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Lübeck Trickbetrug: Was können Banken tun?
Lokales Lübeck Trickbetrug: Was können Banken tun?
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20:18 11.12.2015

Nach dem skrupellosen Trickbetrug, bei dem eine 80-jährige Lübeckerin 180 000 Euro verloren hat, wird eine Frage immer lauter: Dürfen Banken ungefragt solche enormen Summen an ihre Kunden auszahlen? Die Eichholzerin hatte das Geld bei ihrer Bank abgehoben, anschließend übergab sie es in zwei Tranchen an die Trickbetrüger.

Polizeisprecherin Anett Dittmer appelliert daher auch an die Geldinstitute: „Vielleicht sollten sie in solchen Fällen auch aufmerksamer sein, wenn so viel Geld auf einmal abgehoben wird.“ Das sei aber nicht als Vorwurf gemeint. Kerstin Altendorf vom Bundesverband deutscher Banken greift den Vorschlag auf: „In der Regel ist das der Fall“, sagt sie. Allerdings gebe es keine Verpflichtung, das zu tun. „Wir können insbesondere ältere Menschen bloß warnen.“

Ein Mann hatte sich seit Ende November als falscher Beamter des Bundeskriminalamtes (BKA) ausgegeben und die 80-jährige Eichholzerin seitdem mit Horrormärchen über ausgeraubte Senioren und sogar eine „abgestochene ältere Frau“ am Telefon terrorisiert. Dabei manipulierte er sogar die Telefonnummer, so dass im Apparat des Opfers die Nummer 0451/110 angezeigt wurde. Bei zwei angeblich festgenommenen Bulgaren habe die Polizei die Bankdaten der Frau gefunden, deshalb sei das BKA eingeschaltet worden. Zur Sicherheit sollte die Lübeckerin ihr Geld abheben und durch die Beamten überprüfen lassen. Erst nach der Übergabe der 180 000 Euro bemerkte die Frau, dass sie auf Betrüger hereingefallen war (die LN berichteten).

Bei Kreditkarten ist es bereits Standard, dass sie vorsorglich gesperrt werden, sollten sie sehr kurz hintereinander an zwei völlig verschiedenen Orten eingesetzt werden. Banken werden auch hellhörig, wenn plötzlich große Summen überwiesen werden. Am Schalter werde ebenfalls nachgehakt. „Insbesondere bei älteren Kunden fragen wir bei vom Tagesgeschäft abweichenden Kontovorgängen im Barverkehr explizit nach“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bank. Die Berater seien für sogenannte Enkeltricks und andere Betrügereien sensibilisiert „und gehen aufmerksam mit solchen Fällen um“.

pah

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