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Lübeck Tröpfeln im Trauzimmer
Lokales Lübeck Tröpfeln im Trauzimmer
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21:12 07.07.2017
Im Vorraum des Trauzimmers warten Hochzeitspaare auf die Trauung. Die Lindesche Villa, erbaut 1804, wurde 1968 zum letzten Mal saniert. Quelle: Foto: Neelsen

Als Patrick Dobbertin (26) und Astrid Kornagel (23) vergangene Woche vor dem Tisch des Standesbeamten im Trauzimmer der Lindeschen Villa standen, untermalte ein leises Tropfen die amtliche Zeremonie. „Neben dem Tisch stand ein Eimer“, erinnert er sich. „Da kam das Wasser durch die Decke.“ Der Standesbeamte habe einen Spaß daraus gemacht. „Mich hat es jetzt nicht gestört. Das Gebäude ist ja bestimmt schon ein paar Jahre älter.“ Das stimmt. Die Lindesche Villa ließ der Senator Hermann Haartmann im Jahr 1804 bauen.

Die Stadtverwaltung bestätigt: „Es gab einen Wassereinbruch aufgrund des Dauerregens“, sagt Sprecherin Nicole Dorel. „Es mussten Dachdecker kommen.“ Sie dementiert aber, dass das Wasser in Eimern aufgefangen worden sei – es seien Vasen gewesen, dem Zweck des Raumes angemessen.

Eigentümer der Lindeschen Villa ist allerdings nicht die Stadt, sondern die Grundstücks-Gesellschaft „Trave“ – noch. Denn schon bald tauscht die „Trave“ das Gebäude gegen eine Fläche in Travemünde, auf der sie Sozialwohnungen bauen kann. Das Geschäft haben Bürgerschaft und „Trave“-Aufsichtsrat beschlossen. Wann es wirksam wird, steht noch nicht fest.

Die Stadt hatte der „Trave“ das Gebäude 1967 zur Aufstockung des Stammkapitals übereignet und es dann gemietet. Seit 1968 ist die Lindesche Villa Sitz des Standesamts. Das war auch das letzte Mal, dass das Gebäude grundlegend modernisiert wurde. „Das Gebäude ist nicht marode“, versichert „Trave“-Geschäftsführer Matthias Rasch. „Aber wir haben nie verschwiegen, dass etwas gemacht werden muss.“

Es gebe eine Übereinkunft mit dem Gebäudemanagement der Stadt, dass es die Arbeiten selbst in Angriff nehmen werde. Die „Trave“ hatte Rasch zufolge für eine Sanierung mit Kosten „im niedrigen sechsstelligen Bereich“ gerechnet.

kab

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