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Lübeck Trinkwasser in Kücknitz muss nicht mehr abgekocht werden
Lokales Lübeck Trinkwasser in Kücknitz muss nicht mehr abgekocht werden
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18:04 16.09.2013
Der Zettel, den die Stadtwerke-Mitarbeiter im betroffenen Gebiet verteilen: "Von nun an gilt ein Abkochgebot". Quelle: LN
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Kücknitz

Am späten Sonnabendabend klingelte es plötzlich an den Haustüren der Anwohner. Ein Stadtwerke-Mitarbeiter verteilte die schriftlichen Warnhinweise. Darauf heißt es unter anderem: "Die Ursache der Verunreinigung wird geklärt und Maßnahmen zur Behebung der Störung sind eingeleitet." Unter anderem würden engmaschige bakteriologische Kontrollen durchgeführt.

Ein Anwohnerin berichtet, dass ihr bereits am Freitag, nachdem sie ein Glas Leitungswasser getrunken hatte, plötzlich schlecht wurde. "Ich musste mich übergeben, es ging mir richtig elend", erzählt die Frau. Ihrem Sohn, der regelmäßig Leitungswasser trinkt, sei es bereits am Mittwoch ähnlich gegangen.

An einen Zusammenhang mit der Verunreinigung des Trinkwassers glaubt Stadtwerke-Sprecher Lars Hertrampf nicht: "Das Wasser können Sie bedenkenlos trinken", sagte er am Sonntagabend den LN. Die Keimbelastung müsste um ein mehrfach hundertfach Höheres ausfallen, damit man davon überhaupt etwas merke. Die Abkochempfehlung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, zu der die Stadtwerke gesetzlich verpflichtet seien. Nur in besonderen Fällen, wie etwa für die Herstellung von Babynahrung sollte wirklich abgekochtes Wasser verwendet werden.

Die Ursache dafür, dass Keime ins Trinkwasser geraten waren, sind Spülungen, die die Stadtwerke in den Leitungen durchgeführt hätten. Paradoxerweise wird dadurch also gerade die allgemein gute Qualität des Trinkwassers gewährleistet. "Unsere Proben am Sonntag haben ergeben, dass überhaupt keine Keime mehr im Wasser waren", so Hertrampf.

Ärger empfinden die Anwohner - es sind laut Stadtwerken etwa 60 bis 70 Haushalte betroffen - aber darüber, dass die auf den Zetteln angegebenen "jederzeit erreichbaren Telefonnotrufnummern" für Rückfragen an die die Stadtwerke und das Gesundheitsamt offenbar nicht besetzt sind. Beim Gesundheitsamt geht unter der Notrufnummer niemand ran und bei den Stadtwerken begrüßt die Anrufer zunächst nur eine freundliche Stimme vom Band: "Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an . . ."

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