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Lübeck Travemünder fordern zweite Zufahrt zum Ort
Lokales Lübeck Travemünder fordern zweite Zufahrt zum Ort
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16:06 11.09.2018
Vom Skandinavienkai in Richtung Travemünde: Nur die Busse des öffentlichen Nahverkehrs dürfen die alte Travemünder Landstraße befahren, die durch das Hafengelände führt. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Es wird voll: Im lübschen Seebad entsteht ein riesiges Wohnviertel für mehr als 800 Menschen. Denn am Fischereihafen werden 200 Eigentumswohnungen gebaut, am Baggersand 260 Mietwohnungen. Auf dem Priwall wird die Ferienanlage Waterfront in diesem Jahr fertig. Dort wird mit 315 000 Übernachtungen im Jahr gerechnet – das sind etwa 87 000 Feriengäste. Hinzu kommen noch zwei Baugebiete: Die Neue Teutendorfer Siedlung für mehr als 1000 Menschen sowie ein Wohngebiet an der Ostseestraße für 160 Menschen. „Wir brauchen dringend eine zweite Zufahrt nach Travemünde“, macht Ortsratschef Gerd Schröder (CDU) klar. Die Idee: Die alte Travemünder Landstraße wird wieder geöffnet. Sie führt vom Skandinavienkai über das Hafengelände zur Torstraße. Allerdings: Seit 2002 ist sie für den Verkehr gesperrt, denn der Skandinavienkai wurde vergrößert. Die Straße existiert aber noch, sie ist mit Schranken gesichert. Nur Busse des öffentlichen Nahverkehrs können diese passieren.

Travemünde: Zwei Ideen werden als neue Zufahrt in den Ort diskutiert. Quelle: Jochen Wenzel

Gneversdorfer Weg schon jetzt überlastet

„Die zweite Zufahrt muss auf jeden Fall sein“, fordert auch Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. Die Öffnung der Travemünder Landstraße sei eine langjährige Forderung seiner Partei. Auch die Unabhängigen sehen darin ein Muss. „Es gibt starke Argumente für eine neue Zufahrt, um einen Verkehrskollaps zu verhindern“, erklärt Heino Haase. Aus Sicht der Travemünder ist der Gneversdorfer Weg schon jetzt überlastet. Das ist die Verlängerung der Bundesstraße B 75 ins lübsche Seebad. Täglich kommen dort mehr als 8200 Autos an. Davon biegen 3063 Wagen in die Straße Am Moorredder ab – und 5150 fahren weiter zum Knoten Torstraße/Travemünder Landstraße. „Dort ist es jetzt schon eng“, sagt Kurdirektor Uwe Kirchhoff.

In Travemünde wird eine hitzige Debatte über eine zweite Zufahrt geführt.

LHG lehnt Öffnung der Travemünder Landstraße ab

Die alte Travemünder Landstraße könnte nach der Wiedereröffnung 7000 Wagen aufnehmen, hat Haase errechnet. Doch die Stadt lehnt ab. „Unser Vorschlag wurde abgeschmettert“, ärgert sich Schröder. Auch die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) sagt Nein zur Öffnung der Straße. Die LHG betreibt den Skandinavienkai. „Aus rechtlichen Gründen ist eine Wiedereröffnung ausgeschlossen“, macht LHG-Chef Sebastian Jürgens klar. Denn der Hafen unterliege internationalen Sicherheitsbestimmungen. Für die öffentlichen Busse wurde eine „außergewöhnliche und streng kontrollierte Ausnahmeregelung vereinbart“. Grundsätzlich habe niemand Zugang zum Hafen-Gelände, so Jürgens.

Verkehrskonzept Travemünde

Es wird seit Jahren gefordert: ein Verkehrskonzept fürs lübsche Seebad. Anfang des Jahres wurde es von der Bauverwaltung vorgestellt. Zufrieden waren die Travemünder damit nicht. Denn der Wunsch nach einer zweiten Zufahrt zum Ort wurde rigoros abgelehnt. Jetzt soll eine zweite Version im Ortsrat vorgestellt werden – voraussichtlich im Oktober.

Der Ortsrat tagt aber auch am Mittwoch, 12. September, um 19 Uhr im Gesellschaftshaus, Torstraße 1. Kurdirektor Uwe Kirchhoff wird dabei sein. Eines der Hauptthemen: das geplante Hotel am Kohlenhof auf dem Priwall. Die Sitzung ist offen für alle Interessierten.

Neue Abfahrt von der B 75 ins Seebad?

„Das kann kein K.O-Kriterium sein“, kontert Kirchhoff. Schröder vom Ortsrat warnt: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es im Gneversdorfer Weg kracht.“ Denn dort fahren täglich Kinder mit dem Rad. Sie müssen die Straße queren, um in die Vogteistraße einzubiegen und zur Schule zu fahren. Wenn der gesamte Verkehr durch den Gneversdorfer Weg fährt, werde es zu brenzligen Situationen kommen. Was Schröder ärgert: „Wie kann es sein, dass die Stadt keine neue Straße baut, wenn so viele neue Wohngebiete entstehen?“ Denn Fischereihafen und Baggersand werden seit zehn Jahren geplant, nicht aber der Verkehr. Es gibt auch die Idee über Teutendorf ins lübsche Seebad zu fahren. Dazu müsste allerdings vor Travemünde eine neue Abfahrt von der B 75 gebaut werden. „Das dauert doch wieder zehn, zwölf Jahre“, sagt Schröder. „Das bringt uns jetzt nicht weiter.“

Josephine von Zastrow

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