820 000 Besuchern auf der Meile (Vorjahr: 850 000) und haben dabei schon die eher miesen Wettervorhersagen für dieses Wochenende eingerechnet.
Der besucherstärkste Tag sei der erste Sonnabend gewesen, und am Sonntag gab es in Travemünde zeitweise keine Parkplätze mehr. Bombastisch sei der erste Sonnabend gewesen, Montag und Dienstag seien – wie üblich – ruhiger gewesen, „aber einen kompletten ,Off-Tag’ hatten wir nicht“, berichtet Uwe Bergmann. „Für mich war es eine TW ohne große Ausschläge nach unten und oben.“

Die heutigen Highlights

Im LN- und NDR-Medienzelt an der Travepromenade ist Kindertag angesagt: Speziell für die Kleinen gibt es ab 11.30 Uhr die beliebte Green Screen Foto-Aktion, Clown Kai Kinter gibt sich von 12 bis 15 Uhr die Ehre, und um 15.30 Uhr startet ein Trommel-Workshop mit Rasoul. Beim TW-Talk um 18.15 Uhr gibt Lübecks Tourismuschef Christian Martin Lukas Auskunft.

Auf dem Wasser ist sicher das Trave- Race der Offshore-Yachten um 17 Uhr der Höhepunkt – wunderbar zu verfolgen von der Travepromenade aus.

Nicht versäumen sollten alle Besucher das große Höhenfeuerwerk zum Abschluss der Travemünder Woche. Es beginnt um 22.45 Uhr und wird vom Priwall aus gezündet.

Auch Frank Schärffe ist zufrieden. „Die Organisation hat gut geklappt, insbesondere aufgrund der 300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.“ Aus Gesprächen wisse er, dass es für die Ehrenamtlichen attraktiv sei, eine Woche aus dem Alltag auszusteigen: „Das ist eine ganz andere Welt, in die man eintaucht – nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Helfer.“

Das Sicherheitskonzept mit Stadt, Polizei und eigenen Sicherheitskräften habe wunderbar funktioniert, aufgrund der jüngsten Terroranschläge habe man erstmals auch die Zufahrten zum Festivalgelände bewacht. Lediglich am Auftakt-Tag habe es kurzzeitig Ärger mit einigen Jugendlichen gegeben. „Da war ordentlich Dampf im Kessel, ich weiß nicht, ob das an der Zeugnisvergabe, den Ferien oder der Hitze lag“, kann Uwe Bergmann nur Vermutungen anstellen. Aber: „Die Sicherheitskräfte hatten alles im Griff, die Besucher waren in keiner Weise bedroht.“ Diejenigen, die versucht hätten, Schlägereien anzuzetteln, seien sofort gestoppt worden, „wir hatten eine zu vernachlässigende Zahl von Randalierern“. Bergmann, dessen 15. TW es ist, denkt an alte Zeiten zurück: „Damals waren wir solchen Ausfällen hilflos ausgeliefert, doch diese Zeiten sind längst vorbei.“ Wer die TW besuchen wolle, könne sich sicher fühlen. Die Polizeidirektion Lübeck wird erst am Montag eine eigene Bilanz ziehen.

Eine Herausforderung für die Veranstalter war die Unterbringung der Segler auf dem Priwall. Mit der 6000 Quadratmeter großen Matzen-Wiese, so Schärffe, habe man zwar eine Fläche gefunden, „die gut angenommen wurde“. Aber: Die Infrastruktur müsse nächstes Jahr verbessert werden. Auch die einstige Krankenhausfläche sollte nächstes Jahr komplett für Wohnmobile zur Verfügung gestellt werden.

Die Meile am anderen Ufer auf dem Travemünder Festland war an allen Tagen gut besucht. Die Kauflust sei da, sagt Bergmann, die Stände würden gut besucht. Aus seiner Sicht gab es zwei Neuerungen, die positiv aus dem Geschehen herausstachen: der Ziesel-Park der Stadtwerke Lübeck sei mit seiner Weltpremiere ein absoluter Gewinn gewesen. „Und die Beach-Area hat noch einmal einen Sprung gemacht“, so Bergmann. Der neue Beach „Willenlos“, der sich erstmals aus München herausgewagt habe, sei „der Gewinner der TW“.

Sieht man einmal von den Sorgen um Veränderungen im Ort und fehlenden Parkplätze ab, ist der Blick in die Zukunft für Frank Schärffe sehr optimistisch: Während der vergangenen Tage seien etliche Gespräche mit Sponsoren geführt worden: Bestehende blieben dabei, einige neue seien interessiert. Schärffe: „Die TW hat für manche Branchen einen hohen Stellenwert.“

Doch sowohl für ihn wie für Uwe Bergmann ist eins ganz besonders wichtig: der Stellenwert in der Region. Bergmann wünscht sich „ein Bekenntnis der Stadt, dass die Travemünder Woche ein Leuchtturm ist“. Schärffe hat festgestellt: „Die Zusammenarbeit und Unterstützung ist besser geworden durch die Olympia-Kampagne. Dadurch haben sich in kurzer Zeit viele Leute zusammengeschlossen, sind viele wichtige Kontakte geknüpft worden.“
So gehen die Veranstalter optimistisch an die Herausforderungen für die 128. Travemünder Woche.

Ausblick aufs nächste Jahr

Die 128. Travemünder Woche findet im kommenden Jahr von Freitag, 21. Juli, bis Sonntag, 30. Juli, statt.

Seglerisch wird es, so TW-Geschäftsführer Frank Schärffe, „eine Jugend-TW“, denn 80 bis 90 Prozent der Regatten seien reine Jugend-Meisterschaften.

Das Landprogramm hängt extrem von den Gegebenheiten im Ort ab. Bereits ab Herbst dieses Jahres soll das Aja-Hotel am Fuße des Maritim Hotels errichtet werden, wodurch 200 Parkplätze Am Leuchtturm wegfallen; ebenfalls ab Herbst soll die Trave-Promenade umgestaltet werden. Dadurch müssen 100 Stellplätze an der Trelleborgallee weichen. Weitere 350 Parkplätze fallen Am Leuchtenfeld weg. <NO1>„Der Ort strukturiert sich um, wir sind extrem gefordert, das Konzept entsprechend anzupassen“, sagt Uwe Bergmann, und Frank Schärffe geht davon aus, dass Travemünde jünger wird – dem müsse man sich anpassen.<NO>Folgen: Die Veranstalter müssen für 2017 besonders frühzeitig planen und ihr Konzept anpassen. Schon bald wollen Uwe Bergmann und Frank Schärffe Gespräche mit den Ämtern führen und Begehungen unternehmen. Als Ziele formulieren sie: Regionalität, auch bei den Sponsoren, Nachhaltigkeit und finanzielle Unabhängigkeit.

Sabine Risch

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