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Lübeck Strand: Touristen zahlen, Lübecker sparen
Lokales Lübeck Strand: Touristen zahlen, Lübecker sparen
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16:31 15.03.2019
Travemündes Traumstrände: Jetzt zahlen Touristen für ein Sonnenbad am Priwallstrand (hinten) 2,80 Euro und damit genauso viel wie am Kurstrand (vorne). Quelle: Karl Erhard Vögele
Travemünde

Jetzt gilt in Travemünde die Devise: Die Touristen zahlen an beiden Stränden – die Lübecker zahlen an keinem Strand. Start ist diesen Sommer. Konkret: 2,80 Euro am Tag kostet das Sonnenbaden am Kurstrand und am Priwallstrand für Feriengäste. Die Gebühr wird fällig von 15. Mai bis 15. September. Das hat der Wirtschaftsausschuss einstimmig beschlossen. Die Bürgerschaft muss das endgültig absegnen Ende März.

Priwall: Doppelte Gebühr für Gäste

Damit steigt die Gebühr am Priwallstrand von bisher 1,40 Euro um das Doppelte – und kostet jetzt genauso viel wie am Kurstrand. Zahlen müssen die Strandgebühr alle Touristen und alle Tagesgäste. Mit 20 000 Euro Mehreinnahmen rechnet der Kurbetrieb.

Freier Strand für Lübecker

Der Grund für die satte Preissteigerung um 100 Prozent: Im Gegenzug dürfen alle Lübecker kostenlos an beiden Stränden liegen. Sie mussten bisher am Kurstrand 2,80 Euro zahlen. Nur der Priwallstrand war für sie frei. Den kostenlosen Kurstrand für alle Lübecker hatte die Bürgerschaft im November beschlossen. Das bedeutet 37 000 Euro weniger Einnahmen für den Kurbetrieb.

Gleicher Service im Sand

Für die Preiserhöhung am Priwallstrand gibt es ein weiteres Argument: Mittlerweile ist der Service derselbe wie am Kurstrand. „Wir haben an beiden Stränden das gleiche Angebot und den gleichen Aufwand“, sagt Kurdirektor Uwe Kirchhoff. Der Strand wird gesäubert, Rettungsschwimmer überwachen die Badenden, es gibt Toiletten – und ab diesem Sommer wird auch am Priwallstrand WLan angeboten. Kirchhoff: „Zwischen dem Kurstrand und dem Priwallstrand gibt es keinen Unterschied mehr.“

Travemünde und Priwall boomen

Denn Travemünde boomt: Die Zahl der Übernachtungen im lübschen Seebad ist 2018 massiv auf knapp 730 000 gestiegen – ein Plus von 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fast 200 000 Gäste buchten sich dort in Ferienunterkünfte ein – ein Plus von 14,1 Prozent. Dabei verbringen die Urlauber im Durchschnitt knapp vier Tage im Seebad.

Auf dem Priwall steigt die Zahl der Gäste ebenfalls. Auf der Halbinsel wird derzeit die Ferienanlage Waterfront gebaut. Die dänischen Feriendörfer stehen dort bereits. Geschätzt machen 22 000 Gäste eine Woche Urlaub auf dem Priwall, gerechnet wird mit künftig mehr als 65 000 Gästen.

Denn: Es gibt immer mehr Unterkünfte in Travemünde. Aktuell sind 6220 Betten in Travemünde gemeldet. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es nur gut 5000 Betten. In den Jahren davor etwa 3000. Bis 2020 sollen noch weitere Betten dazukommen: 8000 werden angepeilt.

Gute Bilanz des Kurbetriebs

Mehr Betten, mehr Touristen, mehr Geld: Das ist der Dreiklang, von dem der Kurbetrieb profitiert. 2018 hat Kirchhoff 2,6 Millionen Euro eingenommen, davon sind 1,5 Millionen Euro Kurtaxe. Die zahlt jeder Gast, der in einer Ferienunterkunft nächtigt – und hat damit auch gleich die Strandgebühr beglichen. Daher kostet die Kurtaxe ebenfalls 2,80 Euro.

Der Vergleich zu 2017: Im Vorjahr hat der Kurbetrieb nur 1,3 Millionen Euro Kurtaxe eingenommen. Hinzu kommen 180 000 Euro Strandgebühr. Das ist doppelt so viel wie 2017. Unterm Strich macht der Kurbetrieb zwar immer noch ein Minus: 840 000 Euro. Aber: Das Defizit fällt wesentlich geringer aus als gedacht. Gerechnet hatte Kirchhoff mit 1,12 Millionen Euro Miesen.

Super-Sommer 2018

Klar ist: Der Super-Sommer hat die Bilanz des Kurbetriebs ebenfalls nach vorne gebracht. Denn es sind mehr Gäste ins Seebad gekommen, aber die Kosten für Kirchhoff sind trotzdem gleich geblieben. Denn die ablandigen Winde haben den Seetang ins Meer gespült, nicht an den Strand. Und: Das gute Wetter war Wochen im Voraus angesagt. Damit war klar: In Travemünde gab es planbaren Sonnen-Urlaub.

Josephine von Zastrow

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